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Krieg und Ölpreis: Citigroup-Experten rechnen mit baldigem Regime-Change in Iran

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Der israelisch-US-amerikanische Krieg gegen Iran hat sich rasch auf den Ölpreis ausgewirkt. Laut einem Bericht auf dem Fachportal Finanzmarktwelt vom Montag stieg der Ölpreis seit dem vergangenen Wochenende um bis zu 13 Prozent. Dazu trage insbesondere die Sperrung der Meerenge von Hormus bei. Über die Straße von Hormus wird rund 20 Prozent des weltweiten Ölangebots transportiert – von dort gelangt das Öl aus dem persischen Golf auf den Weltmarkt.

Der Ölpreis sei bereits von Freitagabend auf Samstag gestiegen: WTI-Öl von 67,28 auf 71,99 Dollar pro Barrel und Brent-Öl von 73,20 auf 78,52 Dollar pro Barrel.

Wie sich die Lage auf den Ölmarkt weiter entwickeln könnte, beschreibt Finanzmarktwelt für die Anleger in potenziellen Szenarien: Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte hätten gezeigt, dass "alle geopolitischen Ereignisse im Nahen Osten zwar Auslöser für Volatilität in verschiedenen Assetklassen" gewesen seien. Die Aufregung habe sich jedoch jeweils wieder recht schnell gelegt. Insofern sehe man in der aktuellen Entwicklung auch Chancen für Öl-Trader, jetzt "short zu gehen". Es wäre zwar eine riskante Wette, darauf zu spekulieren, dass der Ölpreis schon in ein paar Tagen wieder fallen werde, aber dies sei eines der möglichen Szenarien.

Sollte sich der Krieg im Nahen Osten ausweiten und die Straße von Hormus länger gesperrt bleiben, dann werde es beim Rohöl zu einer realen Versorgungskrise kommen. Das würde den Ölpreis weiter in die Höhe treiben. Bereits am Wochenende habe die erweiterte OPEC-Gruppe auf den Krieg in Iran reagiert und die Fördermenge im April um 206.000 Barrel Öl erhöht.

Der Finanzexperte Ole Hansen von der Saxo Bank hat sich am Montagmorgen zur Ölpreisentwicklung geäußert. Nach Kriegsbeginn habe es Spitzenwerte beim Ölpreis gegeben. Aber mittlerweile würden die Händler eine "abwartende Haltung" einnehmen. Die Lage sei schwer einzuschätzen, weil man als Händler jederzeit auch mit einer Kehrtwende des Weißen Hauses rechnen müsse.

Ähnlich bewertete Haris Khurshid, Chief Investment Officer bei Karobaar Capital in Chicago, die Lage für Bloomberg. Wenn der Tankerverkehr "rasch wieder aufgenommen wird oder es eine glaubwürdige Deeskalation oder diplomatische Gespräche hinter verschlossenen Türen gibt, dann werden Sie ein Nachlassen sehen". Sollte die Meerenge länger geschlossen bleiben, werde sich der Ölpreis wahrscheinlich auf einem höheren Niveau einpendeln.

Die Citigroup rechnet genau damit und erwartet ein anhaltend hohes Niveau des Ölpreises. Ihrer Einschätzung zufolge wird Brent-Öl zumindest in der kommenden Woche in einer Spanne von 80 Dollar bis 90 Dollar je Barrel gehandelt.

Diese Bewertung stützt die Citygroup auf die Annahme eines Regime-Changes in Iran:

"Unsere Grundannahme ist, dass sich die iranische Führung verändert oder sich das Regime so weit verändert, dass der Krieg innerhalb von ein bis zwei Wochen beendet wird, oder die USA sich zur Deeskalation entschließen, nachdem sie einen Führungswechsel gesehen und Irans Raketen- und Atomprogramm im gleichen Zeitraum zurückgeworfen haben."

Laut dem globalen Unternehmensberater Wood Mackenzie könnte der Ölpreis schnell auf über 100 Dollar pro Barrel steigen, wenn der Tankerverkehr in der Straße von Hormus nicht schnell wieder aufgenommen werde. Denn selbst bei einer erhöhten OPEC-Ölförderung im April stünden die zusätzlichen Mengen bei gesperrter Wasserstraße erstmal nicht zur Verfügung.

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