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Kinderbetreuung: Studie: Südwesten Spitze bei Fachpersonal in Kitas

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Eine Studie zeigt: Die Kitas in Baden-Württemberg stehen bei der Ausstattung mit Fachpersonal sehr gut da. Kann man sich das noch leisten, fragten kürzlich einige prominente Bürgermeister.

Baden-Württemberg ist einer Studie zufolge beim Fachpersonal in Kitas bundesweit Spitzenreiter. Nirgendwo sonst gibt es so viele Kindertagesstätten mit einer Personalausstattung, die den wissenschaftlichen Empfehlungen für eine gute frühkindliche Bildung und Betreuung entspricht, wie aus einer Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung und des Österreichischen Instituts für Familienforschung (ÖiF) an der Uni Wien für 2024 hervorgeht. 

Demnach weisen 36 Prozent der Kitas im Südwesten eine Personalausstattungsquote von 100 Prozent aus. Weitere 36 Prozent der Kitas im Südwesten erfüllen die Vorgaben demnach fast vollständig. Auf dem zweiten Platz liegt demnach Bremen mit einer Quote von 32 Prozent. 

Schlusslichter sind die Ost-Bundesländer, wo nur rund zwei Prozent aller Kitas die wissenschaftlichen Empfehlungen zum Fachpersonal erfüllen. Zum Vergleich: Bundesweit erfüllen die Empfehlungen knapp 14 Prozent aller Kitas. 

Oberbürgermeister halten Standards für zu hoch

Zuletzt hatte es im Südwesten auch eine Debatte über die gute Ausstattung mit Fachkräften an den Kitas im Land gegeben. Die Oberbürgermeister mehrerer Städte hatten angesichts knapper Kassen eine Absenkung der Standards gefordert. "Wir müssen weg von diesem Gold- und Platinrahmen hin zu der Politik der Vernunft, was bezahlbar ist", sagte Esslingens Oberbürgermeister Matthias Klopfer (SPD) vor wenigen Wochen.

Er nahm gemeinsam mit seinen Kollegen aus Ludwigsburg, Tübingen und Schwäbisch Gmünd, Matthias Knecht (parteilos), Boris Palmer (parteilos) und Richard Arnold (CDU), die Standards an Kitas in den Blick. "Hätten wir den bayerischen Personalschlüssel, würde alleine Esslingen zwei Millionen Euro weniger für die Betreuung der unter Dreijährigen bezahlen", sagte der Rathauschef. Kritik für den Vorschlag kam von der Gewerkschaft Verdi. 

Studie berücksichtigt auch besondere Bedarfe bestimmter Kinder

Bei der Personalausstattungsquote haben die Experten und Expertinnen der Bertelsmann-Stiftung und des Österreichischen Instituts für Familienforschung nach eigenen Angaben berücksichtigt, dass eine Kita-Fachkraft wegen Ausfallzeiten und administrativen Tätigkeiten im Schnitt nur rund zwei Drittel ihrer Arbeitszeit für die unmittelbare pädagogische Arbeit mit Kindern verwenden kann.

"Ausreichende Personalkapazitäten sind unabdingbar, wenn es um die notwendigen zeitlichen Ressourcen für die individuelle Bildungs- und Entwicklungsförderung des einzelnen Kindes geht", betont das Studienteam. Ob die vorhandene Anzahl der Mitarbeitenden für den Bedarf der Kinder angemessen ist, hänge unter anderem von der Größe der Kita, dem Alter der betreuten Kinder sowie deren besonderen pädagogischen Anforderungen ab.

Die Fachleute haben deshalb erstmals nicht nur die reine Anzahl der Erzieherinnen und Erzieher mit der Zahl der betreuten Kinder und deren Alter ins Verhältnis gesetzt. Stattdessen berücksichtigten sie auch die Zahl der Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache oder einer körperlichen, geistigen oder (drohenden) seelischen Behinderung in einer Kita, weil diese eine intensivere Begleitung benötigen.