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Demnächst bei SAT.1 in "Ein Hof zum Verlieben": "Gott sei Dank bin ich älter geworden": Diana Staehly im Interview

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Warum Wohlfühlserien gerade einen Nerv treffen: Diana Staehly spricht über ihre Hauptrolle in "Ein Hof zum Verlieben", ihre Leidenschaft für TV-Serien und wie sich Älterwerden vor der Kamera anfühlt.

Kriege, Katastrophen und KI: In einer Zeit, in der Krisen die Schlagzeilen bestimmen und es immer schwieriger wird, zwischen Wahrheit und Fake-News zu unterscheiden, sehnen sich die Menschen nach Verlässlichkeit und Ruhe, nach einer Auszeit für Geist und Seele. Die finden sie in der Natur, im Hier und Jetzt, im direkten Austausch mit Herzensmenschen. Und – glaubt man den Verantwortlichen bei SAT.1 – ab Montag, 2. März, auch im Vorabendprogramm des Senders. "Ein Hof zum Verlieben" heißt die neue Feel-Good-Serie, in der es eine Hamburger Anwältin auf einen Apfelhof am Bodensee verschlägt. Dort sollen nicht nur die Hauptfigur "Laura", sondern auch die Zuschauer Zuflucht finden. Hauptzielgruppe: Fans der bereits etablierten Seeidyllen-Soap "Die Landarztpraxis", die im Anschluss läuft. Publikumsliebling Diana Staehly (bekannt aus "Die Rosenheim Cops", "Rote Rosen" oder "Stromberg") übernimmt die Hauptrolle in "Ein Hof zum Verlieben" und ist sich sicher: "Die Seele des Menschen braucht das definitiv!" Im Interview verrät die 48-Jährige, wie sie selbst für Ausgleich in ihrem Leben sorgt, warum sie so gerne in Serien spielt, und wie sich Älterwerden vor der Kamera anfühlt.

"Natürlich werden wir dem Namen der Serie gerecht"

teleschau: "Ein Hof zum Verlieben" wird um 18 Uhr, direkt vor "Die Landarztpraxis" gesendet. Brauchen wir Feel-Good-Serien mehr denn je, um die Krisen dieser Welt für ein paar Stunden zu vergessen?

Diana Staehly: Die Seele des Menschen braucht das definitiv! Es ist sehr wichtig, Unterhaltung zu machen, die den Zuschauern eine gewisse Leichtigkeit und etwas Träumerisches bietet.

teleschau: Bei so vielen Krisen und Kriegen weltweit muss es nicht unbedingt ein Krimi vor dem Einschlafen sein ...

Staehly: Vielseitigkeit im Fernsehen ist wunderbar. Dass es die von den Deutschen abgöttisch geliebten Krimis gibt, ebenso. Es braucht aber auch einen Gegenpol zu Mord und Totschlag. Vor allem bei der Flut an Nachrichten, der wir dank Smartphones rund um die Uhr ausgesetzt sind. Früher schaute man ein Mal am Tag die Nachrichten. Heute hagelt es nonstop krasse Bilder und Informationen. Das zu verarbeiten, wird immer schwieriger. Umso wichtiger ist ein Ausgleich mit schönen Bildern und Landschaften wie die an unserem Serienschauplatz Bodensee.

teleschau: Und Liebesglück! Ist der Titel "Ein Hof zum Verlieben" Programm?

Staehly: Ich darf noch nicht zu viel verraten. Aber natürlich werden wir dem Namen der Serie gerecht (lächelt).

"Man muss sich diese kleinen Oasen aktiv kreieren"

teleschau: Was tun Sie selbst, um abzuschalten?

Staehly: Ab in die Natur! Das beste Mittel zum Herunterkommen. Bis vor einiger Zeit war ich überzeugt, dass Joggen mich am besten entspannt.

teleschau: Dem ist nicht mehr so?

Staehly: Ich bin seit Jahrzehnten immer draußen gejoggt – ohne Musik oder Handy. Als Rückenprobleme dann das Rennen verhinderten, entschied ich mich für schnelles Spazierengehen. Dabei stellte ich fest, dass es denselben wohltuenden Effekt hat. Es geht also nicht um die körperliche Anstrengung, sondern um die kleine Auszeit in der Natur. Alleine mit sich und der Natur verbunden zu sein, ohne irgendeine Ablenkung.

teleschau: Ruhe für das Nervensystem?

Staehly: Genau. Man muss sich diese kleinen Oasen aktiv kreieren. Ich blicke dann zum Beispiel auf den See hier bei mir in der Nähe von Potsdam und merke: Glück lässt sich in einem solchen Moment leicht finden. Wenn wir aufmerksam sind und solche Glücksmomente wertschätzen und sammeln, geht es unserer Seele sehr viel besser, als unter ständiger Dauerbeschallung.

teleschau: Zu Beginn der Serie sitzt Ihre Figur ebenfalls am See – allerdings ziemlich niedergeschlagen. Doch dann greift sofort die Dorfgemeinschaft: Jemand kommt und kümmert sich um sie. In einer Großstadt würde man da wohl lange warten, oder?

Staehly: Leider ja. Das zeigen wir auch in der Serie: die Hamburger Anwältin, die es nicht erwartet hätte, auf so offene Menschen zu treffen. Aber die kann man überall finden. Ich komme ja ursprünglich aus Köln. Und als "kölsches Mädchen" bin ich inmitten von sehr freundlichen und offenen Rheinländern aufgewachsen. Mittlerweile wohne ich seit 20 Jahren in Potsdam, aber mir ist das immer wichtig: offen und hilfsbereit zu sein, und sein Gegenüber wirklich wahrzunehmen.

"Gucke lieber Serien als Filme"

teleschau: Sie waren bereits Teil von vielen erfolgreichen Serien wie "Stromberg" oder "Die Rosenheim Cops". Wie wichtig ist Ihnen Planungssicherheit bei einer potenziellen Rolle?

Staehly: Meine Antwort auf diese Frage besteht aus zwei Teilen. Erstens: Selbstverständlich ist Sicherheit ein wichtiges Kriterium bei der Wahl einer Rolle. Die Schauspielerei ist mein Traumberuf, aber bleibt trotzdem ein Beruf, mit dem man Geld verdienen muss. Deshalb denke ich natürlich darüber nach, ob ich unbezahlte studentische Abschlussfilme oder eine langfristige TV-Serie drehe. Als ich mit Anfang 20 nach meinem "Unter Uns"-Engagement nach New York ging, war mir das noch relativ egal. Aber seitdem ich Mutter und Teil einer Familie bin, denke ich etwas anders darüber.

teleschau: Und Teil zwei Ihrer Antwort?

Staehly: Ich mache seit über 25 Jahren Serien, weil ich Serien einfach toll finde. Auch als Zuschauerin gucke ich lieber Serien als Filme. So kann sich der Charakter der Figur entwickeln. Und auch als Schauspielerin ist es toll, Teil eines Teams zu sein über eine längere Zeit. Bei Büchern denke ich genauso: je dicker, desto besser. Es ist immer traurig, wenn eine Geschichte zu Ende erzählt ist.

teleschau: "Ein Hof zum Verlieben" steht noch ganz am Anfang. 120 Folgen wurden bereits abgedreht. Schleicht sich da nicht auch mal die Sorge ein: "Was, wenn es floppt?"

Staehly: Natürlich macht man sich darüber Gedanken. Es gab ja auch schon Beispiele dafür in SAT.1. Die Serie "Für alle Fälle Familie" wurde zum Beispiel nach kürzester Zeit eingestellt.

teleschau: Man muss das Risiko eingehen?

Staehly: Ja, es geht nicht anders. Die Serie wird werktäglich in Doppelfolgen ausgestrahlt. Und zwei Wochen muss man den Menschen mindestens geben, damit sie ein Gefühl für die Serie und die Figuren bekommen. Das sind also 20 Folgen, die man mindestens braucht. Wenn die Zuschauer dann Gefallen an der Serie haben, möchten sie ja direkt wissen, wie es weitergeht und nicht monatelang warten müssen. Deshalb sind 120 Folgen gar nicht so hoch gegriffen. Es braucht schließlich Zeit, die Charaktere zu etablieren. Aber es bleibt ein Risiko.

teleschau: Ein halbes Jahr Vollgas?

Staehly: Absolut! Bei Daily Soaps steht man täglich vor der Kamera, und es bleibt kaum Raum für anderes – noch nicht mal fürs Privatleben.

teleschau: Gut, dass Ihr Mann, der Schauspieler René Wolter, ebenfalls TV-Serien dreht. Hilft das, Verständnis füreinander zu haben?

Staehly: Definitiv! Dass mein Mann als Regisseur in derselben Branche arbeitet, hilft mir zwar nicht beim Ergattern von Schauspieljobs (lacht). Aber es sorgt für ein viel besseres gegenseitiges Verständnis, als es mit einem branchenfernen Partner der Fall wäre.

teleschau: Sie sind bereits über 20 Jahre ein Paar. Wie geschockt wären Sie, wenn plötzlich ein großes Geheimnis Ihres Mannes ans Tageslicht käme, so wie es im Leben Ihrer Serienfigur "Laura" der Fall ist?

Staehly: Sehr! Das kann ich mir aber absolut nicht vorstellen bei uns. So etwas sollte in einer langjährigen Partnerschaft auch nicht vorkommen. Umso verständlicher, dass "Laura" schockiert ist.

teleschau: Sie sind jetzt 48 Jahre alt und wurden 1998 durch die RTL-Serie "Unter Uns" bekannt. Wie schwierig ist es heutzutage, als Frau vor der Kamera älter zu werden? Denn einerseits setzen viele Frauen auf Methoden zur Verjüngung, aber andererseits möchte man ja als Schauspielerin in der Lage sein, Mimik im Gesicht zu nutzen.

Staehly: Ich hoffe sehr, dass alle guten Schauspielerinnen uneitel genug sind, um vor der Kamera ihre Fältchen zu vergessen. Denn wer im Spiel eitel ist und über sein Aussehen nachdenkt, kann nicht authentisch spielen. Bei Fotos ist es ein bisschen etwas anderes.

teleschau: Inwiefern?

Staehly: Bei Bildern denke ich mehr darüber nach, wie ich aussehe, und möchte mich von meiner besten Seite zeigen. Beim Schauspiel ist es schon vorteilhaft, wenn noch ein wenig Mimik vorhanden ist, und ich Emotionen transportieren kann. (lacht)

teleschau: Anonym von zu Hause aus gibt es ja einige User und Userinnen, die teilweise sehr böse auf Social Media prominente Menschen kritisieren. Wie gehen Sie mit solchen Kommentaren um?

Staehly: Mir fällt ein Beispiel ein vom letzten Jahr, als der "Stromberg"-Film ins Kino kam – über 20 Jahre nach der ersten Staffel. Da kamen Kommentare wie "Boah, sind Sie alt geworden!" Und die Person, die den Kommentar schreibt, ist nicht gealtert in 20 Jahren? Gott sei Dank bin ich älter geworden und sehe nicht mehr so aus und fühle mich nicht mehr wie eine Zwanzigjährige. Da fühle ich mich noch nicht mal auf den Schlips getreten. Denn mit jedem Tag wird jeder Mensch einen Tag älter – ausnahmslos. Das eint uns alle und ist auch gut so.