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Brigitte Küchen: Möbelhersteller aus NRW erneut insolvent

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Dreimal in sechs Jahren: Brigitte Küchen aus Hiddenhausen steckt wieder in der Insolvenz. Rund 120 Jobs sind in Gefahr – der Investor will dennoch weitermachen. Der ostwestfälische Küchenhersteller Brigitte Küchen hat zum dritten Mal innerhalb von sechs Jahren Insolvenz beantragt. Am 27. Juli stellte die Frickemeier Möbelwerk GmbH, zu der der Küchenhersteller gehört, einen Antrag auf ein Verfahren in Eigenverwaltung. Rund 120 Beschäftigte sind betroffen. Als Hauptgrund nennt Investor und Firmenchef Steffen Liebich den Ausbruch des Iran-Kriegs. Anrainerstaaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Bahrain und Saudi-Arabien seien durch Raketeneinschläge und unterbrochene Handelsrouten in Mitleidenschaft gezogen worden. Tourismus , Wirtschaft und Baugewerbe in der Region seien zum Stillstand gekommen. Schöpfer der Striezelmarkt-Pyramide: Weltrekord-Handwerksbetrieb ist insolvent 400 Mitarbeiter betroffen : Fliesen-Zentrum Deutschland ist insolvent Sachwalter Frank Kebekus bestätigt der "Bild" das Ausmaß: "Das ist ein Riesenproblem, da es sehr wichtige Absatzmärkte für das Unternehmen sind. Wir haben dort unten allein vier Vertretungen, deren Geschäft aktuell komplett zum Erliegen gekommen ist." Hinzu kämen die schwache Baukonjunktur in Deutschland sowie die Zurückhaltung vieler Verbraucher bei größeren Anschaffungen. Dritte Insolvenz seit Übernahme Für Brigitte Küchen ist es das dritte Insolvenzverfahren unter Liebichs Führung seit der Übernahme im Jahr 2020. Damals folgte das erste Verfahren im Zuge der Corona-Pandemie, das zweite 2024, nachdem der pandemiebedingte Küchenboom nachgelassen hatte. Liebich betont, das Unternehmen habe keinerlei Bankverbindlichkeiten, und die Lieferanten würden die Zahlungsunfähigkeit "nicht spüren". Die Belegschaft erfuhr von dem Schritt ausgerechnet während der Betriebsferien. An dem Unternehmen will Liebich dennoch festhalten. Das Unternehmen besitze einen Kern, "der wirtschaftlich erfolgreich sein kann, daran glauben wir", sagte er dem Portal "Merkur". Die Produktion im Werk Hiddenhausen soll ab dem 12. August planmäßig weiterlaufen. Für die Herbstmessen im September ist die Teilnahme beider Marken des Unternehmens geplant: Brigitte Küchen sowie RWK Kuhlmann, die Liebich nach deren eigener Insolvenz 2025 übernommen hatte. Laut Kebekus stehen zudem Aufträge aus Großbritannien und Asien kurz vor dem Abschluss.