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11. September: Trump erzählt dramatische Episode – Beobachter wundern sich

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Bei einer Gedenkveranstaltung scherzt Donald Trump über einen 9/11-Helden. Zuvor hatte er bereits mit einer persönlichen Episode für Staunen gesorgt. Bei einer Veranstaltung zum 25. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September hielt US-Präsident Donald Trump am Dienstag in Washington , D.C. eine vielbeachtete Rede. Vor Ersthelfern, Angehörigen von Gefallenen und Mitgliedern der Tunnel to Towers-Stiftung sprach der US-Präsident über die Folgen der islamistischen Attacke auf das World Trade Center. Dabei lenkte der 80-Jährige die Aufmerksamkeit auch auf sich selbst. Nicht ungewöhnlich für den MAGA-Republikaner. Doch was die Anwesenden zu hören bekamen, sorgte für viel Erstaunen. "Trumpalooza“ in Dallas: Warum diese Idee für Trump zum Risiko wird Ein Bündnis mit Folgen für Deutschland: Trumps Plan für die AfD Trump jubelt über AfD-Sieg: "Sie haben endlich genug" Denn Trump baute in seinen historischen Rückblick auf die Ereignisse von damals auch eine persönliche Episode ein. "Drei Monate lang schwelten die Glutnester in den Trümmern, neun Monate lang arbeiteten die Helfer Tag und Nacht auf dem Gelände [von Ground Zero]", hob er an. "Ich möchte auch meinen eigenen Leuten danken. Wir hatten damals ein riesiges Bauprojekt in New York und ich nahm die gesamte Belegschaft mit, um dorthin zu gehen. Niemand zögerte, alle kamen mit mir", so Trump. Tatsächlich betrieb der ehemalige Immobilienunternehmer ein solches Projekt zur Zeit der Anschläge, allerdings befand sich der in der Entstehung befindliche Trump World Tower laut der Faktenprüfer von PolitiFact rund fünf Meilen vom Ort der Anschläge entfernt. Schon in früheren Interviews hatte Trump behauptet, viel Zeit am Ground Zero verbracht und auch hunderte seiner Arbeiter abgestellt zu haben, um bei den Rettungs- und Aufräumarbeiten zu helfen. US-Präsident: "Dachten, es würde direkt auf uns herabstürzen" Bereits unmittelbar nach den Terrorattacken hatte der heutige Präsident dem deutschen TV-Sender N24 (heute WELT) ein Interview gegeben, in dem er davon sprach, hunderte seiner Männer zum Ground Zero gebracht zu haben und diese persönlich anzutreiben. Doch für diese Behauptung konnten die Faktenprüfer von PolitiFact bis heute keinen einzigen Beleg finden. Die Investigativjournalisten, die zur in Florida ansässigen Forschungseinrichtung Poynter Institute gehören, richteten eine entsprechende Anfrage an das Weiße Haus sowie an die Trump Organisation – ohne eine Antwort zu erhalten. Auch frühere Faktenprüfungen durch andere Journalisten hatten keine Belege für Trumps Behauptung finden können. In seiner Rede am Dienstag kramte Trump die Erzählung erneut hervor. Nachdem er kurz die unzähligen Helden unter den Feuerwehrleuten, Sanitätern und freiwilligen Helfern erwähnt hatte, leitete er plötzlich zu seiner eigenen Heldengeschichte über. So habe er sich in großer Gefahr befunden, als er mit seinen Leuten auf dem Gelände des One Liberty Plaza (des früheren U.S. Steel Building) stand. Das Gebäude lag direkt gegenüber vom World Trade Centre. Laut Trump soll das One Liberty Plaza kurz vor dem Kollabieren gestanden haben, als er und seine Mitarbeiter vor Ort waren. Feuerwehrleute hätten ihn daraufhin unter den Armen gegriffen, weggebracht und gerettet. "Wir dachten, es würde direkt auf uns herabstürzen, und zwei Feuerwehrmänner, große, kräftige Kerle – ich bin ja auch nicht gerade der kleinste Mann der Welt –, packten mich unter den Armen, sie sagten: 'Wir müssen hier raus', und sie hoben mich buchstäblich hoch. Das ist gar nicht so einfach", so Trump in seiner Rede. "Ich bin kräftig gebaut. Sie hoben mich hoch und rannten mit mir los. Ich sagte: 'Leute, ich kann selbst laufen', aber sie waren einfach unglaublich. Sie dachten, es würde einstürzen. Es ist aber nicht eingestürzt." Trump in makellosem Aufzug am Gorund Zero Die Westfassade des One Liberty Plaza war durch den Einsturz des World Trade Centre zwar beschädigt worden, konnte nach einer Renovierung im Oktober 2001 aber wiedereröffnet werden. Wie schon bei früheren Gelegenheiten erweckte der US-Präsident im Vorfeld des 25-jährigen Gedenkens an die Anschläge vom 11. September den Eindruck, er habe sich selbst in unmittelbarer Gefahr befunden. Dagegen spricht auch die Aussage von Richard Alles. Der war im Jahr 2001 Battalionsführer der New Yorker Feuerwehr und einer der ersten vor Ort. Über den angeblichen Trump-Einsatz am Ground Zero, sagte Alles bereits im Jahr 2019: "Davon gäbe es Aufzeichnungen. Alle arbeiteten unter der direkten Aufsicht der Polizei, der Feuerwehr und des gemeinsamen Einsatzleiters der Rettungsdienste". Trump müsste also heimlich mit mehreren hundert Angestellten am Ground Zero aufgetaucht und wieder verschwunden sein. Feuerwehrchef Alles hält das für sehr unwahrscheinlich. "Mir ist niemand bekannt, der ihn [Trump] dort jemals gesehen hat." Allerdings gibt es Medienberichte aus den Tagen nach dem 11. September, die Trump tatsächlich in der Nähe des Ground Zero verorten. So habe er Feuerwehrleuten High-Fives gegeben, also aufmunternde Handschläge. Der Sender CNN verwies auf den Bericht eines Lokalsenders, wonach Trump am 13. September in der Nähe von Ground Zero gesichtet worden sei, "mit perfekt sitzender Frisur und makellos gekleidet, in einem schwarzen Anzug". Das deckt sich mit den Bildern, die Trump in dem Interview mit N24 lieferte. Auch dort steht er in frisch gebügeltem Hemd und mit perfekt sitzender Frisur neben dem deutschen Reporter Stephan Bachenheimer. Trump: "Das gefällt mir nicht" Bei der jetzt erfolgten Gedenkveranstaltung zu Ehren der Helfer nach den Terroranschlägen zeichnete Trump auch den Finanzhändler Welles Crowther aus. Der 24-Jährige hatte am 11. September im Südturm des World Trade Centre gearbeitet, als das Flugzeug mit den islamistischen Terroristen um 9.03 Uhr Ortszeit in den Turm einschlug. Crowther, der auch als freiwilliger Feuerwehrmann in seiner Heimatstadt New York arbeitete, zögerte nicht lange und rettete mindestens 18 Menschen aus dem schwer beschädigten Gebäude. Für seinen selbstlosen Einsatz bezahlte der junge Mann mit dem Leben. Nachdem er eine Gruppe Verletzter aus dem Turm geleitet hatte, lief er die Treppen erneut nach oben, um weitere Menschen zu retten. Um 9.59 Uhr stürzte das Gebäude vollständig ein und begrub Crowther und viele andere unter sich. Zuletzt wurde er von Feuerwehrleuten dabei gesehen, wie er mit einem roten Stofftuch (Bandana) vor Mund und Nase die Treppen des Wolkenkratzers hochlief. Crowther wurde später berühmt als "der Mann mit dem roten Bandana". In Anwesenheit von Crowthers Mutter Alison und dessen Schwester Paige überreichte Trump dem 9/11-Helden posthum die Freiheitsmedaille, die höchste zivile Auszeichnung der USA . Zuvor hatte der Präsident in seiner Rede noch über den Verstorbenen gescherzt: "Der Mann mit dem roten Bandana. Habt ihr von dem gehört?" fragte Trump die Anwesenden. "Der ist sogar berühmter als ich geworden. Das gefällt mir nicht. Darüber bin ich nicht gIücklich. Aber so ist es, er ist tatsächlich berühmter als ich."