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Nach Unfall in Remscheid: Mordprozess: Raser-Videos sorgen für Entsetzen

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Mit 1,46 Promille und 640 PS: Im Mordprozess um eine getötete junge Frau haben Videos im Gerichtssaal in Wuppertal für Entsetzen gesorgt. Sie wurden mit dem Handy des Angeklagten aufgenommen.

Im Mordprozess um den Tod einer jungen Frau in Remscheid, die von einem 640 PS starken Sportwagen erfasst worden ist, haben Videos vom Handy des Angeklagten im Gerichtssaal für Entsetzen gesorgt. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie das Auto des Angeklagten mit Tempo 150 innerorts unterwegs ist. Andere Aufnahmen zeigen den Wagen bei Tempo 327. 

Sie habe das Handy des Angeklagten monatelang ausgewertet, sagte eine Kommissarin als Zeugin am Wuppertaler Landgericht aus. Darunter seien auch fast 200.000 Chat-Nachrichten mit seiner Ex-Freundin gewesen. Diese seien nicht sehr harmonisch gewesen und unschön. Sie sei auf viele Beschimpfungen gestoßen. 

Viel habe sich auch um Fitness und Anabolika gedreht, aber: Das Auto sei sein Lebensmittelpunkt gewesen. Sein Verhalten im Straßenverkehr "hat mich in Teilen richtig wütend gemacht", sagte die Polizistin.

Innerorts mit Tempo 150

Der Tacho sei innerorts bei 150 Kilometern pro Stunde gefilmt worden, sagte eine weitere Kommissarin. Mit dem Handy sei erkennbar vom Fahrersitz aus gefilmt worden. Immer wieder sei das Lachen des Angeklagten und von Mitfahrern zu hören gewesen und Knallgeräusche des Auspuffs.

Sich selbst bei Tempo 255 zu filmen sei ein Verkehrsverstoß, merkte die Staatsanwaltschaft an, auch das Hochdrehen auf 4.000 Umdrehungen, um auf einem Supermarkt-Parkplatz mit Menschen möglichst schnell zu beschleunigen. 

Einmal sei das Auto des Angeklagten auf einer Landstraße deutlich zu schnell im Gegenverkehr unterwegs gewesen, so dass ein entgegenkommender Autofahrer auf den Standstreifen habe ausweichen müssen. Die Zuschauer im Gerichtsaal reagierten entsetzt auf die gezeigten Aufnahmen. 

Für den Tod verantwortlich

Der Angeklagte (25) hat bereits gestanden, für den Tod einer 19-Jährigen verantwortlich zu sein. Er habe angetrunken mit seinem Auto angeben wollen. Das sei leichtsinnig und rücksichtslos gewesen, aber ein Mörder sei er nicht. Der Deutsche hatte noch eine zweite Frau mit dem Wagen erfasst und schwer verletzt. 

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hatte der Angeklagte bei dem Versuch, mit seinem Wagen zu driften, bereits nach einer Sekunde die Kontrolle verloren und trotzdem weiter beschleunigt statt zu bremsen. 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 25-Jährigen Mord, versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung, ein verbotenes Autorennen mit Todesfolge und Straßenverkehrsgefährdung vor. Zudem werden dem Mann fünf Fälle illegaler Autorennen zwischen 2022 und 2024 zur Last gelegt.

Durch die Luft geschleudert

Beide Frauen wurden von dem PS-Boliden am 30. April vergangenen Jahres in Remscheid erfasst und durch die Luft geschleudert. 1,46 Promille Alkohol wurden später im Blut des Unfallfahrers festgestellt.

Der Wagen sei beim Anfahren ausgebrochen, auf den Bürgersteig geraten und habe zwei junge Frauen erfasst, hieß es. Die 19-Jährige starb wenige Tage später an schweren Kopfverletzungen. Eine 17-Jährige überlebte schwer verletzt. Der Prozess soll am kommenden Dienstag fortgesetzt werden.