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Norwegens König Harald V. ist tot – das passiert jetzt

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Norwegens Königsfamilie trauert um König Harald V. Sein Tod bringt zugleich strikt geplante Abläufe in Gang. Seine Regentschaft dauerte mehr als 35 Jahre: Am 17. Januar 1991 war der damalige Kronprinz Harald nach dem Tod seines Vaters Olav V. automatisch dessen Nachfolger geworden. Nun ist König Harald V. gestorben, und sein Sohn Haakon tritt in seine Fußstapfen. Es ist ein Abschied und zugleich ein Neubeginn mit zeremoniell und verfassungsrechtlich klar geregeltem Protokoll. "Operation London Bridge" lautete der Codename für die Pläne, die das Vorgehen nach dem Tod von Großbritanniens Königin Elizabeth II. regelten. Im norwegischen Königshaus ist kein vergleichbarer Begriff für den Ablaufplan bekannt. Laut der norwegischen Zeitung "Adressa" muss diesem zufolge zuerst das Königshaus nach dem medizinisch festgestellten Tod eines Königs informiert werden. Der neue König wiederum ist dann verpflichtet, die norwegische Regierung in Kenntnis zu setzen und eine außerordentliche Sitzung des Staatsrats einzuberufen. Anschließend wird die offizielle Todesmeldung verkündet. Am Freitagmorgen teilte das norwegische Königshaus auf seiner offiziellen Webseite mit: "König Harald verstarb am Freitag, dem 28. August, um 06:35 Uhr friedlich im Rikshospitalet." Die offizielle Todesmeldung setzt die staatlichen Trauerzeremonien in Gang. Die norwegischen Flaggen werden an offiziellen Gebäuden auf halbmast gehängt. Es werden militärische Ehren stattfinden, und es wird öffentlich getrauert. Die Planung der Beerdigung Zudem wird nun die Beisetzung organisiert, die ein nationales Ereignis sein wird. Als letzte Ruhestätte für das Königspaar ist das königliche Mausoleum auf der Festung Akershus in Oslo vorgesehen, etwa 25 Kilometer von Schloss Skaugum entfernt. Die Trauerfeier dürfte wie bei König Olav V. im Osloer Dom mit einem anschließenden Trauerzug zur Schlosskapelle der Festung Akershus geplant sein. Wann genau die Beerdigung stattfinden wird, ist noch unklar und wird voraussichtlich in Kürze über die offizielle Webseite des norwegischen Königshauses bekannt gegeben. Der konkrete Zeitplan soll nun nach Haralds Tod festgelegt werden. Doch nicht nur Haralds Hinterbliebene regeln seine Beerdigung, auch er selbst hat vor seinem Tod bereits bei der Planung mitgewirkt. Wie die schwedische Zeitung "Svensk Damtidning" unter Berufung auf den Staatshaushalt berichtete, standen Harald und seiner Frau Sonja für ihre Sarkophage 20 Millionen norwegische Kronen zur Verfügung, finanziert aus norwegischen Steuergeldern. Das entspricht etwa 1,8 Millionen Euro. 2024 hatte Harald selbst laut der Deutschen Presse-Agentur beim traditionellen Storting-Dinner zu Ehren des Parlaments darüber gescherzt: "Ich danke den Behörden für ihre Rücksichtnahme im Jenseits. [...] Ich hoffe, es wird gut gepolstert sein, damit unser Aufenthalt angenehm ist. Schließlich werden wir dort eine Weile bleiben." Harald V. soll seinen Sarg selbst designt haben. Wird der Sarg aufgebahrt? Einen vorzeitigen Blick darauf gewährte das Königshaus vor seinem Tod nicht. Palastsprecherin Guri Ofstad Varpe sagte auf Nachfrage der norwegischen Tageszeitung "Verdens Gang": "Details zum Design, zur künstlerischen Gestaltung und zur Materialwahl werden erst nach dem Tod von König Harald und Königin Sonja bekannt gegeben." Dem Vernehmen nach wird Haralds Leichnam in dem Sarg jedoch bis zu seiner Beerdigung in der Schlosskapelle im Königlichen Schloss in Oslo aufgebahrt. So wurde es auch im Todesfall seines Vaters König Olav V. gehandhabt. Die Bevölkerung und Trauernde hatten die Gelegenheit, am Sarg Abschied zu nehmen, bevor am 30. Januar 1991 sein Staatsbegräbnis in der Osloer Domkirche stattfand. Am Schlossplatz legten damals zudem zahlreiche Menschen Blumen nieder und zündeten Kerzen an. König ohne Krönung Mit Haralds Tod ist Haakon entsprechend der norwegischen Verfassung automatisch König. Es wird das Motto "Der König ist tot – es lebe der König!" eingehalten. Dazu ist keine Krönung nötig. Eine Übergangszeit oder gar eine Wahl gibt es nicht. Der neue Monarch dürfte nun den Namen König Haakon VIII. tragen. Bereits während sein Vater in den vergangenen Wochen wegen einer schweren Infektion im Osloer Rikshospitalet medizinisch versorgt werden musste, übernahm Haakon die Regentschaft als Vertretung. Jetzt ist er offizielles Staatsoberhaupt Norwegens. Da das Land eine moderne konstitutionelle Monarchie ist, hat er dadurch jedoch keine direkte politische Macht. Seine Aufgaben sind stattdessen repräsentativer Natur, wie die des deutschen Bundespräsidenten. Sein Vater Harald hatte seine erste Rede als König am 18. Januar 1991, einen Tag nach dem Tod seines Vaters, gehalten. Es gilt deshalb als wahrscheinlich, dass sich auch Haakon als neuer König am kommenden Tag mit einer Ansprache an die norwegische Bevölkerung wenden, seinen Vater ehren und das Volk um Unterstützung für die vor ihm liegende Aufgabe bitten wird. Als neuer König muss Haakon vor dem norwegischen Parlament den verfassungsmäßigen Eid ablegen. Zuvor wird der Stortingpräsident die Todesnachricht von König Harald V. verlesen. Letzterer leistete den Eid am 21. Januar 1991, vier Tage nach seiner Übernahme als Monarch. Er übernahm damals wie sein Vater und Großvater das Motto "Wir geben alles für Norwegen". Ähnlich dürfte es Haakon handhaben. Zudem ist wahrscheinlich, dass für Haakon und seine Ehefrau Mette-Marit eine feierliche Segnung im Nidarosdom in Trondheim stattfinden wird, wie es auch 1991 bei Harald und Sonja der Fall war. Deren Weihe fand damals zwei Tage nach dem Eid vor dem Parlament statt. Mit der Kronbesteigung von König Olav V. im Jahr 1958 war in Norwegen die Krönungszeremonie durch eine Weihzeremonie ersetzt worden. Die Titel von Haakons Angehörigen Im Regelfall ist Mette-Marit als Haakons Frau automatisch Königin von Norwegen. Inwiefern sich ihre angeschlagene Gesundheit sowie ihre Verwicklung in den Epstein-Skandal auf ihre neue Rolle im Königshaus auswirken werden, ist zum aktuellen Zeitpunkt unklar. Ihr und Haakons ältestes gemeinsames Kind, Prinzessin Ingrid, ist durch den Tod ihres Großvaters nun Kronprinzessin und rückt auf Platz 1 der Thronfolge. Ihr Bruder Sverre Magnus steht damit an Platz 2. Mette-Marits Sohn Marius Borg Høiby , den sie aus einer früheren Beziehung mit in ihre royale Ehe brachte, ist kein offizielles Mitglied der norwegischen Königsfamilie und aus der Thronfolge damit ausgeschlossen. Er wurde im Juni in einem Vergewaltigungsprozess zu vier Jahren Haft verurteilt. Er befindet sich in Untersuchungshaft, die er jedoch im Hausarrest mit einer elektronischen Fußfessel verbringt. Haralds Witwe Sonja behält auch nach dem Tod ihres Mannes ihren Titel, ist jetzt jedoch die verwitwete Königin. Sie kann weiterhin bei offiziellen Anlässen auftreten, hat aber keine amtierende Rolle mehr. Haakon und Mette-Marit auf Reisen? Wie geht es nach dem offiziellen Protokoll für Haakon und Mette-Marit weiter? In den 1990er-Jahren hatten König Harald V. und Königin Sonja nach dem Eidschwur und der Weihe eine zehntägige Reise durch Südnorwegen unternommen und durchquerten im darauffolgenden Jahr 22 Tage lang die vier nördlichsten Provinzen. Der offiziellen Webseite des norwegischen Königshauses zufolge handelt es sich bei solchen Krönungsreisen um eine Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Auch damals seien die Könige durch das Land gereist, um bei regionalen Versammlungen begrüßt zu werden. Ob auch Haakon und Mette-Marit daran festhalten werden oder die gesundheitlichen Probleme der neuen Königin Reisen vereiteln, bleibt abzuwarten.