Pete Hegseth: Trumps Minister soll mit Fotos von sich unzufrieden sein
Pete Hegseth ist wohl unzufrieden. Aber nicht mit dem Krieg im Iran, der läuft nach seinen Angaben prächtig. Sondern mit Fotos von sich aus einer Pressekonferenz. Das amerikanische Verteidigungsministerium hat neue Regeln für die Zulassung von Pressefotografen erlassen. Demnach werden bis auf Weiteres alle Fotografen, die nicht über eine spezielle Akkreditierung des Pentagon verfügen, von den Pressekonferenzen mit US-Verteidigungsminister Pete Hegseth ausgeschlossen. Dies erklärte die Behörde in einem Statement, über das die "Washington Post" berichtet. Zur Begründung gibt das Ministerium Platzmangel im Presseraum an. Demnach wird pro Nachrichtenagentur zukünftig nur noch ein Fotograf zugelassen, sofern er eine entsprechende Akkreditierung hat. Wer nicht über eine solche verfüge, erhalte keinen Einlass mehr, teilte eine Sprecherin der Behörde mit. Erst im Oktober hatte das Verteidigungsministerium die Zulassungsbedingungen für Akkreditierungen verschärft. Seitdem müssen sich Journalisten, so sie direkt aus dem Pentagon berichten wollen, restriktiven Regeln beugen. Daraufhin hatten zahlreiche Pressevertreter ihre Akkreditierungen abgegeben, weil sie dies als Eingriff in die Pressefreiheit betrachteten. Das Ministerium stattete in der Folge vor allem Journalisten von Medien, die dem rechtspopulistischen Lager zuzurechnen sind, mit Presseausweisen aus. Hegseth soll mit Bildern unzufrieden gewesen sein Der jüngste Schritt soll laut Insidern allerdings mitnichten mit einem Platzmangel zu tun haben. Immerhin ist das Pentagon mit mehr als 600.000 Quadratmeter Fläche das zweitgrößte Bürogebäude der Welt. Sondern vielmehr mit der Eitelkeit des Chefs. Wie die "Washington Post" berichtet, haben Hegseth offenbar die Bilder, die Fotografen von einer Pressekonferenz am 2. März von ihm machten, gar nicht gefallen. Der Minister befand, die Aufnahmen seien äußerst "unschmeichelhaft", wie zwei Quellen aus dem Ministerium der Zeitung verrieten. Bei dem Meeting am 2. März war Hegseth gemeinsam mit dem obersten Militärberater des Präsidenten, General Dan Caine, vor die Presse getreten. Bei dem Briefing informierten die beiden über die Angriffe auf den Iran vom 28. Februar. Dabei waren ranghohe Vertreter des Mullah-Regimes getötet worden, unter anderem auch der geistliche Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei. Was genau Hegseth an den Bildern nicht gefallen hat, darüber erhielt die "Washington Post" keine Informationen. Das Ministerium reagierte auf eine entsprechende Anfrage nicht. Offensichtliche Auffälligkeiten oder Veränderungen am Minister sind auf den Fotos nicht zu erkennen. Hegseths Unmut, so er denn stimmt, mag umso mehr erstaunen, als der 45-Jährige in der Vergangenheit bereits mit allerlei ungewöhnlichen Auftritten in der Öffentlichkeit für Furore gesorgt hat. Hegseth wirft Axt – und trifft einen Trommler Da waren etwa die Bilder von Hegseth bei einer Silvesterparty zum Jahreswechsel 2023/24. Darauf ist Hegseth zu sehen, wie er bei einem Vergnügungsspiel in eine riesige Badewanne mit Alkohol stürzt – und mit einer Flasche Champagner in der Hand wieder auftaucht. Unter dem Gejohle der Anwesenden gönnt sich der damalige Moderator in Diensten des Trump-nahen TV-Senders Fox News einen zünftigen Schluck aus der Pulle. Die Aufnahmen sorgten vor seiner Ernennung zum Verteidigungsminister für Wirbel, da zu diesem Zeitpunkt bereits Gerüchte über Hegseths angeblich ungezügelten Alkoholkonsum kursierten. Ein weiteres, eher unvorteilhaftes Bild gab Hegseth bei einem Axtwurf-Wettbewerb vor etwa zehn Jahren ab. Da verfehlte der Moderator die Zielscheibe deutlich, die Axt flog in hohem Bogen hinter eine Absperrung und traf den Trommler einer Militärkapelle, die für die musikalische Untermalung der Veranstaltung gesorgt hatte. Die Nachrichtenagentur AP berichtete später, der Musiker, ein Sergeant in der US-Armee , habe Hegseth daraufhin wegen einer Verletzung am Arm verklagt. Auch bemerkenswert fanden viele Zuschauer Hegseths Tirade bei der Osterparty des Weißen Hauses im vergangenen Jahr. Da schimpfte sich der Verteidigungsminister vor laufender Kamera den Frust über die seiner Meinung nach "woken" US-Medien von der Seele. Ungefiltert wetterte er gegen sogenannte "Fake News-Organisationen" und "Betrüger" unter den Journalisten. Seine beiden Söhne standen daneben und verzogen das Gesicht. Es schien fast so, als sei ihnen der Auftritt ihres Vaters etwas unangenehm.
