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Pisa: Darum schneiden deutsche Schüler in der OECD-Studie schlecht ab

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In der neuen Pisa-Studie haben deutsche 15-Jährige so schlecht abgeschnitten wie nie zuvor. Ein Blick in die Details zeigt, was in anderen Ländern besser läuft. 25 Jahre nach dem "Pisa-Schock" wirft auch die neue Pisa-Studie ein alarmierendes Schlaglicht auf die Bildungspolitik in Deutschland . Für die am Dienstag vorgestellte Untersuchung haben Forscher der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vergangenes Jahr rund 6.700 15-Jährige an rund 250 weiterführenden Schulen in Deutschland getestet. Pisa-Studie: Deutschlands Schüler so schlecht wie nie Die Stichprobe zeigt, wie Jugendliche in Deutschland kurz vor dem Ende der Pflichtschulzeit in zentralen Kompetenzbereichen abschneiden. Das Fazit der OECD ist ernüchternd: In Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften wurden bei den hier getesteten Schülerinnen und Schülern "die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Pisa-Erhebungen erzielt", heißt es. Aber wie kommt dieses Ergebnis zustande? t-online gibt einen Überblick. Deutschland international im Abwärtstrend Die Leistungen der Jugendlichen in Deutschland sind seit der vorangegangenen Pisa-Erhebung weiter gesunken. In Mathematik sank der Wert von 475 auf 464 Punkte, beim Lesen von 480 auf 465 Punkte. In den Naturwissenschaften liegt Deutschland bei 486 Punkten; das sind zwar weniger als 2022, der Unterschied gilt aber als statistisch unbedeutsam. Auch international setzt sich der Abwärtstrend fort. Viele Länder konnten den starken Einbruch von Pisa 2022 nicht aufholen. Im OECD-Schnitt gingen die Werte ebenfalls zurück, allerdings in Mathematik und Lesen etwas weniger stark als in Deutschland. Insgesamt liegt Deutschland in allen drei getesteten Bereichen ungefähr auf OECD-Niveau. Nach reinen Punktwerten landet Deutschland in den Naturwissenschaften auf Rang 23, im Lesen auf Rang 24 und in Mathematik gemeinsam mit Schweden auf Rang 25. Besonders stark schneiden erneut asiatische Bildungssysteme ab. Die vier chinesischen Regionen Peking , Shanghai , Jiangsu und Zhejiang, die bei Pisa gemeinsam ausgewiesen werden, sowie Singapur erzielten in allen drei Kompetenzbereichen die höchsten Ergebnisse. Auch Macau (China), Taiwan , Japan und Südkorea gehören zu den leistungsstärksten Bildungssystemen; in Europa schneiden Estland und Großbritannien am besten ab. Absacken auch in den Naturwissenschaften Die Naturwissenschaften waren bei Pisa 2025 der Schwerpunktbereich und wurden deshalb besonders genau untersucht. In Deutschland erreichten 73 Prozent der Jugendlichen mindestens Kompetenzstufe 2. Sie können also grundlegende naturwissenschaftliche Zusammenhänge erkennen und einfache Schlussfolgerungen aus Daten prüfen. 27 Prozent erreichen dieses Mindestniveau nicht. Damit liegt Deutschland ungefähr auf dem OECD-Durchschnitt von 26 Prozent. Seit 2015 ist der Anteil leistungsschwacher Jugendlicher in den Naturwissenschaften in Deutschland aber deutlich gestiegen – um zehn Prozentpunkte. Die Unterschiede zwischen den Schularten sind groß: An Gymnasien verfehlen 3 Prozent die Kompetenzstufe 2, an nicht gymnasialen Schularten sind es 37 Prozent. Zur Leistungsspitze zählen 9 Prozent der Jugendlichen in Deutschland; sie erreichen Kompetenzstufe 5 oder 6. Im OECD-Schnitt sind es 7 Prozent. Mäßige Leistung in Mathematik In Mathematik erreichen nur noch 66 Prozent der 15-Jährigen in Deutschland mindestens Kompetenzstufe 2. Diese Jugendlichen können einfache Alltagssituationen mathematisch erfassen und darstellen. 34 Prozent bleiben unter diesem Mindestniveau. Damit liegt Deutschland etwa auf dem OECD-Durchschnitt, der bei 35 Prozent liegt. Gegenüber 2022 ist der Anteil leistungsschwacher Schülerinnen und Schüler in Deutschland weiter gestiegen, damals lag er bei 30 Prozent. Seit 2015 beträgt der Anstieg sogar 17 Prozentpunkte. Auch hier zeigt sich ein deutlicher Abstand zwischen den Schularten: An Gymnasien verfehlen 6 Prozent die Kompetenzstufe 2, an nicht gymnasialen Schularten 47 Prozent. Zur mathematischen Spitzengruppe gehören 8 Prozent der Jugendlichen; das entspricht dem OECD-Durchschnitt. Geringe Kompetenzen beim Lesen Auch beim Lesen verschlechtern sich die Ergebnisse weiter. Nur noch 68 Prozent der Jugendlichen erreichen mindestens Kompetenzstufe 2. Sie können etwa die Hauptaussage eines mittellangen Textes verstehen und gezielt Informationen finden. 32 Prozent der Jugendlichen bleiben darunter. Sie haben Schwierigkeiten, Texte sinnentnehmend zu lesen. Im OECD-Durchschnitt sind es 31 Prozent. In Deutschland lag dieser Anteil 2022 noch bei 25 Prozent; seit 2015 ist er um 15 Prozentpunkte gestiegen. 7 Prozent der Jugendlichen erreichen mindestens Kompetenzstufe 5 und gehören damit zur Leistungsspitze. Auch beim Lesen unterscheiden sich die Schularten stark: An Gymnasien verfehlen 5 Prozent das Mindestniveau, an nicht gymnasialen Schularten 43 Prozent. Soziale Herkunft prägt Bildungserfolg Der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Leistung bleibt in Deutschland besonders ausgeprägt. Jugendliche aus sozioökonomisch begünstigten Familien schneiden in den Naturwissenschaften im Schnitt 125 Punkte besser ab als Jugendliche aus benachteiligten Familien. Im OECD-Durchschnitt beträgt dieser Abstand 85 Punkte. Zwischen 2015 und 2025 ist diese Kluft in Deutschland größer geworden. Im OECD-Durchschnitt wurde sie dagegen kleiner. Besonders problematisch ist: Die Leistungen benachteiligter Jugendlicher sind zurückgegangen, während die Werte der begünstigten Gruppe stabil blieben. Der sozioökonomische Status erklärt in Deutschland 19 Prozent der Leistungsunterschiede in den Naturwissenschaften. Im OECD-Schnitt sind es 12 Prozent. Zuwanderungshintergrund bestimmt Schulleistung 29 Prozent der 15-Jährigen in Deutschland haben nach Pisa-Definition einen Zuwanderungshintergrund. Jugendliche ohne Zuwanderungshintergrund erreichen in den Naturwissenschaften im Schnitt 521 Punkte. Jugendliche der zweiten Zuwanderungsgeneration kommen auf 463 Punkte. Noch größer sind die Abstände bei selbst zugewanderten Jugendlichen. Wer vor dem 11. Lebensjahr nach Deutschland kam, erreicht im Schnitt 423 Punkte. Wer erst ab dem 11. Lebensjahr zugewandert ist, kommt auf 392 Punkte. Das sind 129 Punkte weniger als bei Jugendlichen ohne Zuwanderungshintergrund. Ein Teil dieser Unterschiede hängt allerdings mit anderen Faktoren zusammen. Wenn soziale Herkunft, Geschlecht und zu Hause gesprochene Sprache mitberücksichtigt werden, fallen die Abstände deutlich kleiner aus: 18 Punkte bei der zweiten Generation, 32 Punkte bei frühem Zuzug und 67 Punkte bei spätem Zuzug. Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen In den Naturwissenschaften unterscheiden sich Mädchen und Jungen in Deutschland kaum. Mädchen erreichen im Schnitt 484 Punkte, Jungen 487 Punkte. Der Unterschied von drei Punkten ist gering. In Mathematik schneiden Jungen besser ab. Sie erreichen im Schnitt 469 Punkte, Mädchen 458 Punkte. Der Abstand beträgt also elf Punkte zugunsten der Jungen. Beim Lesen ist es umgekehrt: Mädchen erreichen 478 Punkte, Jungen 453 Punkte. Das sind 25 Punkte Unterschied zugunsten der Mädchen. Im OECD-Durchschnitt ist der Abstand beim Lesen mit 30 Punkten noch etwas größer. Einstellungen zu Schule und Lernen Viele Jugendliche in Deutschland beschreiben sich selbst als neugierig und ausdauernd. 77 Prozent sagen, sie seien auf viele verschiedene Dinge neugierig. Im OECD-Durchschnitt sind es 73 Prozent. 64 Prozent geben an, sich besonders anzustrengen, wenn eine Aufgabe schwierig wird. Der OECD-Schnitt liegt bei 60 Prozent. Gleichzeitig fällt die Haltung zur Schule vergleichsweise kritisch aus. 33 Prozent der Jugendlichen in Deutschland stimmen der Aussage zu, Schule sei Zeitverschwendung. Im OECD-Durchschnitt sind es 24 Prozent. Seit 2022 ist dieser Anteil in Deutschland um vier Prozentpunkte gestiegen. Zugleich ist der Anteil der Jugendlichen, die sich bei schwierigen Aufgaben besonders anstrengen, um knapp acht Prozentpunkte gesunken. Digitale Medien Jugendliche in Deutschland nutzen digitale Geräte an einem Schultag im Schnitt 1,7 Stunden zum Lernen. Das entspricht dem OECD-Durchschnitt. Zusätzlich verwenden sie digitale Geräte in der Schule im Schnitt 0,8 Stunden für Freizeitaktivitäten; im OECD-Schnitt sind es 1,1 Stunden. 33 Prozent der Jugendlichen in Deutschland berichten, dass Mitschülerinnen und Mitschüler in den meisten oder allen Naturwissenschaftsstunden durch digitale Geräte abgelenkt werden. Im OECD-Durchschnitt sind es 28 Prozent. Jugendliche, die solche Ablenkung wahrnehmen, schneiden in den Naturwissenschaften im Schnitt acht Punkte schlechter ab. Handyverbote hängen laut Pisa-Studie mit weniger Ablenkung zusammen. An Schulen mit Handyverbot auf dem Gelände berichten Schülerinnen und Schüler seltener von digitaler Ablenkung. 64 Prozent der Jugendlichen in Deutschland besuchen inzwischen Schulen mit einem solchen Verbot; im OECD-Schnitt sind es 49 Prozent. Auch KI ist im Schulalltag angekommen. Die Hälfte der 15-Jährigen in Deutschland nutzt mindestens einmal pro Woche KI-Chatbots, um Unterstützung beim Lernen zu bekommen. 36 Prozent verwenden KI-Tools zum Zusammenfassen von Texten, ebenso viele zum Entwerfen von Hausaufgabentexten. Mobbing und Cybermobbing Mobbing hat seit der vorherigen Pisa-Erhebung zugenommen. 31 Prozent der Jugendlichen in Deutschland geben an, mindestens einige Male im Monat von mindestens einer Form von Mobbing betroffen zu sein. Damit liegt Deutschland deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 20 Prozent. Cybermobbing kommt seltener vor, ist aber mit besonders starken Leistungseinbußen verbunden. 5 Prozent der Jugendlichen in Deutschland berichten, dass in den zwölf Monaten vor der Erhebung mindestens einige Male im Monat Informationen über sie ohne ihre Zustimmung online veröffentlicht wurden, die sie verärgerten. Im OECD-Durchschnitt sind es 3 Prozent. Betroffene Jugendliche erreichten in den Naturwissenschaften im Schnitt 37 Punkte weniger als nicht betroffene Mitschülerinnen und Mitschüler.