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Lea Zoë Voss: ZDF-Star spricht im Interview über negative Erfahrungen

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"Tatort", "Jenseits der Spree", "SOKO Potsdam" – mit 30 Jahren kann Lea Zoë Voss als Schauspielerin auf eine üppige Vita blicken. Trotzdem stand ihr dabei eines schon im Weg: ihr Aussehen. Vor fast zehn Jahren hatte Lea Zoë Voss ihr erstes Casting. Für die ZDF-Webserie "Druck" bewarb sie sich 2017, ein Jahr später war sie in einer der Hauptrollen zu sehen. Seitdem schlüpfte sie in verschiedene Rollen und konnte sich ihren Traum erfüllen – als Schauspielerin ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Im t-online-Interview spricht Voss über Grenzen am Filmset, ihre Entwicklung als Schauspielerin und die Nachteile ihres Aussehens. Voss blickt mit viel Dankbarkeit auf die vergangenen Jahre zurück, gibt aber auch zu: "Natürlich gab es Auf und Abs in dieser Zeit." Obwohl sich ihr Leben komplett gewandelt hat, seit sie als Schauspielerin erfolgreich ist, blieben die äußeren Umstände gleich. "Ich wohne seit etwa elf Jahren in Berlin , noch immer in der gleichen Wohnung", verrät sie t-online. "Ich liebe die Natur hier und habe den Luxus, direkt mit dem Hund in den Wald zu laufen oder einen Spaziergang am See zu machen." Während sie zu Beginn ihrer Karriere noch sehr aufgeregt war, wenn es um Dreharbeiten oder Auftritte auf dem roten Teppich ging, sei sie heute entspannter und ruhiger geworden. "Ich bleibe auch gerne mal zu Hause und lese lieber ein Buch oder schaue eine Serie", sagt sie. "Tatort"-Rolle war besonders prägend Sie versuche stets "undurchsichtige Figuren" zu spielen, die mag sie besonders gerne. "Deshalb fand ich zum Beispiel die Rolle der Hannah im 'Tatort' so spannend. Man ahnt bis zum Ende nicht, wer sie wirklich ist." 2020 spielte sie an der Seite der beiden Kommissare Ivo Batic (gespielt von Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (gespielt von Udo Wachtveitl) im "Tatort: Lass den Mond am Himmel stehn" aus München mit. Voss spielt darin die 18-jährige Hannah, in die sich ein sehr viel älterer Nachbar verliebt. Lea Zoë Voss: "Tatort"-Schauspielerin verrät skurrile Details vom Dreh Ein besonderes Verhältnis pflegt Voss zu ihrem Schauspielkollegen Jürgen Vogel . Die beiden spielen zusammen in der Serie "Jenseits der Spree", die 30-Jährige verkörpert in der ZDF-Reihe die Tochter des Filmstars. "Wir kennen uns inzwischen schon seit sieben Jahren. Kennengelernt haben wir uns damals bei den Dreharbeiten in Köln zu der Serie 'Das Wichtigste im Leben'", erinnert sich Voss. Seither habe sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entwickelt. "Für mich ist die Arbeit mit Jürgen immer sehr entspannt. Es macht Spaß, mit Leuten zu arbeiten, die man schon so lange kennt." Auch Vogels Regiedebüt 2024 für den Film "Carlotta" empfand Voss als angenehm. "Ich hatte das Privileg, Jürgens Hauptdarstellerin zu sein. Ich habe danach zu ihm gesagt, er müsse unbedingt weiter Regie führen. Ich finde, er hat ein gutes Gespür für Schauspieler, wie er ihnen helfen kann. Er war extrem organisiert und vorbereitet, bis ins kleinste Detail. Und trotzdem ist er am Set spontan und lässt sich auf Ideen der Schauspieler ein." Die Arbeit am Set von "Jenseits der Spree" sei für Voss jedes Mal ein Erlebnis. Mit dem Team verstehe sie sich "extrem gut" und lache in den Pausen sehr viel. "Wir haben aber auch mal sehr tiefgründige Gespräche." Es fühle sich an wie eine kleine Familie, so Voss. Luna Jordan, die in der Serie ihre kleine Schwester spielt, gehört mittlerweile zu ihren engsten Freundinnen. "Das finde ich das Schöne an diesem Beruf, dass man Menschen findet, die lange bleiben." Manchmal verlange ihr der Beruf als Schauspielerin allerdings auch viel ab. Im Film "Carlotta" sei es zu einer emotionalen Szene gekommen. Sie sei sehr nah an ihrem echten Leben gewesen. "Ich musste weinen. Es hat mich sehr an die Situation erinnert, als mein Vater gestorben ist und ich ihn die letzten Male nur noch im Krankenhaus ganz schwach erlebt habe. Das war zu den Dreharbeiten noch nicht lange her. Da bin ich wirklich emotional geworden." "Mich langweilt nichts mehr, als ..." Ab September ist Voss in der neuen Comedyserie "SPYON" zu sehen. Die ZDFneo-Produktion dreht sich um die chaotische Ausbildung von fünf jungen Menschen beim Bundesnachrichtendienst . Ihre Rolle Vicky habe sie sofort fasziniert. Sie wirke "auf den ersten Blick nahezu perfekt: hochintelligent, ehrgeizig und mit fünf Sprachen ausgestattet". Damit sei sie für den Geheimdienst wie geschaffen. "Gleichzeitig trägt sie eine große Unsicherheit in sich und kämpft mit Prüfungsangst. Genau dieser Gegensatz zwischen Stärke und Verletzlichkeit macht sie für mich so spannend und menschlich." Ihre Rollen wählt Voss gezielt aus. Wenn sie ein Drehbuch liest, sei ihr Interesse meist erst dann geweckt, "wenn dieser beschriebene Mensch nicht perfekt ist." Auch im echten Leben mag sie "keine Oberflächlichkeiten", so Voss. "Ich möchte Menschen wirklich sehen, wie sie sind. Mich langweilt nichts mehr, als ein Gespräch, in dem jemand krampfhaft versucht, es allen recht zu machen und keinen eigenen Charakter zeigt." So sei das auch mit ihren Rollen. Voss beschreibt ihr Aussehen als "zweischneidig". "Sobald es um mein Aussehen ging, habe ich in meinem Leben größtenteils negative Erfahrungen gemacht." Das sei schon in der Schule so gewesen und habe sich dann im Beruf fortgesetzt. "Ich wurde einmal für eine Rolle abgelehnt mit der Begründung: 'Die ist viel zu hübsch, um psychische Probleme zu haben. Das glaubt kein Zuschauer.' Das finde ich eine ziemlich unreflektierte Aussage. Und ehrlich gesagt auch einfach dumm." Ihrer Meinung nach habe das Aussehen eines Menschen "absolut gar nichts damit zu tun, wie ein Mensch denkt oder fühlt". Weiter meint sie: "Ich finde das Thema Äußerlichkeiten sowieso sehr schwierig. Wer beurteilt denn was?" Zum Thema Gleichberechtigung in der Filmbranche hielt sich Voss im Gespräch mit t-online eher bedeckt. Dabei engagiert sie sich seit Längerem im Frauennetzwerk 100. Älteren Frauen ist sie dabei sehr dankbar für das, was sie bisher erreicht haben. "Ich habe großen Respekt vor den Frauen und dem, was sie auch politisch schon alles verändert haben." Sie genieße es, sich mit Frauen verschiedener Altersklassen auszutauschen: "Ich denke, man kann gegenseitig viel voneinander lernen." Am Set wurden schon Grenzen getestet Voss stellt klar: "Wenn es die Menschen in Zukunft schaffen, sich gegenseitig, egal welches Geschlecht, auf Augenhöhe zu begegnen und wir uns einfach als gleichwertige Menschen sehen und respektieren, erst dann sind wir für mich am Ziel angekommen." Dafür müsse allerdings noch einiges passieren. Auch sie habe schon erlebt, wie Männer ihre Führungsrollen am Set ausnutzen würden. "Es gab bestimmt schon ein paar Momente, in denen Grenzen getestet wurden", erinnert sie sich. "Aber ich kommuniziere sehr klar und offen. Wenn mich etwas stört, scheue ich mich nicht, dies zu kommunizieren. Und diese Grenzen wurden dann auch respektiert." Auch für ihre Kolleginnen würde sie sich einsetzen: "Keiner ist besser als der andere", betonte sie. "Wenn ich mitbekomme, dass jemand am Set ungerecht behandelt wird, sag' ich auch gerne etwas." Sie wolle, dass jedes Teammitglied respektvoll behandelt werde.