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Stadtrat stimmt für FHECOR-Carolabrücke in Dresden – mit diesen Argumenten

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Der Dresdner Stadtrat hat über die Zukunft der Carolabrücke abgestimmt. Trotz Warnungen vor juristischen Risiken und steigenden Kosten fiel die Wahl auf den Bürgerfavoriten. Der Dresdner Stadtrat hat das Ingenieurbüro FHECOR und TSSB mit dem Wiederaufbau der Carolabrücke beauftragt. Ein Antrag von CDU, Team Zastrow und FDP/Freie Bürger erhielt 39 Stimmen bei 31 Gegenstimmen, ohne Enthaltung. Der Abstimmung war eine rund zweistündigen Debatte vorhergegangen. SPD, Linke, Grüne und BSW hatten sich hinter den LAP-Entwurf gestellt, der von Experten und Begleitgremium empfohlen wurde. Das zentrale Argument der Kritiker: Beim FHECOR-Entwurf drohe ein langwieriges Planfeststellungsverfahren, das den Bau um Jahre verzögern könnte. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) eröffnete den Tagesordnungspunkt als "vielleicht eine der wichtigsten Entscheidungen dieses Jahres im Stadtrat". Er gab bekannt, für den LAP-Entwurf zu stimmen. Schöne Brücke oder sichere Planung? Die FHECOR-Befürworter begründen ihre Entscheidung mit der Ästhetik und um den Bürgerwillen zu stärken. Bei der Bürgerbefragung carolaVOTE hatte der Entwurf die meisten Stimmen erhalten. Patrick Probst (FDP) nannte FHECOR "eine typische Dresdner Brücke". Bettina Kempe-Gebert (CDU) betonte, die Formsprache nehme die der bestehenden Bogenbrücken auf und schaffe "einen harmonischen Übergang im Stadtbild". Thomas Ladzinski (AfD) hob hervor, der FHECOR-Entwurf sei der schlankeste und biete die meisten Möglichkeiten für die städtebauliche Entwicklung. Holger Zastrow (Team Zastrow) sagte: "Wer in Dresden an dieser Stelle eine Brücke baut, muss eine schöne Brücke bauen." Die Debatte drehe sich längst weniger um die Brücke: "Der Kulturkampf gegen das Auto entbrennt – und das bis zur letzten Minute." Auf der Gegenseite warnen SPD, Linke und Grüne vor einem aufwendigen Planfeststellungsverfahren und steigenden Kosten. Denn die neue Brücke soll rund 2,50 Meter höher werden als der Vorgängerbau, zudem ist ein zusätzliches Pfeilerpaar in der Elbe geplant. André Schollbach (Linke) mahnte: "Wer diese Warnungen in den Wind schlägt, nimmt jahrelange Verzögerungen, juristische Auseinandersetzungen und explodierende Kosten in Kauf." Susanne Krause (Grüne) warnte, die Brücke steige deutlich steiler an als der Vorgängerbau – schlecht für Rollstuhlfahrer und Radfahrer. Und sie widersprach einem der häufigsten Argumente für die FHECOR-Brücke: "Die Dresdner Brückenfamilie, auf die hier verwiesen wird, ist das einfach nicht." Ralf Böhme (BSW) kündigte an, für LAP zu stimmen – weil der Entwurf das geringste Risiko berge und die schnellste Fertigstellung verspreche. Streit um die Spuren neu entflammt Schon zu Beginn der Debatte ordnete Reinhard Koettnitz, früherer Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes und Gastredner der Grünen, ein: Mit vier Autospuren komme die Brücke auf einen Querschnitt von mehr als 32 Metern – vergleichbar mit einer Autobahn. Stefan Engel (SPD) brachte einen Ersetzungsantrag für Grüne, SPD und Linke ein mit der Forderung zweispurig zu bauen – und so 30 Millionen Euro einzusparen: "Diese vier Spuren sind auf Schulden gebaut." FDP-Stadtrat Probst widersprach: "Bestenfalls an der Platte können wir sparen, das sind bestenfalls 7 bis 10 Millionen." Der Ersetzungsantrag wurde relativ schnell abgelehnt. Am Dienstag zeigten sich diese Gräben bereits in einer gemeinsamen Sondersitzung der Stadtbezirksbeiräte Altstadt und Neustadt. Die Altstädter Räte ließen alle vorliegenden Anträge durchfallen. Der grün-rot-rot-dominierte Neustädter Beirat sprach sich dagegen bei nur drei Gegenstimmen für eine zweispurige Brücke aus – die Verkehrsprognose rechtfertige keine vier Fahrstreifen. Noch weiter geht die PVP-Fraktion aus Piraten, Volt und Die Partei: Sie fordert eine Brücke ganz ohne Autos. Das Ingenieurbüro FHECOR und TSSB soll den Entwurf nun mit Anpassungen des Begleitgremiums finalisieren und Anfang 2027 einen genehmigungsfähigen Entwurf vorlegen. Die Ausschreibung der Bauleistungen plant die Stadt für Oktober 2027. Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) bezifferte die Kosten am Donnerstagabend auf 140 Millionen Euro.