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Wohnungskrise: So viele Wohnungen lässt der Bund leer stehen

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Trotz der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt stehen viele bundeseigene Wohnungen und Geschäftsflächen leer. Die Linke spricht von "absoluter Unverantwortlichkeit". Fast 3.200 Wohnungen, die im Besitz des Bundes sind, stehen derzeit leer. Das zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Caren Lay, die t-online vorliegt. Das sind rund neun Prozent des gesamten Wohnungsbestandes des Bundes: Die Immobiliendienstleisterin des Bundes, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) verwaltet nach Angaben von August 2025 rund 37.000 Wohnungen für Bundesbedienstete, also etwa Bundespolizisten. Der fluktuationsbedingte Leerstand zwischen zwei Vermietungen ist dabei die Ausnahme: Die BImA bezifferte das in früheren Angaben auf rund 1,4 Prozent der Fälle. Ein weit größerer Teil der Wohnungen ist mängelbehaftet oder befindet sich in der Sanierung. Weitere 955 Wohnungen stehen ebenfalls leer, sie gelten allerdings als nicht marktaktiv. Das bedeutet, dass sie dem Mietmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen. Linken-Politikerin: "Absolut unverantwortlich" "Angesichts des Mietennotstandes ist es absolut unverantwortlich, dass der Bund eigene Wohnungen leer stehen lässt", sagte Lay t-online dazu. Sie beklagt: Es könne nicht sein, dass Mängel nicht sofort behoben werden. Als ein Problem macht die Vorsitzende des Bauausschusses im Bundestag aus, dass die BImA hohe Beträge an den Bundeshaushalt abführen müsse und deswegen zu wenig Mittel für Sanierungen behalten dürfe. In den vergangenen Monaten gab es allerdings etwas Bewegung: So sank die Zahl der leer stehenden Wohnungen im Vergleich zu Ende Juli 2025 nach Angaben der Bundesregierung um rund 500. Über die Gründe gibt die Antwort keine Aufschlüsse, es dürfte sich aber wie in den Jahren zuvor um eine Mischung aus Neuvermietungen nach Sanierung und Verkäufen von leer stehenden Wohnungen handeln. Fast die Hälfte der Gewerbeflächen steht leer Besonders groß ist der Leerstand auch bei den Gewerbeflächen: Fast die Hälfte der bundeseigenen Flächen aus dem Bereich "Gewerbe und sonstige Liegenschaften" steht leer. Insgesamt hält die BImA in dem Bereich rund 5,5 Millionen Quadratmeter, 2,6 Millionen davon sind unbenutzt. Dazu zählen etwa Büro-, Lager- und Produktionsflächen. Regional gibt es große Unterschiede. So gibt es im Bereich der Wohnungen am meisten Leerstand in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Im Bereich leer stehender Gewerbeflächen sind ebenfalls Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie Bayern Spitzenreiter. Lay fordert mit Blick auf die Wohnungsknappheit in vielen Städten: "Die Sanierungen bundeseigener Wohnungen müssen schnell begonnen und fertiggestellt werden." Die Sprecherin der Linksfraktion für Mieten- und Wohnungspolitik drängt zudem auf eine schnellstmögliche Vermietung leer stehender Wohnungen.