Fahrradhersteller Canyon streicht 320 Stellen nach Corona-Boom
Nach dem Corona-Boom folgt bei Canyon der Sparkurs. Der Koblenzer Fahrradhersteller reagiert mit einem deutlichen Stellenabbau auf die veränderte Marktlage. Der Fahrradhersteller Canyon hat angekündigt, an seinen Kernstandorten bis zu 320 Stellen zu streichen. Betroffen sind damit rund ein Fünftel der insgesamt etwa 1.600 Arbeitsplätze. Als Grund nennt das Unternehmen ein "grundlegend verändertes Marktumfeld" nach den Rekordjahren während der Corona-Pandemie. Canyon-Gründer Roman Arnold erklärte, Ziel der Maßnahmen sei es, "Komplexität zu reduzieren" und das Unternehmen wieder agiler aufzustellen. "Im Radsport gewinnt man ein Rennen nicht durch schiere Größe, sondern durch Schnelligkeit, Präzision und Agilität", sagte Arnold. Gespräche mit dem Betriebsrat seien bereits aufgenommen worden. Papierfabrik: Melitta-Gruppe schließt Werk im Osten Plötzlich fehlen mehr als 10 Milliarden Euro: Trump verschreckt reihenweise deutsche Unternehmen Der Stellenabbau ist Teil einer umfassenderen Neuaufstellung. Nach Angaben Arnolds gehe es nicht nur um Personalkosten, sondern um eine Anpassung der gesamten Kostenstruktur. Der Schritt sei schmerzhaft, aber notwendig, um das Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig aufzustellen. Der Prozess solle "so verantwortungsvoll wie möglich" gestaltet werden. Abkehr vom Wachstum um jeden Preis Für Beobachter kommt der Kurswechsel nicht überraschend. Der Fahrradmarkt hat sich nach dem pandemiebedingten Boom deutlich abgekühlt, Lagerbestände sind hoch, die Nachfrage schwächer. Canyon hatte zuletzt bereits signalisiert, den Fokus stärker auf Profitabilität statt auf schnelles Wachstum zu legen. Trotz des Sparkurses hält das Unternehmen an Investitionen fest – allerdings gezielter als zuvor. Ein Schwerpunkt liegt auf dem E-Bike-Geschäft. In Koblenz plant Canyon ein neues E-Bike Center, das in diesem Jahr eröffnen soll. Die Neuausrichtung bedeutet damit auch eine Verlagerung von Ressourcen in Segmente, die als besonders wachstumsstark gelten. Wie sich der Stellenabbau konkret auf einzelne Standorte auswirken soll, ließ das Unternehmen zunächst offen.
