Kennedy Center: Komponist Philip Glass sagt Werk-Premiere ab – wegen Trump
Das Kennedy Center in Washington ist für Musik, Tanz und Theater berühmt. Doch seitdem US-Präsident Trump dort die Kontrolle übernommen hat, häufen sich die Absagen von Künstlern. Nachdem US-Präsident Donald Trump das renommierte Kennedy Center in Washington unter seine Kontrolle gebracht hat, hat der weltberühmte Komponist Philip Glass die Premiere seiner neuen Symphonie dort abgesagt. Die Kultureinrichtung hatte den 88-Jährigen mit der Komposition eines Stückes über den früheren US-Präsidenten Abraham Lincoln (1809–1865) beauftragt, das im Juni dort uraufgeführt werden sollte. Die jetzigen Werte des Kennedy Centers stünden aber in Konflikt mit seiner "Symphony No. 15", schrieb Glass in einem Brief, den er auch via Online-Plattform X veröffentlichte. Deswegen werde er das Werk dort nicht aufführen lassen. Zuvor hatten bereits zahlreiche andere Künstler und Gruppen Auftritte am Kennedy Center abgesagt – darunter die Schauspielerin Issa Rae, das Musical "Hamilton", der Banjo-Spieler Béla Fleck, die Opernsängerin Renée Fleming, die Martha Graham Dance Company, der "Wicked"-Komponist Stephen Schwartz. Auch von der Washington National Opera, die seit 1971 dort auftritt, gab es jüngst eine Absage. Trump machte die Einrichtung zum "Trump-Kennedy-Center" US-Präsident Trump hatte bereits kurz nach seinem Amtsantritt mehrere Mitglieder des Kuratoriums des Kennedy Centers entlassen, selbst den Vorsitz übernommen und den früheren US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, zum Präsidenten der Einrichtung gemacht. Er begründete den Schritt damals unter anderem damit, dass die Institution zu "woke" sei. Jüngst benannte er das Zentrum schließlich in Trump-Kennedy-Center um. In dem 1971 eröffneten prunkvollen Bau am Potomac-Fluss werden traditionell alle Genres von Theater, Tanz und Musik gezeigt. Es wurde ursprünglich nach dem früheren Präsidenten John F. Kennedy (1917–1963) benannt.
