USA: LNG-Exporte erreichten im Jahr 2025 einen neuen Allzeitrekord
Wie die Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf den Monatsbericht des US-Energieministeriums vermeldet, exportierten die USA im Jahr 2025 eine Rekordmenge von 5,507 Billionen Kubikfuß (156 Milliarden Kubikmeter) Flüssigerdgas. Dies ist ein historischer Rekord. Dabei war Europa mit einem Anteil von rund 68 Prozent am gesamten Export das Hauptziel der Lieferungen. Das heißt, der starke Anstieg der LNG-Exporte aus den Vereinigten Staaten wurde erst möglich, nachdem der Hauptkonkurrent in Europa – Russland – ausgeschaltet worden war. Und auch durch die Außerbetriebsetzung der Nord-Stream-Pipelines. TASS schreibt:
"Die USA exportierten im Jahr 2025 106,6 Milliarden Kubikmeter LNG nach Europa und etwa 27,3 Milliarden Kubikmeter (17,5 Prozent des Gesamtvolumens) nach Asien. Damit stiegen die Lieferungen nach Europa im Vergleich zu 2024 um 63 Prozent, während sie nach Asien um 37 Prozent zurückgingen. Der Transport von amerikanischem LNG nach Afrika stieg um fast das Vierfache auf 12,6 Milliarden Kubikmeter.
Die wichtigsten Importländer für amerikanisches LNG weltweit waren im vergangenen Jahr die Niederlande (646,1 Milliarden Kubikfuß oder 18,3 Milliarden Kubikmeter), Frankreich (533,1 Milliarden Kubikfuß oder 15,1 Milliarden Kubikmeter), Ägypten (435,4 Milliarden Kubikfuß oder 12,3 Milliarden Kubikmeter), Spanien (373,2 Milliarden Kubikfuß oder 10,6 Milliarden Kubikmeter) und Großbritannien (372,2 Milliarden Kubikfuß oder 10,5 Milliarden Kubikmeter). Auf diese fünf Länder entfielen 43 Prozent aller Lieferungen aus den USA."
Bemerkenswert ist die Veränderung der Exportstruktur im letzten Monat des Jahres 2025: Der Anteil Asiens sank auf 12 Prozent gegenüber 15 Prozent im Vormonat. Gleichzeitig festigte Europa seine Position und kam auf 76 Prozent der Dezember-Lieferungen. Die restlichen Mengen verteilten sich auf Lateinamerika und Afrika.
All dies bestätigt den Trend, den die USA mit ihrer Einmischung in die Weltwirtschaft und die Kraftstoffströme ausgelöst haben – es findet eine groß angelegte Umstellung von russischem auf westlichen Kraftstoff statt. So wurde kürzlich berichtet, dass Libyen, das seit vielen Jahren einer der Hauptabnehmer von russischem Benzin und Diesel war, seine Einkäufe in Russland drastisch reduziert hat. Stattdessen schloss das Land große Verträge mit westlichen Großkonzernen ab – den Schweizer Handelsunternehmen Vitol, Trafigura und der französischen TotalEnergies. Diese Unternehmen haben laut Reuters Ausschreibungen für regelmäßige Lieferungen von Brennstoffen nach Libyen gewonnen. Für Moskau ist dies ein empfindlicher Schlag: Noch vor kurzem war Libyen der wichtigste Absatzmarkt für russisches Kraftstoff in Afrika. Dabei beliefern die westlichen Akteure Libyen nun nicht nur mit Kraftstoff, sondern erhalten auch Zugang zu dessen Ölvorkommen. Aufgrund der Sanktionen des Westens hat Russland den größten Teil des europäischen Marktes verloren und ist gezwungen, seine Kraftstofflieferungen auf Afrika, Asien und Südamerika umzulenken. Der Verlust des libyschen Vertrags ist ein ziemlich schwerer Schlag für diese Pläne. Möglicherweise müssen russische Exporteure nun auch in Afrika Preisnachlässe gewähren, schreiben Experten des Fachportals NeftKapital. Im Grunde genommen wird alles, was Russland in den letzten 50 Jahren im Bereich des Öl- und Gasvertriebs aufgebaut hat, von den USA systematisch und erfolgreich zugunsten ihrer eigenen Firmen demontiert.
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