Finanzielle Vorsorge: So gelingt der Einstieg in die Geldanlage
Nie wollten sich so viele Menschen um ihre Finanzen kümmern wie derzeit. Trotzdem zögern viele. Warum der erste Schritt so schwerfällt und was beim Dranbleiben hilft. Sich nicht mit Geldanlage und Vorsorge zu beschäftigen, ist längst selbst zu einem finanziellen Risiko geworden. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für private Vorsorge, sagt Jens Chrzanowski, Deutschland-Chef des Onlinebrokers XTB. Er beobachtet einen klaren Trend: Immer mehr Menschen wollen sich aktiv um Vermögensaufbau und Altersvorsorge kümmern – ein positives Signal. Eine repräsentative Umfrage des Meinungsinstituts TGM im Auftrag von XTB unter mehr als 1.000 Menschen in Deutschland zeigt jedoch auch: Zwischen dem Vorsatz, finanziell vorzusorgen, und dem tatsächlichen Handeln klafft oft eine große Lücke. Warum fällt es so vielen schwer, aus guten Absichten konkrete Schritte zu machen, und wie lassen sich die Finanzpläne 2026 wirklich umsetzen? Gute Vorsätze fürs Geld: Der Wille ist da Rund ein Drittel der Befragten (32 Prozent) nimmt sich für das neue Jahr vor, die eigene finanzielle Situation gezielt zu verbessern und mehr finanzielle Sicherheit aufzubauen. Nur die Gesundheit rangiert mit 46 Prozent noch weiter oben auf der Liste der guten Vorsätze. Besonders ausgeprägt ist der Wunsch nach finanzieller Verbesserung bei jungen Erwachsenen. In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen wollen 44 Prozent ihre Finanzen aktiv in die Hand nehmen. Zwar nimmt dieser Fokus mit zunehmendem Alter ab, doch finanzielle Absicherung bleibt ein lebenslang relevantes Thema. Viele unterschätzten jedoch weiterhin, wie groß ihre spätere Rentenlücke ausfallen könne , so Chrzanowski. Die gesetzliche Rente allein reiche für ein sorgenfreies Leben im Alter oft nicht mehr aus. Wer früh beginnt, sich mit Geldanlage zu beschäftigen, verschaffe sich langfristig deutlich mehr Spielraum. Frauen denken früher an finanzielle Sicherheit Die Umfrage zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Frauen legen mit 35 Prozent etwas häufiger Wert auf die Verbesserung ihrer finanziellen Sicherheit als Männer (30 Prozent). Auch beim Aufbau finanzieller Rücklagen, etwa eines Notgroschens für unerwartete Ausgaben , liegen Frauen vorn: 51 Prozent planen gezielt einen solchen Puffer, bei den Männern sind es 42 Prozent. "Frauen sind beim Vermögensaufbau häufig strukturell benachteiligt, etwa durch Erwerbsunterbrechungen infolge von Schwangerschaft , Care-Arbeit oder Teilzeit", erklärt Chrzanowski. Private Vorsorge sei für sie deshalb weniger eine Option als vielmehr eine Notwendigkeit. Sparen, investieren, vorsorgen: Was konkret geplant ist Gefragt nach konkreten finanziellen Maßnahmen für 2026, nennen 46 Prozent der Befragten den Aufbau finanzieller Rücklagen als wichtigsten Schritt. 40 Prozent wollen ihre Ausgaben reduzieren und gezielt sparen. Von 5 Euro bis 15 Grad: Diese simplen Spartricks bringen überraschend viel Täglich 1 Euro sparen: So viel Geld haben Sie nach 50 Jahren Mehr als jeder Fünfte plant zudem, sich intensiver mit Investments am Kapitalmarkt zu beschäftigen. Dazu zählen etwa Aktien oder ETFs – börsengehandelte Fonds , die beispielsweise Indizes wie den Dax oder den S&P 500 abbilden und das Risiko breit streuen. 22 Prozent wollen regelmäßig oder zumindest gelegentlich investieren, 21 Prozent möchten ihre private Altersvorsorge aktiv angehen. Warum Vorsätze scheitern – und wie Sie dranbleiben Trotz klarer Pläne ist die Umsetzung für viele eine Herausforderung. Zwar sind 41 Prozent der Befragten sehr zuversichtlich, ihre Vorhaben auch tatsächlich umzusetzen. Ein Viertel glaubt jedoch kaum daran, die eigenen Vorsätze einhalten zu können. Der häufigste Grund ist nicht Zeitmangel, sondern fehlende Motivation. 36 Prozent nennen mangelnden Antrieb als Hauptproblem, hinzu kommen unvorhergesehene Lebensereignisse. Zeitmangel spielt mit 19 Prozent eine deutlich geringere Rolle. Besser mit Geld umgehen: Sieben Fehler verhindern Ihren finanziellen Erfolg Unterschätzter Einfluss: Was wir von unseren Eltern über Geld gelernt haben "Man weiß, dass man vorsorgen sollte, schiebt es aber auf morgen", sagt Chrzanowski. Genau dieses Zögern könne wegen der Inflation langfristig viel Geld kosten. Dabei sei der Einstieg heute einfacher denn je. Ob mit einem monatlichen ETF-Sparplan oder dem Kauf einzelner Aktien – entscheidend sei, den ersten Schritt zu gehen. Schritt für Schritt zum Börsenstart Um die Lücke zwischen Vorsatz und Umsetzung zu schließen, kann konkrete Orientierung helfen. t-online zeigt deshalb in einer exklusiven Ratgeberserie Schritt für Schritt, wie ein erfolgreicher Start an die Börse mit Fonds und ETFs gelingen kann. Die Serie erklärt verständlich, wie der Kapitalmarkt funktioniert, welche Wertpapiere sich besonders für Einsteiger eignen, mit welchen Beträgen der Einstieg sinnvoll ist und auf welche Kosten Anleger achten sollten. Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen und aus guten Vorsätzen konkrete erste Schritte zu machen. Günstige Aktienfonds: Diese Anbieter sollten Sie kennen Mit wenig Geld an die Börse: So vermeiden Sie teure Anfängerfehler Depot eröffnen: Das ist der erste Schritt, um ein Vermögen aufzubauen ETF oder Fonds: Diese Wertpapiere lohnen sich für Einsteiger wirklich Geldanlage leicht gemacht: Ein einfacher Leitfaden zum ersten ETF-Kauf Finanzielle Eigenverantwortung wird zur Schlüsselkompetenz Fazit der oben genannten TGM-Umfrage: Private Altersvorsorge und Vermögensaufbau spielen für viele Menschen in Deutschland eine immer größere Rolle, besonders für junge Erwachsene und Frauen. Der Wille ist da, doch zwischen Vorsatz und Umsetzung liegt oft noch eine Hürde. Finanzielle Absicherung ist kein Luxus, sondern eine Frage der Eigenverantwortung. Wer sich informiert, klare Ziele setzt und konsequent handelt, kann auch mit kleinen Beträgen langfristig viel erreichen. Oder, wie es Chrzanowski formuliert: Altersvorsorge beginnt nicht irgendwann, sondern genau dann, wenn Sie anfangen.
