ru24.pro
World News in German
Февраль
2026
1 2 3 4 5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28

Reaktionen auf Angriff: Getöteter Zugbegleiter: Forderungen nach Bodycams mit Ton

0
Stern 

"Er hat deeskaliert und trotzdem ist es passiert", sagt der Betriebsratschef für den Regionalverkehr der DB. Besseren Schutz verspricht er sich durch Bodycams mit Ton.

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz macht sich der Betriebsratschef im DB-Regionalverkehr für Bodycams mit Tonfunktion stark. "Wir brauchen eine Bodycam, die auch Tonaufzeichnungen wiedergibt und nicht nur das Filmmaterial", sagte Ralf Damde, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats DB Regio Schiene/Bus im Gespräch des Sender WDR5. Es sei für ihn nicht nachvollziehbar, dass der Datenschutz dem entgegenstehen solle. 

Auch der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, EVG, Martin Burkert, sprach sich im Bayerischen Rundfunk dafür aus. Zugbegleiter könnten zudem durch einen Notrufknopf an der Armbanduhr ausgestattet werden. "Das ist alles immer mit Kosten verbunden. Aber Sicherheit ist nicht verhandelbar", sagte er. 

Die Videoaufnahmen vom Angriff auf seinen Kollegen zeigten, dass dieser sich vorbildlich verhalten habe, sagte Damde: "Er hat deeskaliert und trotzdem ist es passiert". Es sei aber wichtig, zu hören, was gesprochen werde - auch um später besser beweisen zu können, wie sich solche Situationen steigerten. Dies sei daher einer der ersten Punkte, die er mit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) besprechen wolle. 

Was genau passierte

Die Tat löst deutschlandweit Entsetzen aus. Der 36 Jahre alte Bahnmitarbeiter war bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalexpress von einem Mann ohne gültiges Ticket mit Schlägen attackiert worden. Er verlor das Bewusstsein und starb später in einer Klinik. Der mutmaßliche Täter, ein 26 Jahre alter griechischer Fahrgast, sitzt in Untersuchungshaft. 

Eine Umfrage der EVG unter Bahnmitarbeitenden habe ergeben, dass 82 Prozent der Befragten schon einmal einen verbalen oder körperlichen Übergriff erlebt hätten, sagte Burkert. "Das sind schockierende Zahlen. Und wir sagen seit langem, dass sich etwas ändern muss."

Im ZDF sagte Burkert, Zugangssperren und Sicherheitschecks an Bahnhöfen - so wie sie an Flughäfen üblich sind - seien nicht praktikabel. An Bahnhöfen sei dies wegen vieler Zugänge nicht umsetzbar.