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Rente in Europa: In diesen Ländern kommen Rentner gut über die Runden

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In der EU variiert die Höhe der Renten und Pensionen sehr stark. Genau wie in Deutschland müssen sich auch andernorts die meisten Rentner auf andere Einnahmen stützen. In Deutschland wird intensiv über das Thema Rente diskutiert. Dabei wird über die Höhe der gezahlten Altersbezüge, das Renteneintrittsalter und die Art und Weise, wie Beiträge für das Alter angespart werden, diskutiert. Und immer wieder löst der Umstand Ärger aus, dass die gesetzliche Rente allein zum Leben nicht reicht. Im Schnitt beziehen Rentner und Rentnerinnen in Deutschland rund 1.500 Euro Altersrente im Monat. Diese Problematik zeigt sich jedoch nicht nur in Deutschland. Auch in den meisten anderen EU-Nationen können sich die Bürgerinnen und Bürger nicht allein auf die staatliche Rente verlassen, sondern benötigen zusätzlich eine private und/oder betriebliche Altersvorsorge. Das zeigt eine große Datenanalyse des Statistikportals "Datapulse". In diesen vier EU-Ländern reicht die Rente zum Leben Demnach gibt es nur vier EU-Länder, in denen die Rente vor Steuern höher ist als die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten in dem Land. Dazu gehören Rumänien , Tschechien , Polen und Spanien . In Rumänien werden pro Jahr im Schnitt 5.800 Euro an Rente vor Steuern ausgezahlt, für den Alltag brauchen Ruheständler aber nur durchschnittlich 4.800 Euro im Jahr. Damit liegen die Renten 21 Prozent über den Lebenshaltungskosten. Die Zahlen beruhen auf Daten aus dem Jahr 2023. Im EU-Schnitt ist es eigentlich eher umgekehrt: Die ausgezahlte Rente liegt etwa 20 Prozent unter den durchschnittlichen Lebenshaltungskosten. Pro Jahr erhalten europäische Rentner und Rentnerinnen durchschnittlich 17.300 Euro an Rente vor Steuern. Die Alltagskosten betragen etwa 21.700 Euro im Jahr. Damit wird deutlich, wie wichtig die zweite und dritte Säule der Altersvorsorge in nahezu allen europäischen Ländern ist. Unter der zweiten Säule versteht man die betriebliche Rente, die dritte Säule ist die private Altersvorsorge. Nur in den oben genannten vier Ländern ist es rechnerisch möglich, ausschließlich von der staatlichen Rente zu leben. Da es sich hier um Durchschnittswerte handelt, gilt das aber längst nicht für alle Menschen. Wohnen und Lebensmittel sind die wichtigsten Ausgaben Die Statistiker von "Datapulse" haben auch untersucht, wofür Rentner und Rentnerinnen in den europäischen Ländern ihr Geld ausgeben müssen. Das Muster sei dabei "erstaunlich" einheitlich, schreiben die Autoren: In fast allen Ländern entfällt die Hälfte der Ausgaben auf Wohnen und Lebensmittel. Einige Ausreißer gibt es dennoch: Auf Malta machen die Wohnkosten für Rentner und Rentnerinnen demnach nur zehn Prozent ihrer Ausgaben aus. Lebensmittel verursachen dagegen 26 Prozent der Kosten. Andersherum ist es in Luxemburg : 38 Prozent der Rentnerausgaben müssen fürs Wohnen aufgewendet werden, nur zehn Prozent fließen in Lebensmittel. Deshalb sind Schwankungen, die in diesen beiden Bereichen entstehen können, für Rentner und Rentnerinnen von besonderer Bedeutung. Wenn Energiekosten und Lebensmittelpreise anziehen, dann trifft das diese Gruppe europaweit besonders hart – auch wenn die meisten Länder ihre Renten regelmäßig an die Inflation anpassen. Wohneigentum kann Armutsrisiko verringern Laut "Datapulse" kann der Besitz von Wohneigentum einen entscheidenden Unterschied machen: In den vier Ländern, in denen die Rente die Lebenshaltungskosten übersteigt, liegen die Eigentumsquoten für Ruheständler auch über 70 Prozent. Eine selbst genutzte Immobilie ist somit ein zentraler Faktor der Altersvorsorge. In Deutschland sind nur 40 Prozent der Rentner und Rentnerinnen auch Eigentümer einer Immobilie. Die Autoren der Analyse betonen jedoch auch, dass diese Zahlen nicht unbedingt etwas über das Armutsrisiko von Rentnern und Rentnerinnen aussagen. Nur weil die gesetzliche Rente in einem Land die Lebenshaltungskosten allein nicht decken kann, bedeute das nicht, dass dort die Ruheständler arm seien. Entscheidend seien auch andere Faktoren: Haben viele Menschen in dem Land auch eine Betriebsrente? Wie steht es um die Ersparnisse der Bevölkerung? Rentenhöhe und Armut hängen nicht unbedingt zusammen Ein gutes Beispiel ist hier Norwegen – das zwar kein EU-Mitglied ist, aber als Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums in die Analyse einbezogen wurde – wo die Rente nur rund 60 Prozent der Lebenshaltungskosten abdeckt, aber zugleich zu den Ländern mit dem niedrigsten Armutsrisiko zählt. In Norwegen gelten nur 7 Prozent der Bevölkerung als arm. In Deutschland liegt die Armutsrisikoquote bei 19 Prozent, die Rente deckt etwa 67 Prozent der durchschnittlichen Lebenshaltungskosten ab. Auch in dieser Statistik schneiden die vier Länder Tschechien, Polen, Spanien und Rumänien gut ab. Die tschechische Rente deckt fast 120 Prozent des täglichen Bedarfs ab und zugleich ist die Armutsquote mit acht Prozent niedrig. In den anderen drei Ländern liegt die Armutsquote bei rund 16 Prozent und damit unter der deutschen. Zugleich decken die Renten dort allesamt mehr als 100 Prozent der Alltagskosten ab. Zu betonen ist, dass diese Daten keine verlässliche Auskunft über den tatsächlichen Wohlstand von Ruheständlern in Europa geben. Die staatliche Rente allein reicht in den meisten Ländern nicht aus – untersucht wurde hier auch nicht, wie viel zusätzliches Einkommen Rentner in den verschiedenen Ländern noch haben. Laut dem deutschen Armuts- und Reichtumsbericht gelten die älteren Jahrgänge als die im Schnitt wohlhabendsten im Land. Das hängt unter anderem mit dem Immobilienvermögen zusammen. Für jüngere Generationen gestaltet sich der Zugang zu Wohneigentum häufig schwierig und ist oft mit Unterstützung durch Erbe oder Schenkung von Familienmitgliedern verbunden.