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EZB: Verzögerungen beim digitalen Euro erhöhen Abhängigkeit

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Der digitale Zahlungsverkehr in Europa ist von US-Anbietern dominiert. Was passiert, wenn diese "den Stecker ziehen"? Der digitale Euro ist aus Sicht der EZB mehr als eine Alternative zum Bargeld. Die Europäische Zentralbank (EZB) warnt angesichts der weltpolitischen Lage vor Verzögerungen beim Projekt digitaler Euro. "Heute besitzen US-Konzerne kritische Teile der Infrastruktur – sie können uns theoretisch den Stecker ziehen", sagte EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone der "Süddeutschen Zeitung". Die EZB peilt eine Einführung der Alternative zum Bargeld 2029 an. Dafür muss allerdings der Rechtsrahmen für den digitalen Euro stehen. Ein Gesetzentwurf der EU-Kommission wird noch im Europäischen Parlament verhandelt. "Wenn die Gesetze heute stünden, würden Händler und IT-Dienstleister sofort mit der Umsetzung beginnen", sagte Cipollone. "Aber jede Verzögerung erhöht unsere Abhängigkeit von ausländischen Zahlungssystemen." Seit Jahren tüfteln die Euro-Währungshüter an einer digitalen Variante der europäischen Gemeinschaftswährung. Mit einem digitalen Euro wollen die Euro-Notenbanken privaten Anbietern vor allem aus den USA wie Paypal, Mastercard und Visa , die derzeit den Markt für digitale Zahlungen in Europa dominieren, ein europäisches Angebot entgegensetzen. Mit dem digitalen Euro werde ein europäischer Standard geschaffen, so dass Europa im Fall des Ausfalls eines Anbieters noch genug Alternativen für digitale Zahlungen hätte, sagte Cipollone. "Dank der gemeinsamen Infrastruktur könnten Anbieter wie der neue Bezahldienst Wero, eine Initiative mehrerer europäischer Banken, überall in Europa tätig sein." Cipollone betonte: "Niemand wird gezwungen, den digitalen Euro zu nutzen. Man kann auch in Zukunft bar oder mit einem anderen Zahlungsmittel bezahlen."