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Frederick Wiseman: Dokumentarfilmer mit 96 Jahren gestorben

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Der für seine Dokumentationen bekannte US-Regisseur Frederick Wiseman ist am 16. Februar im Alter von 96 Jahren verstorben.

Frederick Wiseman (1930-2026), einer der wohl bekanntesten Dokumentarfilmer der USA, ist tot. Das haben seine Familie und die von ihm gegründete Produktionsfirma Zipporah Films in einer gemeinsamen Mitteilung bekanntgegeben. Wiseman, der demnach zuletzt Cambridge in Massachusetts, Northport in Maine und Paris als sein Zuhause betrachtete, sei im Alter von 96 Jahren am 16. Februar friedlich entschlafen.

Über nahezu sechs Jahrzehnte habe Wiseman "ein beispielloses Werk, eine umfassende filmische Aufzeichnung zeitgenössischer sozialer Institutionen und alltäglicher menschlicher Erfahrungen, hauptsächlich in den Vereinigten Staaten und Frankreich", erschaffen. Seine insgesamt 45 Werke, darunter sein Erstling "Titicut Follies" aus dem Jahr 1967 und sein letzter Film "Menus-Plaisirs - Les Troisgros" von 2023, würden "gefeiert für ihre Komplexität, erzählerische Kraft und ihren humanistischen Blick. [...] Seine Familie, Freunde, Kollegen und die unzähligen Filmemacher und Zuschauer auf der ganzen Welt, deren Leben und Perspektiven von seiner einzigartigen Vision geprägt waren, werden ihn zutiefst vermissen."

Liebenswürdigkeit genauso wichtig wie Grausamkeit

Der "Titicut Follies"-Regisseur wurde im Jahr 2016 mit einem Ehrenoscar für seine "meisterhaften und unverwechselbaren Dokumentarfilme, die das Vertraute untersuchen und das Unerwartete offenbaren", ausgezeichnet.

"Einen Film zu machen, ist immer ein Abenteuer", sagte er damals in seiner Dankesrede. "Normalerweise weiß ich nichts über das Thema, bevor ich anfange, und ich weiß, dass es Leute gibt, die das Gefühl haben, ich wüsste nichts darüber, wenn es fertig ist." Ziel sei es stets gewesen, Filme zu erschaffen, die mehr "einem visuellen Roman als einem journalistischen Bericht" ähnelten. Die Komplexität menschlichen Verhaltens sei atemberaubend. "Und ich denke, es ist genauso wichtig, Liebenswürdigkeit, Höflichkeit und Großzügigkeit zu dokumentieren, wie Grausamkeit, Banalität und Gleichgültigkeit zu zeigen", erklärte der Regisseur.

Wiseman hinterlässt zwei Söhne und drei Enkelkinder. Seine Ehefrau Zipporah Batshaw-Wiseman, mit der er rund 65 Jahre lang verheiratet war, verstarb bereits im Jahr 2021. Die nähere Familie werde sich in einer privaten Trauerfeier verabschieden.