Bill Gates und die Epstein-Akten: Jetzt äußert sich Melinda Gates
Nach der Veröffentlichung neuer Epstein-Unterlagen hat sich Melinda French Gates erstmals zu Wort gemeldet. Sie spricht von belastenden Erinnerungen – und richtet einen Appell an ihren Ex-Mann. In den Bildern und Chatverläufen aus dem Nachlass des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein , die in den vergangenen Wochen vom US-Justizministerium veröffentlicht wurden, tauchen zahlreiche prominente Persönlichkeiten auf. Besonders brisant ist dabei auch das Material über Microsoft-Gründer Bill Gates . In den jüngsten Dateien kommt der heute 70-Jährige in zwei E-Mails vor, die Epstein offenbar im Jahr 2013 verschickt haben soll. Darin gibt Epstein an, Gates Medikamente besorgt zu haben, "um mit den Folgen von Sex mit russischen Mädchen fertig zu werden". Zudem habe Gates laut Epsteins Darstellung versucht, diese Medikamente heimlich an seine damalige Ehefrau Melinda French Gates weiterzugeben. Epstein-Akten ziehen immer weitere Kreise : Diese Europäer stehen im Fokus Epstein-Akten: Das steht in den Dokumenten über Donald Trump Nun hat sich erstmals Melinda French Gates öffentlich dazu zu Wort gemeldet. Am Dienstag erklärte die 60-Jährige in einem Podcast des US-Radiosenders NPR, ihr Ex-Mann müsse sich zu den Vorwürfen äußern, die sich aus den neu veröffentlichten Dokumenten ergäben. Es falle ihr persönlich schwer, wenn diese Details wieder an die Öffentlichkeit kämen, so French Gates. Das rufe Erinnerungen an "sehr, sehr schmerzhafte Zeiten in meiner Ehe" zurück. Die Schlagzeilen über die E-Mails von Epstein hätten sie mit "unglaublicher Traurigkeit" erfüllt. Zugleich machte die Unternehmerin deutlich, dass offene Fragen nicht an sie gerichtet seien. "Welche Fragen dort auch noch offen sind – was genau, ich kann nicht einmal ansatzweise alles wissen –, diese Fragen sind an diese Menschen gerichtet und auch an meinen Ex-Mann", sagte French Gates. "Sie müssen dafür Verantwortung übernehmen, nicht ich." Sie habe ihre Ehe beenden und sich schließlich auch aus der gemeinsamen Stiftung zurückziehen müssen. "Ich habe es bewusst abgestoßen und bin weitergegangen", sagte sie. "Ich bin so froh, von all diesem Dreck wegzusein." Bill und Melinda Gates waren 27 Jahre lang verheiratet. Mit der im Jahr 2000 gemeinsam gegründeten Bill & Melinda Gates Foundation, einer der weltweit größten privaten Wohltätigkeitsorganisationen, galten sie lange als philanthropisches Powerpaar. Im Mai 2021 verkündeten sie schließlich ihre Scheidung. Obwohl French Gates die Details zum Ende der Ehe weitgehend privat hielt, schrieb sie später in ihren Memoiren, dass "Bill öffentlich zugegeben hat, mir nicht immer treu gewesen zu sein". Auch Gates’ Kontakt zu Epstein sei demnach ein Faktor für die Trennung gewesen. Millionen Seiten aus Epsteins Nachlass Der verurteilte Sexualtäter Epstein starb 2019 in seiner Gefängniszelle, ehe er erneut wegen des Missbrauchs Minderjähriger vor Gericht gestellt werden konnte. Bill Gates gehört zu mehreren einflussreichen Persönlichkeiten, die in rund drei Millionen Seiten neu veröffentlichter privater Kommunikation Epsteins namentlich erwähnt werden. Die vom US-Justizministerium freigegebenen Unterlagen verdeutlichten das Ausmaß von Epsteins Kontakten zu mächtigen Personen. Dabei gilt: Die bloße Nennung oder Abbildung in den Epstein-Akten ist kein Hinweis auf ein strafbares Fehlverhalten. Viele der bereits früher identifizierten Personen bestreiten eine Verstrickung in Epsteins kriminelle Machenschaften. French Gates: "Wir stehen vor einer Abrechnung" Im Podcast lenkte Melinda French Gates den Blick auch auf die Opfer Epsteins. Zugleich sprach sie von einer gesellschaftlichen Verantwortung. "Ich glaube, wir stehen als Gesellschaft vor einer Abrechnung", so French Gates. Kein Mädchen dürfe jemals in eine solche Situation geraten. Sie könne ihre eigene Traurigkeit nehmen und auf die jungen Mädchen blicken und sich fragen: "Mein Gott, wie konnte das diesen Mädchen passieren?" Sie selbst habe einen Weg gefunden, weiterzugehen. "Zumindest ich habe mein Leben weiterführen können, und ich hoffe, dass es für diese heute erwachsenen Frauen Gerechtigkeit gibt." Bill Gates selbst äußerte sich zu den Vorwürfen bislang nicht öffentlich. Ein Sprecher des Unternehmers wies entsprechende Anschuldigungen auf Anfrage von NPR zurück. Die Behauptungen seien "absolut absurd und vollständig falsch". Die Dokumente zeigten lediglich Epsteins Frustration darüber, dass er keine fortlaufende Beziehung zu Gates gehabt habe, sowie "die Mittel, zu denen er griff, um zu manipulieren und zu diffamieren". Erst in der vergangenen Woche zeigte sich Gates lächelnd an der Seite seiner neuen Partnerin Paula Hurd – auf Premiumplätzen der Zuschauertribüne bei den Australian Open im australischen Melbourne .
