Vincent Wagner: Wirbel um Platzverweis für Elversberg-Trainer
Vincent Wagner erlebt die zweite Spielhälfte gegen Gladbach nur von der Tribüne. Die Umstände seines Platzverweises erregen aber Aufsehen – ebenso die Erklärung vom Schiedsrichter. Elversbergs Trainer Vincent Wagner hat mit wenig Verständnis auf seine Gelb-Rote Karte reagiert. "Gemeckert habe ich nicht. Das möchte ich mal festhalten. Ich bin auch nicht gerannt, habe auch nicht gewunken", beschrieb Wagner nach dem 4:3-Sieg der SV Elversberg bei Borussia Mönchengladbach die Szene, als er auf dem Weg zur Pause den Platzverweis hinnehmen musste. Schiedsrichter Martin Petersen begründete seine Entscheidung in der Pause mit einer "Unsportlichkeit", doch Wagner betonte: "Es war stiller Protest." So verpasste der Trainer die turbulente Schlussphase seines Teams - und durch die automatisch eintretende Sperre wohl auch das nächste Bundesliga-Spiel des Aufsteigers, ausgerechnet gegen den FC Bayern . Legt Elversberg nicht erfolgreich Einspruch ein, ist Wagner ausgerechnet bei diesem Highlight nicht dabei. 2. Spieltag der Bundesliga : Wahnsinn um Aufsteiger Bundesliga-Topspiel: Ideenlose Bayern lassen zwei Punkte auf Schalke liegen Er fände das "schon krass, weil das ist gefühlt dann eine Dreifachbestrafung", sagte der Trainer am späten Abend im ZDF-"Sportstudio", räumte aber ein: "Ich rechne nicht damit, dass ich an der Seitenlinie stehe, wahrscheinlich sind die Chancen 80:20 dagegen." Auslöser war der zweite Gladbacher Treffer durch Hugo Bolin zum 2:1 wenige Augenblicke vor der Pause. Dem Tor war ein schneller Einwurf von Tim Kleindienst vorausgegangen. Dabei hatte Kleindienst den Ball im Zweikampf mit Lukas Keidel selbst ins Aus gespielt. Somit hätte Elversberg Einwurf bekommen müssen. Schiedsrichter Petersen aber gab das Tor. Erst nach dem Schlusspfiff räumte der Schiedsrichter gegenüber DAZN ein: "Aus meiner Perspektive sah es so aus, als hätte der Elversberger Spieler den Ball mit dem Fuß gespielt und nicht Kleindienst. Als ich in der Halbzeit die Bilder gesehen habe, war es dann eben genau andersherum und ich habe da leider falsch entschieden." Den Platzverweis hielt er dennoch für gerechtfertigt. "In der ersten Szene ist es so, dass der Trainer Wagner auf das Feld läuft und das ist per se schon Unsportlichkeit und wird dann mit Gelb bestraft. In der zweiten Szene ist es so, dass er in der Halbzeit auch in meine Richtung geht und es ist eben auch unsportlich. In Summe dann Gelb-Rot", sagte der Schiedsrichter. Wagner selbst wollte nicht weiter darauf eingehen. "Ich habe wirklich nichts gemacht, in beiden Fällen – aber belassen wir es dabei. Das Spiel war so geil, lasst uns lieber darüber reden", sagte der 40-Jährige auf Nachfragen.
