Iran nach US-israelischem Angriff: Im Nahen Osten droht der Flächenbrand
Der Angriff auf den Iran weitet sich zum Flächenbrand im Nahen Osten aus. Teheran nimmt nach der US-israelischen Attacke Ziele in mehreren Staaten ins Visier – ein Überblick. Israel und die USA haben am frühen Samstagmorgen koordinierte Luft- und Raketenangriffe gegen Ziele im Iran gestartet. In Reaktion darauf griff das Regime in Teheran mehrere Staaten in der Golfregion an. Welche Ziele attackiert der Iran ? Wie reagieren die Länder, in denen iranische Raketen einschlugen? t-online gibt einen Überblick über die Lage im Nahen Osten. Krieg im Nahen Osten: Die Dauer des Einsatzes lässt Trump offen Nach Angriff auf den Iran: Nun droht der totale Kontrollverlust Vereinigte Arabische Emirate: Explosionen in Abu Dhabi Aus den Vereinigten Arabischen Emiraten kommen Berichte über mehrere Explosionen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, habe es laut Augenzeugen mehrere starke Detonationen in der Nähe des Zayed International Airport gegeben. Der Flughafen liegt nur wenige Kilometer vom emiratischen Luftwaffenstützpunkt Al-Dhafra entfernt, wo auch US-amerikanische und französische Einheiten stationiert sind. Auch in der Innenstadt von Abu Dhabi sollen Raketen eingeschlagen sein. Videos zeigen Menschen, die vor einer Explosion davonlaufen. Eine Person sei in den Emiraten nach einem Raketenangriff von Trümmerteilen getötet worden, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Wam. Auch das Luxus-Hotel "Burj al Arab" in Dubai steht in Flammen: Ein Regierungsvertreter sagte am Sonntagvormittag in Richtung Teheran, der Krieg des Iran ist "keiner mit euren Nachbarn. Besinnen Sie sich und begegnen Sie ihren Nachbarstaaten mit Verstand und Verantwortungsbewusstsein." Bahrain: US-Versorgungszentrum angegriffen Die staatliche Nachrichtenagentur in Bahrain berichtete, ein Versorgungszentrum der US-Marine sei mit Raketen angegriffen worden. Ein Video soll zeigen, wie eine ballistische Rakete auf dem Gelände der Juffair-Marinebasis einschlägt, die die Fünfte Flotte der US-Marine beherbergt. Newsblog: Alle Entwicklungen zum Krieg in Nahost Auch auf einem Hafengelände in Bahrain soll eine Rakete eingeschlagen sein. Videos zeigen dichte Rauchwolken, die vor Hochhäusern ziehen. Das US-Militär und das Innenministerium von Bahrain bestätigten einen Angriff. "Bewohner sind aufgefordert, ruhig zu bleiben und den nächsten sicheren Ort aufzusuchen", schrieb das bahrainische Innenministerium auf der Plattform X. Am Sonntag erklärte die Regierung, man habe weitere iranische Luftangriffe abwehren können. In einigen Teilen des Landes seien daraufhin Trümmerteile eingeschlagen. Katar: Verletzte nach iranischen Angriffen Der Iran beschießt auch den Halbinselstaat Katar. Nahe der Hauptstadt Doha liegt der US-Luftwaffenstützpunkt Al-Udeid. Das katarische Innenministerium sprach am Samstag von mehreren Angriffswellen. Insgesamt seien mindestens 66 Raketen abgewehrt worden. Es habe mehr als 100 Meldungen über teilweise in Bevölkerungszentren herabstürzende, gefährliche Trümmerteile gegeben. Die Attacken auf Katar gingen am Sonntag weiter. Mindestens 16 Menschen sind nach Regierungsangaben seit Beginn der Angriffe am Samstag verletzt worden, einer davon lebensbedrohlich. Das Innenministerium fordert Menschen in Katar auf, in ihren Häusern und vor allem in möglichst großer Distanz zu militärischer Infrastruktur zu bleiben. Der Flughafen in Doha ist bis mindestens Montag geschlossen. Irak: Angriff auf US-Konsulat in Kurdistan Auch in der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak griff der Iran Ziele an. Der in der Stadt Erbil lebende Journalist Wladimir van Wilgenburg berichtet auf X von Einschlägen in der Nähe des Internationalen Flughafens, wo US-Einheiten als Teil der Anti-IS-Koalition stationiert sind. Die Nachrichtenagentur "Kurdistan24" veröffentlichte ein Video, auf dem zu sehen ist, wie eine Luftabwehrrakete eine mutmaßlich iranische Drohne über Erbil eliminiert. Ein Anwohner sagte der Nachrichtenagentur AFP, in der Gegend um das US-Konsulat in Erbil habe es mindestens drei große Explosionen gegeben. Kuwait: Explosionen und Luftalarm In Kuwait, nur wenige Kilometer von der iranischen Grenze entfernt, soll es ebenfalls zu Explosionen gekommen sein. Ein Augenzeugenvideo, das vom Staatssender Kuwait TV veröffentlicht wurde, zeigt eine Rauchsäule, die über einer mehrspurigen Straße aufsteigt. Welche Ziele in Kuwait getroffen wurden, ist nicht bekannt. In mehreren Berichten, unter anderem des Experten-Netzwerks "Faytuks" auf X, heißt es zudem, dass US-amerikanische Patriot-Luftabwehrsysteme in der Nähe der Ali-Al-Salem-Luftwaffenbasis mehrere iranische Raketen abgefangen hätten. Auch am Sonntag gab es Meldungen über abgewehrte iranische Luftschläge. Über Todesopfer oder Verletzte gibt es keine Angaben. Jordanien: Einschlag nahe Luftwaffenbasis Einen weiteren Raketeneinschlag hat es außerdem in der jordanischen Kleinstadt Al-Asrak gegeben. In einem Video von Augenzeugen, das von den Experten von "Faytuks Network" per Geolokation verifiziert wurde, ist eine Explosion zu hören und anschließend eine Rauchwolke zu sehen. Auch am Sonntag meldete Jordanien "feindliche Flugobjekte" im eigenen Luftraum. Weitere Informationen gab es zunächst nicht. In Al-Asrak befindet sich die Muwaffaq Salti Air Base, wo bis zum 31. Januar noch Soldaten der Bundeswehr stationiert waren. Ob der geplante Abzug mittlerweile vollzogen ist, ist nicht bekannt. Saudi-Arabien: Berichte über Explosionen in Riad Die Nachrichtenagentur AFP berichtet von mehreren lauten Explosionen in Riad, der Hauptstadt Saudi-Arabiens. Videos oder sonstiges Material davon gibt es bislang nicht, weshalb der Bericht nicht unabhängig zu verifizieren ist. Allerdings berichtet auch der saudische Fernsehsender al-Hadath-TV über mehrere Explosionen in der Millionenstadt. Zypern: Mittelmeerinsel im Visier? Der Iran hat scheinbar auch die Mittelmeerinsel Zypern ins Visier genommen. Der britische Verteidigungsminister John Healey erklärte am Sonntag, man habe Informationen über Raketen, die in Richtung Zypern unterwegs gewesen sein sollen, wo die Briten mehrere Militärbasen unterhalten. "Wir glauben nicht, dass sie gezielt auf Zypern gerichtet waren", sagte Healey dem Sender Sky News. Es sei aber ein Beispiel dafür, dass es eine "sehr reale (...) Bedrohung durch ein Regime" gebe, das in der gesamten Region weit um sich schlage. Er warnte, dass durch die iranischen Gegenschläge auch britische Soldaten in Gefahr geraten wären. Bei einem Angriff in Katar seien einige von ihnen nur wenige hundert Meter von den Einschlägen entfernt gewesen.
