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Fotografie: Die elegantesten Hühner der Welt – eine fotografische Hommage

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Hühner sind mehr als Frühstücksei und Bauernhof. Zwei Fotografen verwandeln die Vögel in elegante Musen, unter deren Gefieder sich faszinierende Geschichten verbergen.

Als Matteo Tranchellini das Zwerg-Cochin-Huhn Jessica auf einer Geflügelschau sah, war es um ihn geschehen. Er verliebte sich in das prächtig gefiederte Tier. Es wurde seine Muse, Quell seiner künstlerischen Kreativität.

Von da an widmete sich der Mailänder Fotograf gemeinsam mit seinem Kollegen Moreno Monti diesem neuen Projekt: einem Fotobuch, das die Vielfalt der Hühnerrassen einfangen sollte. Sie schleppten Beleuchtung und einen Marmortisch von einer Geflügelschau zur nächsten, um die Tiere in all ihrer Würde und Pracht abzulichten. Am 28. Januar veröffentlichen sie ihr daraus entstandenes Werk: "Gefiederte Eleganz – Eine fotografische Hommage an das Huhn".

Eine Ode an die Hühner

Das Rucken ihres Kopfes und ihr zielstrebiger Schritt inspirierten Tänzerinnen zu neuen Choreografien, Schriftstellerinnen zu Büchern und Musiker zu Welthits. Seit Jahrzehnten messen sich die normschönsten Hühner der Züchter bei Wettbewerben, etwa bei der Lipsia-Schau. Allein in Deutschland gibt es mehr als 200 Hühnerrassen in mehr als tausend verschiedenen Farben, wie die Verlagsgruppe Teneues, die den Bildband herausbringt, schreibt.

Doch nicht nur das Äußerliche von Hühnern ist prächtig. Die Vögel tragen viele unerwartete Geheimnisse unter ihrem Federkleid. Zum Beispiel sind sie der Tierrechtsorganisation Peta zufolge ähnlich schlau wie Menschenaffen. Sie können dazulernen, Probleme lösen, sich an die Vergangenheit erinnern und Entscheidungen treffen. 

Wie menschliche Eltern auch, empfinden Mutterhennen Empathie für ihre Küken. Sie sprechen sogar mit ihren Ungeborenen im Ei und bringen ihnen schon vor dem Schlüpfen Laute bei. Beispielsweise "Grr, bok, bok, bok, bokgah!", dem Verlag Teneues zufolge eine Warnung vor Bodenräubern. Oder ein hohes "Eeee!", was für Gefahren aus der Luft steht.

Manchmal elegant, fast immer zerrupft 

Immer mehr Menschen entdecken die Faszination fürs Federvieh. Hühnerhaltung als Hobby liegt seit einigen Jahren im Trend. Ihren Haltern schenken die Tiere frische Eier und ein wenig Bauernhof-Feeling für den mittelgroßen Garten in der Stadt. Auch einige Promis sind Hühnerfans. So präsentiert sich die Moderatorin Judith Rakers auf Instagram als stolze Besitzerin ihres eigenen kleinen Legebetriebes.

Mit ihrer Hommage an die Hühner möchten die Fotografen Tranchellini und Monti auch zum Nachdenken über die ethischen Dilemmata der Tierhaltung anregen. Denn so liebevoll viele Menschen mit ihren Haushühnern umgehen, zur Wahrheit gehört auch: So elegant wie auf den Fotos können sich die Tiere in der Realität selten zeigen.

2024 aßen die Deutschen mehr als 20 Milliarden Eier, das sind fast 250 Eier pro Person. Das Landwirtschaftsministerium teilte zudem mit, dass 88 Millionen Hühner in diesem Jahr ihr kurzes Dasein in Mastbetrieben verlebten. Auch sie hätten wahrscheinlich lieber ihr glänzendes Gefieder aufgeplustert, statt eingepfercht in Ställen zu sitzen.

Der Bildband "Gefiederte Eleganz – Eine Hommage an das Huhn" ist über die Homepage des Verlags Teneues erhältlich und kostet 50 Euro. Er enthält rund 250 Farbfotografien sowie Essays des Biologen und Geflügelexperten Michael Freiherr von Lüttwitz und der Autorin Anne Jacoby.