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Arbeitgeber schlagen Alarm: Weniger Arbeit, weniger Wohlstand?

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Wegen des demografischen Wandels wird die Zahl der Erwerbstätigen drastisch sinken. BDA-Chef Rainer Dulger wirbt für mehr Anreize für Vollzeitarbeit. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger warnt vor Wohlstandsverlusten, sollte die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden in Deutschland sinken. "Die Debatte um Arbeitsvolumen ist im Kern eine Debatte um den Wohlstand unseres Landes", teilte Dulger am Mittwoch mit. Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) verwies darauf, dass durch den demografischen Wandel Prognosen zufolge bis 2036 sieben Millionen Menschen mehr das Renteneintrittsalter erreichen, als Junge neu in den Arbeitsmarkt eintreten. "Allein mit einer Steigerung der Produktivität kann das nicht aufgefangen werden", so Dulger. "Eine Steigerung des Arbeitsvolumens ist notwendig." Druck bei Abschaffung des Achtstundentages Dulger fordert in dem Zusammenhang etwa steuerliche Anreize für Vollzeitarbeit und eine Debatte über Teilzeitansprüche. "Wer in diesem Zusammenhang vom Vorwurf der Faulheit spricht, banalisiert die Debatte und verkennt die Bedeutung für unseren Wohlstand und unseren Sozialstaat." Auch in der Debatte um die Flexibilisierung des Achtstundentages machen die Arbeitgeber der Regierung Druck. "Es ist Zeit für ein Arbeitszeit-Update, das zur modernen Arbeitswelt passt", so Dulger. In ihrem Koalitionsvertrag hatten sich Union und SPD darauf geeinigt, die Möglichkeit einer wöchentlichen anstatt einer täglichen Höchstarbeitszeit zu schaffen. Laut dem Arbeitsministerium soll ein Gesetzesentwurf im ersten Halbjahr 2026 vorgestellt werden. "Mehr Flexibilität nützt beiden Seiten" Die Koalition hatte das Vorhaben mit einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf begründet. Darauf verweist auch Dulger: "Mehr Flexibilität nützt beiden Seiten." Die Unternehmen könnten besser auf Auftragsspitzen und unerwartete Ereignisse reagieren, die Beschäftigten gewinnen mehr Spielraum für Familie und Privatleben, so Dulger. Die Gewerkschaften kritisieren die Pläne. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) argumentiert, dass heutige Tarifverträge bereits genug Spielraum für flexible Arbeitszeiten bieten. Diejenigen ohne Tarifvertrag seien hingegen auf den gesetzlichen Schutz angewiesen. Zudem verweisen die Gewerkschaften auf gesundheitliche Risiken, die durch längere Arbeitszeiten entstehen. Dulger entgegnet: "Der Gesundheitsschutz bleibt unangetastet – geändert wird nur der gesetzliche Rahmen, nicht die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit." Die starren Vorgaben aber würden nicht mehr zur digitalen und mobilen Arbeitswelt passen. "Passgenaue, tariflich gestaltbare Flexibilität schützt die Gesundheit – und ermöglicht Arbeit dort, wo sie anfällt."