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Frühstart-Rente beschlossen: So kommen über 3.000 Euro Extra-Rente zusammen

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Die Bundesregierung will die Bürger schon im Kindesalter für die Rente vorsorgen lassen. Was bringt die neue "Frühstart-Rente"? Die Bundesregierung ist einen nächsten Schritt in ihrem großen Reformbestreben für die Altersvorsorge gegangen. Am Mittwoch hat das Bundeskabinett die Frühstart-Rente beschlossen . Damit ist ein wichtiger Schritt bis zum Parlamentsbeschluss gegangen. Ziel der Frühstart-Rente ist es, dass die Menschen in Deutschland schon im Kindesalter anfangen, für ihre spätere Rente zu sparen . Ab Jahrgang 2020 sollen alle Kinder mit ihrem sechsten Geburtstag ein Depot erhalten können, in das der Staat monatlich zehn Euro investiert. Eltern oder Freunde und Verwandte dürfen darüber hinaus auch Geld hinzuzahlen. Wenn sich die Eltern nicht eigenständig mit dem Thema befassen, legt der Bund das Geld für das Kind in einer kollektiven Anlage an, verwaltet wird es von der Deutschen Bundesbank. Wird später doch noch ein Vertrag für das Kind abgeschlossen, kann das bisher angesparte Kapital von der Bundesbank in das neue Depot überführt werden. Die Kinder können das Geld aber nicht mit dem 18. Geburtstag abrufen – es bleibt bis zu ihrem 65. Geburtstag unzugänglich. Nach dem 18. Geburtstag gibt es aber keine staatliche Förderung mehr. Das Kapital kann dann in ein neues Altersvorsorgeprodukt, etwa das Altersvorsorgedepot , überführt werden. Dort kann es weiter bespart werden und Anleger können von der neuen staatlichen Förderung profitieren. 3000 Euro Extra-Rente: So klappt die Frühstart-Rente Doch wie viel bringt das wirklich? t-online hat für verschiedene Szenarien ausgerechnet, wie viel mehr Rente Sie mit der Frühstart-Rente bekommen könnten: Szenario 1: Der Staat verwaltet das Geld, es finden keine Zuzahlungen statt. Auch später wird kein Altersvorsorgedepot bespart. Dieses Szenario ist das ungünstigste von allen: Insgesamt zahlt der Staat bis zum 18. Lebensjahr des Kindes 1.440 Euro ein. Das Geld wird von der Bundesbank in einem breit gestreuten Aktienfonds angelegt, von dem für die Rechnung angenommen wird, dass er eine durchschnittliche jährliche Rendite von sechs Prozent erzielt. Aus den 1.440 Euro werden so bis zum 18. Lebensjahr des Kindes 2.145 Euro. Danach enden die Zahlungen, erst wenn der Frühstart-Rentner 65 Jahre alt wird, kann er das Geld bekommen. Das Geld sammelt aber, auch wenn nicht mehr aktiv eingezahlt wird, bis dahin weiter die Renditen des Fonds ein. Der Zinseszinseffekt kommt zum Tragen, sodass nach 47 Jahren bei gleichbleibender durchschnittlicher Rendite 35.734 Euro auf dem Konto liegen. Das ist kein Vermögen, aber immer noch so viel, dass man sich 20 Jahre lang monatlich 250 Euro als Zusatzrente auszahlen lassen könnte ( Entnahmeplan mit Kapitalverzehr ). Zu bedenken ist allerdings, dass diese 250 Euro bis zu diesem Zeitpunkt durch die Inflation deutlich weniger wert sein dürften als heute. Szenario 2: Eltern steuern zur Frühstart-Rente monatlich 40 Euro hinzu, insgesamt fließen also 50 Euro/Monat in das Depot. Im Erwachsenenalter wird dann ein Altersvorsorgedepot eröffnet und bis zur Rente mit 150 Euro im Monat bespart. In diesem Szenario hat das Kind bis zum 18. Lebensjahr neben den 1.440 Euro vom Staat auch noch 5.760 Euro von den Eltern bekommen. Bei einer jährlichen Rendite von sechs Prozent werden aus den 7.200 Euro, die insgesamt über die gesamte Laufzeit der Frühstart-Rente eingezahlt wurden, am Ende 10.729 Euro. Danach wird dieses Kapital in ein gefördertes Altersvorsorgedepot überführt und weiter mit monatlich 150 Euro bespart. Der Staat gibt auch hier Geld dazu – maximal sind hier 540 Euro pro Jahr möglich. Für Berufseinsteiger gibt es noch einen Bonus von 200 Euro. Eine zusätzliche Förderung ist für Eltern noch durch die Kinderzulage möglich – zur Vereinfachung ist diese in dieser Rechnung nicht berücksichtigt. Über einen Zeitraum von 49 Jahren (das Kapital im Altersvorsorgedepot kann, anders als bei der Frühstartrente, erst zum 67. Lebensjahr ausgezahlt werden), kommen dadurch über 600.000 Euro zusammen. Das ermöglicht eine monatliche Entnahme von 4.244 Euro als Extrarente über einen Zeitraum von 20 Jahren. Auch hier ist die Inflationsrate zu berücksichtigen. Szenario 3: Eltern steuern zur Frühstart-Rente monatlich 100 Euro bei, es fließen also 110 Euro jeden Monat in das Depot. Im Erwachsenenalter wird kein neues Altersvorsorgedepot eröffnet. In diesem Szenario ist das Startkapital zum 18. Lebensjahr durch die höhere Zuzahlung durch die Eltern viel größer: Eingezahlt werden insgesamt und inklusive staatlicher Förderung 15.840 Euro. Mit einer durchschnittlichen Jahresrendite von sechs Prozent sind am Ende der Laufzeit 23.604 Euro zusammengekommen. Dieses Geld bleibt, ähnlich wie in Szenario 1, bis zum 65. Lebensjahr im Depot liegen. Es wird nicht weiter bespart, sammelt aber über die Jahre die Renditen ein. Nach 47 Jahren sind dann aus den 23.604 Euro gut 390.000 Euro geworden. Das ermöglicht eine monatliche Zusatzrente von 2.758 Euro über 20 Jahre. Im letzten Szenario wird deutlich, wie wichtig der Eigenbetrag bei der Frühstart-Rente ist. Die zehn Euro vom Staat reichen nicht aus, um spürbare Veränderungen in der Rentenhöhe zu erwirken – das sollen sie auch nicht. Vielmehr sollen sie Kindern die Tür zum Kapitalmarkt eröffnen, damit sie gemeinsam mit ihren Eltern an das erfolgreiche Sparen herangeführt werden. Als Kind für die Rente sparen: Das kann viel verändern Die hier dargestellten Berechnungen sind nur Beispiele, die in der Realität ganz anders ausfallen dürften. So wird im zweiten Szenario eine konstante Sparrate von 150 Euro unterstellt. Viele Menschen können vor dem Berufseinstieg eine solche Rate allerdings nicht stemmen. Wahrscheinlicher ist, dass die Person erst kleiner anfängt und dann mit fortschreitendem Alter und besser werdendem Gehalt die Rate nach oben anpasst. Das hat natürlich Auswirkungen auf das am Ende erzielte Kapital. Denkbar ist auch, dass das Altersvorsorgedepot nicht direkt zum 18. Lebensjahr, sondern erst viel später abgeschlossen wird. Laut Gesetzesentwurf soll dies noch bis zum 25. Lebensjahr möglich sein (wird kein Vertrag abgeschlossen, dann bleibt das Geld bis zum 65. Lebensjahr im Depot). Auch das wirkt sich auf das Endkapital aus. Genauso kann auch die jährliche Rendite stark von den hier angenommenen sechs Prozent abweichen; mal könnten es elf Prozent, mal auch nur zwei Prozent sein. Durch den langjährigen Anlagehorizont lassen sich diese Schwankungen allerdings gut ausgleichen. Unberücksichtigt sind hier auch die Steuern, die bei der Auszahlung der Rente auf den Kursgewinn gezahlt werden müssen. Das erfolgt nach dem persönlichen Einkommensteuersatz, den man als Rentner hat . Bis zum 65. bzw. dem 67. Lebensjahr bleibt das Kapital aber steuerfrei. Trotzdem wird hier deutlich, dass die Frühstart-Rente für alle Kinder, die 2020 oder später geboren werden, eine Chance auf eine verbesserte Altersvorsorge sein kann.