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Epstein-Befragung: Hillary Clinton schaltet auf Angriff

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Die frühere First Lady und US-Außenministerin wird vor dem US-Kongress zu vermeintlichen Verbindungen mit Jeffrey Epstein befragt. Dabei macht Hillary Clinton klar, wer statt ihr wirklich in den Zeugenstand gehöre. David Schafbuch berichtet aus New York Jetzt sprechen sie doch wieder. Lange hatten sich Hillary Clinton und ihr Mann Bill geweigert, Auskunft vor dem Aufsichtsausschuss des US-Kongresses zu geben. Doch nachdem das Komitee mit rechtlichen Schritten gedroht hatte, kommt das Ehepaar der Vorladung nun doch nach – und sagt zu ihren mutmaßlichen Verbindungen mit dem Menschenhändler und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein aus. Den Anfang machte am Donnerstag Hillary Clinton, ehemalige First Lady, Senatorin und Außenministerin der USA . Und die 78-Jährige, in ihrem Wohnort Chappaqua in New York befragt, machte deutlich, dass sie nicht verstehe, wie sie dem Ausschuss helfen könne. Im Gegenteil: Ein "institutionelles Versagen" sei dieser ganze Vorgang, bei dem eigentlich andere Personen befragt werden müssten: allen voran der amtierende US-Präsident Donald Trump . Trump im Weißen Haus: Alle Informationen im Newsblog Bill Gates: Diese Russin soll mit ihm eine Affäre gehabt haben Die Clintons hatten im Vorfeld gefordert, dass die Befragungen öffentlich übertragen werden. Doch der republikanische Ausschussvorsitzende James Comer ließ das nicht zu. Trotzdem ließ Clinton nichts unversucht, um aus ihrer Sicht klarzustellen: Sie habe hier nichts zu verbergen - und dass stattdessen andere Leute vor dem Ausschuss sitzen müssten: allen voran der amtierende US-Präsident Donald Trump. Dass es dazu kommen wird, ist unwahrscheinlich. Allerdings könnte der Druck auf Trump auch nach diesem Tag weiter hoch bleiben. Denn die Fragen nach seiner Beziehung zu Jeffrey Epstein, bleiben weiter offen. Die Befragung Clintons fand darum verschlossenen Türen statt. Stattdessen soll die Sitzung erst im Nachgang als Aufzeichnung öffentlich werden. Das demokratische Ausschussmitglied Robert Garcia forderte, dass innerhalb von 24 Stunden ein vollständiges Transkript der Anhörung veröffentlicht werden solle. Zwischenzeitlich hatten die Republikaner dann allerdings die Regeln gebrochen: Aus dem Saal gelangte ein Foto von Clinton an die Öffentlichkeit. Geschossen wurde es von dem republikanischen Ausschussmitglied Lauren Boebert, das anschließend über den rechten Influencer Benny Johnson ins Netz gelang. Wegen dieses Verstoßes wurde die Sitzung daraufhin kurzzeitig unterbrochen. Viel mehr drang dann nicht nach draußen. Allerdings veröffentlichte Clinton ihr Eingangsstatement. Darin machte die ehemalige Außenministerin deutlich, dass sie nichts zu der Aufklärung der Verbrechen von Epstein und dessen Umfeld beitragen könne. Clinton habe etwa keine Erinnerung daran, Epstein jemals getroffen zu haben. In jedem Fall habe sie aber nie in dessen Flugzeug gesessen oder Zeit auf Epsteins Privatinsel verbracht. Neu sind alle diese Äußerungen von Clinton nicht. Ähnliche Angaben hatte Clinton schon in der Vergangenheit gemacht. Das Ehepaar hatte sich unter anderem im Januar in einem Brief erklärt. Der Adressat war schon damals der Ausschussvorsitzende Comer. Fragen nach "wildesten Partys" In vielen anderen Fällen hatte Comer eine solche Erklärung bislang gereicht, warf Clinton in ihrer Stellungnahme dem Ausschussvorsitzenden vor: Der Republikaner hatte zuvor Informationen von allen früheren US-Justizministern und FBI-Chefs eingeholt, die in den vergangenen Jahrzehnten die Epstein-Ermittlungen mitverantwortet hatten. Clinton und ihr Ehemann mussten sich dagegen den direkten Fragen des Ausschusses stellen. Mehr noch warf Clinton Comer vor, nicht nur bei ihr andere Maßstäbe angelegt zu haben. Es seien darüber hinaus auch viele Personen bislang nicht vorgeladen worden, die zur Aufklärung von Epsteins Verbrechen etwas beitragen könnten. Ein Ausschuss, der sich etwa darum bemühe, den Menschenhandel einzudämmen, müsse etwa jemanden vorladen, der sich bei Epstein nach den "wildesten Partys" erkundigt hatte, mahnte Clinton an. Muss Lutnick aussagen? Clinton führte nicht weiter aus, wen sie damit meinte. Allerdings war die Aussage ein klarer Verweis auf Techunternehmer Elon Musk . Musk hatte sich laut einer E-Mail, die in den bislang veröffentlichten Epstein-Akten vorliegt, mit entsprechender Wortwahl bei Epstein erkundigt, wann die beste Zeit sei, ihn auf seiner Privatinsel zu besuchen. Aus den veröffentlichten Dokumenten geht nicht hervor, dass Musk Epstein tatsächlich besucht hat. Der Mailverkehr stammt aus dem Jahr 2013. Epstein hatte zu dem Zeitpunkt bereits eine Haftstrafe verbüßt. Möglicherweise könnte allerdings Handelsminister Howard Lutnick vorgeladen werden. Der Ausschussvorsitzende Comer sagte vor Reportern, es sei "sehr gut möglich", dass der Minister der Trump-Regierung sich erklären müsse. Lutnick war in der Vergangenheit der Nachbar Epsteins. Zuvor hatte er erklärt, dass er den Kontakt zu dem Sexualstraftäter 2005 abgebrochen hatte. Aus den jüngst veröffentlichten Dokumenten geht aber hervor, dass Lutnick darüber gelogen und Epstein mit der eigenen Familie auf dessen Insel hatte. Die Demokraten hatten daraufhin den Rücktritt des Ministers gefordert. Forderung nach Befragung von Trump Doch noch deutlicher wurde Clinton in Bezug auf US-Präsident Donald Trump. Der Ausschuss müsse den Präsidenten "unter Eid zu den zehntausenden Malen befragen, die er in den Epstein-Akten auftaucht", schrieb sie. Tatsächlich sind die Verbindungen zwischen Trump und Epstein erwiesenermaßen eng gewesen. Comer hatte bislang allerdings eine Vorladung des Präsidenten stets abgelehnt. Trump habe sich bereits in der Vergangenheit über die Medien ausführlich zu dem Fall geäußert, hatte Comer seine Entscheidung begründet. Auch dieses Verhalten kritisierte Clinton deutlich: Wer an der Aufklärung des Epstein-Komplexes interessiert sei, dürfte sich eben gerade nicht nur auf die mediale Berichterstattung stützen, um Antworten zu erhalten. Der Druck, sich zu erklären, könnte auf Trump in Zukunft tatsächlich noch weiter steigen. Das Justizministerium hatte am Donnerstag parallel zu der Anhörung erklärt, die Ermittlungsakten zu Epstein erneut zu prüfen. Konkret gehe es dabei um drei Aussagen einer Frau. Sie hatte 2019 ausgesagt, von Trump als Minderjährige missbraucht worden zu sein. Die Frau soll Trump von Epstein vorgestellt worden sein. In den bislang veröffentlichten Dokumenten tauchten die Papiere allerdings nicht auf. Bill Clinton sagt am Freitag aus Die Forderung Clintons, auch Trump vorzuladen, wurde auch von weiteren Demokraten aufgegriffen: Ausschussmitglied Robert Garcia wiederholte etwa Clintons Forderung vor Pressevertretern in Chappaqua. Die Abgeordnete Yassamin Ansari sprach von einer "unseriösen Clownshow", die die republikanische Partei in dem Ort abhält. Statt Trump muss am Freitag allerdings Clintons Ehemann Bill aussagen. Der ehemalige Präsident war im Gegensatz zu seiner Frau deutlich besser mit Epstein bekannt. Der Ex-Präsident wird in den jüngst veröffentlichten Dokumenten mehr als 1.600-mal erwähnt und saß mehrfach in Epstein Privatflugzeug, das den Spitznamen "Lolita-Express" trug. Allerdings ist dem ehemaligen Präsidenten bislang kein Fehlverhalten im Kontext der Epstein-Ermittlungen nachgewiesen worden. Auch Hillary Clinton hatte zuletzt mehrfach ihren Ehemann verteidigt: Er habe den Flieger genutzt, um karitative Projekte zu besuchen. "Mein Ehemann stand Epstein nicht sehr nahe", hatte Clinton kürzlich auch in einem Interview mit dem "Spiegel" gesagt.