Trump-Vertrauter Joe Kent tritt zurück: "Das war eine Lüge"
Im Trump-Lager tun sich wegen des Iran-Krieges Risse auf. Ein hochrangiger Loyalist des Präsidenten tritt aus Protest zurück. Der hat dafür nur Spott übrig. Im Lager von US-Präsident Donald Trump tun sich wegen des Iran-Krieges Risse auf: Aus Protest gegen den US-Einsatz trat am Dienstag der Leiter des Nationalen Terrorabwehr-Zentrums (NCTC), Joe Kent, zurück. Der Iran sei "keine unmittelbare Bedrohung" für die USA gewesen, schrieb Trumps bisheriger Gefolgsmann in seinem Rücktrittbrief. Er könne den Krieg deshalb nicht mit seinem Gewissen vereinbaren. Kent ist der erste ranghohe Mitarbeiter der Trump-Regierung, der wegen der Militäroperation gegen den Iran sein Amt niederlegt. "Es ist klar, dass wir diesen Krieg wegen Drucks aus Israel und seiner mächtigen amerikanischen Lobby begonnen haben", schrieb Kent in seinem auf X veröffentlichten Brief an den Präsidenten. Darin argumentiert der 45-Jährige, "hochrangige israelische Verantwortliche und einflussreiche Vertreter amerikanischer Medien" hätten Trump mithilfe einer "Falschinformations-Kampagne" überzeugt, den Iran anzugreifen. Sie hätten ihm zudem suggeriert, dass es einen "klaren Weg zu einem schnellen Sieg" gebe. "Das war eine Lüge", schrieb Kent über den Einsatz, der die dritte Woche in Folge andauert. Kent rief Trump auf, einen Kurswechsel einzuleiten. Ansonsten würden die USA "weiter Richtung Niedergang und Chaos abrutschen". Trump: "Gut, dass er weg ist" Kent sagte, Trump habe in seiner ersten Amtszeit noch "besser als jeder andere moderne Präsident" verstanden, wie man das Militär einsetze, ohne in endlose Kriege verwickelt zu werden. Er warf Israel vor, dieselbe Taktik wie im Irak-Krieg angewandt zu haben, um die USA in einen verheerenden Krieg samt Tausenden Opfern zu ziehen – obwohl es keine Belege dafür gibt. "Diesen Fehler dürfen wir nicht wiederholen", schrieb Kent weiter. Er appellierte an Trump, "darüber nachzudenken, was wir im Iran tun und für wen wir es tun." Trump reagierte kühl auf die unverblümte Kritik: Kents Rücktritt sei "eine gute Sache", sagte der US-Präsident vor Journalisten im Weißen Haus. "Ich fand immer, dass er in Sicherheitsfragen schwach war, sehr schwach." Als er Kents Rücktrittserklärung gesehen habe, "wurde mir klar, dass es gut ist, dass er weg ist". Kent ist nach Angaben des National Counterterrorism Centers Kriegsveteran. Seine Frau Shannon wurde 2019 bei einem Selbstmordattentat in Syrien getötet. Kent selbst schrieb, dass er es nicht unterstützen könne, die nächste Generation in einen Krieg zu schicken, der dem amerikanischen Volk keinen Nutzen bringt. Das National Counterterrorism Center untersteht der US-Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard.
