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ARD-Krimi "Polizeiruf 110": Fall zum Thema Abtreibung polarisiert

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Zum Weltfrauentag lief der "Polizeiruf 110: Your Body My Choice". Mit dem Fall wagte die ARD sich an ein sensibles Thema – und triumphiert. In der ARD lief am Sonntagabend ein neuer "Polizeiruf". In "Your Body My Choice" ermittelt Doreen Brasch, gespielt von Claudia Michelsen, nach einem gezielten Anschlag: Die Bremskabel eines Fahrrads wurden durchgeschnitten – mit tödlichen Folgen. Die Tote arbeitete in einer Frauenarztpraxis, die Abtreibungen vornimmt. Dafür wurde sie bereits in der Vergangenheit wiederholt angefeindet. Brasch ermittelt zwischen verhärteten Fronten und erhitzten Gemütern. Sie wird konfrontiert mit persönlichen Konflikten, Hass, Aktivismus und Aufklärung. Der Krimi widmet sich damit der Selbstbestimmung der Frau und einem öffentlich diskutierten Thema. Die Reaktionen der t-online-Leser fallen weitestgehend positiv aus. "Polizeiruf 110" polarisiert: Warum nur heute? Kristina Hänel: "Sie wollen Schwangeren Angst machen" Wolfgang Stuhr etwa schreibt: "Der Fall ist spannend konstruiert, aber nie sensationsheischend. Die Folge greift ein Thema auf, das in der öffentlichen Debatte eine große Rolle spielt: körperliche Selbstbestimmung. Ich lobe sehr, dass die Serie sich traut, ein solches Thema nicht nur anzuschneiden, sondern vielschichtig und respektvoll zu behandeln." Michael Poeck ist ebenfalls voll des Lobes und schreibt: "Zum Frauentag ein 'Polizeiruf 110' über selbstbestimmte Frauen. Der Fall nimmt sofort Fahrt auf, ohne überflüssige Nebenhandlungen. Die Kommissarin wirkt besonders glaubwürdig – ähnliche Erfahrungen lassen ihre Ermittlungen persönlich und entschlossen erscheinen. Magdeburg hält das Tempo bis zum starken Finale." "Trifft genau ins Schwarze und ins Herz jeder modernen Frau" Für Regina T. ist die Botschaft des Krimis besonders wichtig. "Trifft genau ins Schwarze und ins Herz jeder modernen Frau! Bitte mehr davon, damit die Rechte von uns Frauen nicht noch mehr schwinden", betont sie. Renate Schäfer fand die "Polizeiruf"-Ausgabe ebenfalls "mega". Kritischer sieht das Martin Gründel . Er mailt: "Der 'Polizeiruf' sowie der 'Tatort' sollten eigentlich spannende Kriminalfilme sein. Was wir leider erleben, ist, wie politische Ansichten vermittelt werden, um Sympathien oder Anti-Sympathien zu erzeugen. Das Beispiel mit dem 'Politiker' mit seinen rechten Schlägern erinnert doch sehr an den Saalschutz der SA." Gemeint ist damit die "Sturmabteilung", also die paramilitärische Kampforganisation der NSDAP. Weiter kritisiert er die Sender: "Traurig, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk sich so vor den Karren spannen lässt. Ich kann die Diskussion um die Abschaffung des Rundfunkbeitrags immer mehr verstehen. Ich denke, ich werde in Zukunft auch sonntags um 20:15 Uhr nicht mehr die ARD einschalten, sondern alternativ einen Bezahlsender wählen. Also wozu soll ich noch GEZ-Gebühren zahlen?" Für die ARD war der "Polizeiruf 110: Your Body My Choice" auch hinsichtlich der Zahlen ein Erfolg. Laut "agf.de" verfolgten 7,198 Millionen Zuschauer den Fall. Damit konnte sich der Sender eine starke Quote von 27,4 Prozent sichern und holte sich den Primetime-Sieg. Beim jüngeren Publikum sahen 0,730 Millionen Menschen zu, was eine Quote von 14,5 Prozent bedeutet.