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Epstein: Das Portal Jmail legt alle Akten zum Fall leicht als E-Mails offen

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Ein Portal bereitet die Millionen PDF-Akten im Epstein-Fall auf. So lässt sich der Schriftverkehr wie im Eingang eines E-Mail-Postfachs durchsuchen und nachlesen. Seit wenigen Tagen liegt eine weitere Sammlung von Akten aus den Untersuchungen gegen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein vor . Das US-Justizministerium bietet dazu eine Website mit einem riesigen Konvolut an Unterlagen, der Wust an PDF-Daten ist aber kaum durchschaubar. Damit ist nun Schluss. Die Softwareentwickler Luke Igel und Riley Walz aus Kalifornien fassten die Epstein-Akten auf eine eigene Art. Zusammen mit Freunden aus der Tech-Welt bauten sie die Seite www.jmail.world. Dort legen sie alle Epstein-Mails offen, zugänglich für jeden. Überblick: Alle Entwicklungen im US-Newsblog Epstein-Akten: Baerbock rechnet im Interview mit Machtelite ab Die Seite sieht aus wie ein Mailpostfach des Anbieters Gmail. Und liest sich auch so. Wie im normalen Postfach lassen sich die E-Mails einsehen, es lässt sich nach Absendern suchen, nach Stichworten oder in den Kontakten – von Ehud Barak über Elon Musk bis zu Valeria Chomski, der Frau des renommierten US-Sprachwissenschaftlers, mit dem Epstein Männerwitze austauschte, aber auch Ratschläge für eine Medienstrategie. Mitentwickler Riley Walz postete auf der Plattform X: "Wir haben Gmail geklont, nur dass Sie als Epstein angemeldet sind und seine E-Mails sehen können." Walz und Igel sind beide in der Tech-Welt unterwegs. Igel entwickelte etwa eine Video-KI. Dem Magazin "Wired" sagte er über seine Motivation im Fall Epstein: "Die veröffentlichten Unterlagen waren einfach so schwer zu lesen." Und weiter: "Man hatte das Gefühl, der Schock wäre viel größer gewesen, wenn man Screenshots des tatsächlichen Posteingangs gesehen hätte, aber stattdessen sah man nur diese qualitativ minderwertigen, schlecht gescannten PDFs. Man muss sich schon ein bisschen vorstellen, dass das tatsächlich eine echte E-Mail ist." "Was macht Dein Junge Donald jetzt?" So bauten die beiden ein ganzes digitales Epstein-Archiv. Wie in einem Gmail-Postfach lässt sich leicht überblicken, mit wem Epstein bis zu seinem Tod 2019 die meisten Mails austauschte, es war sein Bruder Mark, unter anderem mit der besorgten Frage: "Was macht dein Junge Donald jetzt?“. Daneben bereiteten die beiden Epsteins Flugbuchungen für seine Freunde und Bekannte auf. Ebenso die Spotifiy-Liste. Und das nach eigenen Angaben ohne viel Mühe. "Es kostete uns nur ein paar Stunden", so Igel. Ein Umstand bleibt aber auch beim fiktiven Epstein-E-Mail-Fach: Unkenntlich gemachte Stellen bleiben geschwärzt. Die jüngste Welle von Veröffentlichungen der Epstein-Akten hatte zu einer Reihe von Rücktritten geführt. In Frankreich legte der frühere sozialistische Kulturminister Jack Lang alle öffentlichen Ämter wegen seiner geschäftlichen Verbindungen mit Epstein nieder, in Großbritannien verließ Berater Peter Mandelson das Oberhaus und die Labour-Party. Dennoch wankt der sozialdemokratische Premier Keir Starmer , weil er Mandelson zu lange vertraute. In Norwegen steht das Königshaus in der Kritik, weil Kronprinzessin Mette-Marit sich mit Epstein austauschte. Die frühere Außenministerin Annalena Baerbock sprach etzt im Interview mit t-online von "Machteliten, die sich gegenseitig bezüglich kriminellen Kindesmissbrauchs schützen und die zugleich zentrale Akteure sind in der ganzen unregulierten digitalen Welt der Plattformen und Künstlichen Intelligenz". Baerbock weiter: "Neben unabdingbarer Aufklärung und dem Opferschutz sollten sich jetzt all diejenigen, die den Einsatz für Frauenrechte bisher als Gedöns abgetan haben, mal dringend hinterfragen."