Heidelberg: Angstzuschlag für den neuen Radweg
Von Timo Teufert
Heidelberg. Die geplante neue Verkehrsführung für Fahrradfahrer, die aus der Altstadt in Richtung Bergheim und Weststadt unterwegs sind, könnte 400.000 Euro teurer werden, als bisher geplant. Darüber informierte die Stadtverwaltung die Stadträte am Dienstag im Bauausschuss und am Mittwoch im Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschuss. Im schlimmsten Fall würde der Umbau dann 1,1 Millionen Euro kosten. Allerdings sind 140.000 Euro als Konjunkturzuschlag vorgesehen.
Bereits im April hatte der Gemeinderat beschlossen, dass vor der Ampel an der Kreuzung Friedrich-Ebert-Anlage/Sofienstraße ein Rechtsabbiegerfahrstreifen für Autos zugunsten eines eigenen Radstreifens wegfällt. Zwischen Sofienstraße und Rohrbacher Straße erhalten die Radfahrer zudem einen eigenen Fahrradweg. "Wir mussten umplanen, weil sich im Untergrund technische Anlagen befinden", berichtete Baubürgermeister Jürgen Odszuck. Unter der zunächst vorgesehenen Trasse verläuft die Hauptverbindungsleitung der Telekom für das Neckartal, eine Verlegung wäre zu teuer.
"Durch dieses Kabel müssen wir den Gehweg verbreitern", erklärte Jürgen Weber, Chef des Tiefbauamtes. Auf einem Teil des Gehweges wird dann der Radverkehr geführt, die Erweiterung verursacht für Pflaster und Bordsteine aus Granit Mehrkosten von 71.000 Euro. Der größte Teil ist aber der Konjunkturzuschlag, weil die Angebote der Baufirmen derzeit immer höher ausfallen, als geplant. "Sie können es Angstzuschlag nennen, wenn Sie wollen", sagte Odszuck.
Simone Schenk (Freie Wähler) ist das zu viel: "Ist das nicht Wahnsinn, 1,1 Millionen Euro dafür auszugeben, dass die Radfahrer auf der Fahrbahn geführt werden? Ist es uns das bei der angespannten Konjunkturlage überhaupt wert?" Sie stellt in Frage, ob die Kosten hier in Relation zum Nutzen für die Fahrradfahrer stehen. "Ich habe Zweifel daran, ob die Gefahrensituation am Adenauerplatz wirklich entschärft wird", pflichtete ihr Arnulf Weiler-Lorentz (Bunte Linke) bei. Doch es gab auch Lob: "Mit diesem Projekt entlasten wir die Plöck", sagte Luitgard Nipp-Stolzenburg (Grüne). Nicole Marmé (CDU) hält den Umbau für sinnvoll und Hans-Martin Mumm (GAL) sagte: "Das ist eine mutige Planung, denn bislang gab es keine logische Verbindung in Richtung Westen."
Am Ende stimmten im Bauausschuss neun Stadträte für den Umbau samt Mehrkosten, Karlheinz Rehm (Die Heidelberger) und Schenk dagegen, Weiler-Lorentz und Bernd Zieger (Die Linke) enthielten sich. Im Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschuss sah das Abstimmungsverhalten ähnlich aus: Zehn Stadträte stimmten dafür, Rehm und Larissa Winter-Horn (Die Heidelberger) dagegen, Weiler-Lorentz enthielt sich.
