Vor der Landtagswahl: Von Angern: Linke wird nicht alle Abschiebungen verhindern
Die Linke könnte laut Umfragen in Sachsen-Anhalt drittstärkste Kraft werden. Die Debatte um Migration müsse sich ändern, macht Spitzenkandidatin Eva von Angern deutlich.
Sollte der Linken Regierungsverantwortung zukommen, würde es in Sachsen-Anhalt laut Spitzenkandidatin Eva von Angern weiter Abschiebungen geben. „Wo das Urteil steht, dass abgeschoben werden muss, das wird auch eine Linke nicht verhindern“, sagte sie im ZDF-„Morgenmagazin“. In Sachsen-Anhalt wird am Sonntag ein neuer Landtag gewählt.
In der Debatte um Migration und Abschiebung müsse allerdings mehr in den Vordergrund gerückt werden, welchen Wert Menschen mit Migrationshintergrund in Sachsen-Anhalt haben. Man müsse „einfach mal ganz ehrlich darüber reden, wie sehr wir diese Menschen brauchen“, sagte von Angern. „Die Kinder, die gerade hier Deutsch lernen, die jungen Menschen, die gerade in der Ausbildung sind, die hier studieren: Wir brauchen all diese Menschen und wir brauchen sogar noch mehr“, betonte sie. Gleichzeitig müssten Migrantinnen und Migranten mehr Raum im gesellschaftlichen Leben - etwa in Kunst und Kultur - bekommen.
Von Angern: Sachsen-Anhalter müssen selbst aktiv werden
Während Wahlkampfveranstaltungen erlebe sie derzeit, dass immer mehr Menschen im Land aktiv würden - „ganz viele Menschen, Künstlerinnen und Künstler, Lehrerinnen und Lehrer, die um ihre Schülerinnen kämpfen, um Kinder mit Behinderungen, die weiter auch in ihre Schulen gehen dürfen“, sagte von Angern. Laut Wahlprogramm plant die AfD etwa, die Schulpflicht aufzuweichen und Eltern zu ermöglichen, ihre Kinder zu Hause zu unterrichten. Kinder mit Behinderung sollen gesondert beschult werden.
Auf das Engagement der Menschen in Sachsen-Anhalt sei sie stolz, sagte von Angern. „Weil sie verstanden haben: Wenn wir Sachsen-Anhalt retten wollen, wenn wir unsere Vielfalt erhalten wollen, dann müssen wir das selbst machen.“
Eine absolute Mehrheit der AfD hält die Linken-Politikerin auch kurz vor der Landtagswahl für ausgeschlossen. Dazu werde es nicht kommen, sagte sie. Laut einer aktuellen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen liegt die AfD mit 41 Prozent deutlich vor den übrigen Parteien. Die CDU liegt unverändert mit 23 Prozent dahinter. Auf Platz drei steht der Umfrage zufolge von Angerns Partei mit 11,5 Prozent.
