Trotz Hitze und Krämpfen: Sinner in Melbourne weiter
Jannik Sinner muss im heißen Melbourne leiden. Am Ende rettet ihn das Stadiondach vor der großen Hitze. Titelverteidiger Jannik Sinner hat bei den Australian Open der großen Hitze getrotzt und sich ungeachtet heftiger Krämpfe ins Achtelfinale von Melbourne gekämpft. Der Weltranglisten-Zweite aus Italien rang am bislang heißesten Tag des diesjährigen Turniers den Amerikaner Eliot Spizzirri mit 4:6, 6:3, 6:4, 6:4 nieder, geriet dabei aber an seine körperlichen Grenzen. Bei Temperaturen von bis zu 38 Grad hatte Sinner große Probleme mit Krämpfen und konnte phasenweise kaum noch laufen. Beim Stand von 4:6, 6:3, 1:2 ließ sich der Melbourne-Champion der vergangenen beiden Jahre erstmals behandeln. Doch die Massage seiner Beine schien erst einmal nicht zu wirken. Sinner humpelte nur noch über den Platz. "Ich weiß nicht, was ich machen soll", sagte der 24-Jährige an sein Trainerteam gerichtet. Zum 1:3 musste Sinner seinen Aufschlag abgeben, ehe die Partie wegen der großen Hitze unterbrochen wurde, um das Dach über der Rod Laver Arena zu schließen. Sinner verschwand in der Kabine, um sich abzukühlen. Sinner dankbar für Unterbrechung "Ich hatte heute Glück mit der Hitzeregel", sagte Sinner nach dem körperlichen Kraftakt. "Ich hatte überall Krämpfe. Ich weiß, dass ich mich in diesem Bereich verbessern muss", sagte der Italiener, der dennoch stolz auf sich war. "Tennis ist ein sehr mentales Spiel. Ich habe versucht, ruhig zu bleiben und einen Weg zu finden. Das ist mir gelungen." Bei den Australian Open gilt seit einigen Jahren die sogenannte "Heat Stress Scale". Dabei handelt es sich um eine Skala von eins bis fünf, die neben der Lufttemperatur auch die direkte Wärmestrahlung der Sonne, die Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit berücksichtigt. Wird ein Wert von 5,0 erreicht, müssen die Spiele unterbrochen und in den großen Arenen die Dächer geschlossen werden. Sinner unter dem Dach überlegen Für Sinner war die Regel an diesem heißen Samstag in Melbourne die Rettung. Unter dem geschlossenen Dach und bei laufender Klimaanlage hatte der Italiener zwar immer noch körperliche Probleme, bekam die Schwierigkeiten jetzt aber einigermaßen in den Griff. Schon vor einem Jahr hatte er im Achtelfinale gegen den Dänen Holger Rune extrem unter der Hitze gelitten und nur mit Mühe ein Aus abwenden können. Dieses Mal litt Sinner wieder, fand aber auch gegen Spizzirri einen Weg. Allein der 3. Satz gegen den stark aufspielenden 85 der Tennis-Welt dauerte 76 Minuten, ehe Sinner sich den Durchgang mit 6:4 sicherte. Spizzirri hielt zwar weiter bravourös dagegen, doch der Titelverteidiger spielte jetzt seine Erfahrung aus und verwandelte nach 3:45 Stunden seinen zweiten Matchball.
