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Stromnetz: Amprion-Chef fordert mehr Freiheiten zum Eigenschutz

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Hundertprozentigen Schutz der Stromnetze kann es nicht geben. Mehr Sicherheit ginge aber, wenn der Bund die Stromfirmen ließe, meint ein Topmanager der Branche.

Der Chef des Übertragungsnetzbetreibers Amprion, Christoph Müller, fordert nach den Attacken auf das deutsche Stromnetz von der Politik mehr Freiheiten, damit Unternehmen sich schützen können. „Die Wirtschaft muss viele Angaben zu Strom- und Gasnetzen öffentlich machen und ins Netz stellen. So machen wir es Attentätern unnötig leicht - egal, aus welcher Ecke sie kommen“, sagte Müller der „Rheinischen Post“. Er forderte: „Wir wünschen uns von der Bundesregierung, dass sie die Transparenzvorschriften entschärft.“

Weiter forderte der Firmenchef mehr Freiheiten beim Einsatz von Videoüberwachung und Drohnen. So sei es nicht erlaubt, dass Drohnen regelmäßig Leitungen abfliegen und überwachen, bemängelte Müller. Auch dürften die Unternehmen mit Kameras nur das eigene Gelände beobachten, nicht aber die Umgebung. „Wir appellieren an Bund und Länder, uns Videoüberwachung um unsere Anlagen herum zu erlauben“, sagte Müller. 

11.000 Kilometer Höchstspannungsleitungen im Westen und Südwesten 

In dieser Woche hatte eine Serie von Sabotageakten auf Umspannwerke die Debatte über Sicherheit der kritischen Infrastruktur neu entfacht. Müller schließt weitere Anschläge der jüngsten Art nicht aus: „Damit müssen wir rechnen. Aber wir sind auf alles vorbereitet.“ Zwar gebe es keinen hundertprozentigen Schutz. „Aber wir müssen in der Lage sein, mit den Bedrohungen umzugehen. Und das können wir: Unsere Mannschaften sind immer einsatzbereit.“

Amprion ist einer von vier großen Übertragungsnetzbetreibern in Deutschland und vor allem im Westen und Südwesten aktiv. Das Übertragungsnetz von Amprion erstreckt sich nach Firmenangaben über rund 11.000 Kilometer Höchstspannungsleitungen von der Nordsee bis zu den Alpen über sieben Bundesländer, darunter Nordrhein-Westfalen, wo es mehrere Angriffe auf Umspannwerke gab.