Weinhändler stellt sich gegen Trump und gewann
Das Zoll-Urteil gegen die Trump-Zölle haben zwei kleine Firmen erstritten. Der Besitzer eines Weinhandels sagt, warum er den Kampf gegen den US-Präsidenten aufnahm. Als US-Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr drastische Importzölle ankündigte, wollte der Weinhändler Victor Schwartz aus New York das nicht hinnehmen. Seine Firma VOS Selection war stark betroffen von den Maßnahmen. Er klagte – und jetzt gab ihm das Oberste Gericht in den USA recht. Trumps Zölle sind in der vorgelegten Form nicht erlaubt, urteilten die Richter. Schwartz habe nicht vorgehabt, eine so prominente Rolle im Widerstand gegen Trumps Zölle zu spielen, sagte er dem US-Sender CNN . "Es war eine Sache, sich der Klage anzuschließen, aber dann der Hauptkläger zu sein, hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht", sagte Schwartz. Jemand aus seiner Familie habe ihn mit dem Liberty Center in Kontakt gebracht, einer gemeinnützigen Anwaltskanzlei. Dort hatte man sich bereits auf eine Klage gegen Trump vorbereitet und mit mehreren Betroffenen gesprochen. US-Newsblog: Alle aktuellen Meldungen Supreme Court kassiert Trumps Zölle: Jetzt reicht's Auch Lernmittel-Firma zog vor Gericht Schließlich wählte man Schwartz und seinen Weinhandel aus. Da viele Großunternehmen in den USA sich ruhig verhielten, sah sich Schwartz als "die letzte Linie der Verteidigung" gegen eine Politik, die er als Amtsmissbrauch ansah und die seine Firma bedrohte, sagte er dem US-Sender. Am 14. April 2025 reichte das Liberty Center die Klageschrift "VOS Selections, Inc. v. Trump" ein. Sie wurde schließlich mit anderen ähnlichen Klagen aus zwölf Bundesstaaten zusammengefasst. Ebenfalls geklagt hatte die Firma Learning Resources, die Lernmittel vertreibt. Am Freitag sprach der Supreme Court dann sein Urteil: Die Grundlage für die Zölle, das Notstandsgesetz IEEPA, sei nicht anwendbar. "Die Vereinigten Staaten sind nicht im Krieg mit jedem Land", so die Richter. "Ich werde permanent angegriffen" "Es ist ein großartiger Tag für die amerikanische Justiz, wenn ein kleines Unternehmen wie das unsere, das starke Ideale und Rückgrat hat, seinen Fall vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten verhandeln lassen und gewinnen kann. Auf eine bessere Zukunft für alle amerikanischen Kleinunternehmen", schrieb Victor Schwartz auf Facebook und teilte ein Bild von sich und seiner Frau, wie sie mit einem Glas Wein anstoßen. Doch für Schwartz hatte die Klage Folgen, die über seine geschäftliche Tätigkeit hinausgehen. "Ich werde permanent angegriffen in Textnachrichten und E-Mails. Es ist schlimm, aber es könnte auch noch schlimmer sein. Wir schließen die Türen im Büro jetzt ab." Frage nach Entschädigungen noch offen Der Unternehmer importiert Weine und Spirituosen aus 16 Ländern. Er kennt sich mit Zöllen aus und weiß, wie schnell sich diese ändern können, vor allem seit Trump im Amt ist. Er habe seit der Zollankündigung jeden Preis in seinem Sortiment viermal prüfen müssen. "Wir können nicht einfach unsere Preise erhöhen, und wir können es uns einfach nicht leisten, im Gegensatz zu großen Unternehmen, die einfach einen Scheck ausstellen können", fügte er hinzu. Seit April schätzt er, dass er mindestens sechsstellige Summen an Zöllen zahlen musste. Mit dem jüngsten Urteil kam auch die Frage auf, ob Unternehmen von der US-Regierung entschädigt werden. Durch die jetzt als nicht rechtens erklärten Zölle hat die US-Regierung 134 Milliarden US-Dollar eingenommen. Fraglich ist, ob und vor allem wie diese an kleine Unternehmen wie den Weinhandel von Schwartz zurückgezahlt werden. Und trotz des Urteils kann der Geschäftsmann nicht aufatmen. Trump hatte nach Urteilsverkündung neue Zölle angekündigt, dieses Mal 15 Prozent. Schwartz ist sich des Risikos bewusst, gegen den mächtigsten Mann der Welt anzugehen. "Wir versuchen, unsere Angst zu unterdrücken, sind uns aber dennoch der Herausforderungen bewusst, die da draußen auf uns warten", sagte Schwartz. CEO von Learning Resources: "Ich habe nichts Unrechtes getan" Schwartz stört es nicht, dass die amerikanische Wirtschaft von dem Risiko profitiert, das er für sie eingegangen ist: "Es braucht also ein kleines Streichholz, um das Feuer zu entfachen. Okay, das nehme ich gerne in Kauf. Ich werde mich deswegen nicht schlecht fühlen. Ich werde stolz darauf sein." Ähnlich geht es auch Rick Woldenberg, CEO von Learning Resources, der anderen Firma, die gegen die Zölle klagte. Er ist sehr stolz darauf, die Zölle der Trump-Regierung angefochten zu haben. "Die Rechnung war einfach: Ich konnte mir die Steuer, die sie mir auferlegen wollten, nicht leisten", sagte Woldenberg gegenüber CNN. Im Gegensatz zu Schwartz musste er jedoch seine eigenen Anwaltskosten tragen, die sich auf einen "siebenstelligen Betrag" beliefen. "Ich wollte, dass mein Name in dieser Klage auftaucht. Ich habe nichts Unrechtes getan", sagte Woldenberg.
