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Iran: So lässt sich die Internetsperre mit Elon Musks Starlink umgehen

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Das Regime im Iran blockiert das Internet. US-Unternehmer Musk bietet den Menschen im Land einen Gratiszugang zu Starlink, um die Sperre zu umgehen. So funktioniert das Netzwerk. Eine Woche lang ist die Bevölkerung im Iran nun schon vom Internet abgeschnitten. Seit der beispiellosen Kommunikationsblockade sind viele iranische Angehörige im Ausland in großer Sorge um ihre Familien. Seit Dienstag sind erstmals wieder Auslandsgespräche möglich, Rückrufe bleiben aber blockiert. Die Einschränkungen schüren Wut, Verzweiflung und Unsicherheit in der Gesellschaft. Überblick: Alle aktuellen Entwicklungen im Iran-Newsblog Analyse: Davon wird sich das Mullah-Regime nicht erholen Technik: Browser-Plug-in umgeht Netzsperren Die iranische Regierung begründete den Schritt mit einer Bedrohung für die Staatssicherheit. Kritiker hingegen sehen darin den Versuch, nicht nur die Organisation von Protesten zu erschweren, sondern auch zu verhindern, dass Bilder der tödlichen Gewalt durch Sicherheitskräfte an die Öffentlichkeit gelangen. Eine der wenigen Möglichkeiten, die Internetblockade zu umgehen, bietet das Satelliten-Internet Starlink von Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX. Wie funktioniert das System? Das Rückgrat des Systems ist ein Netzwerk aus Tausenden Satelliten. Nutzer benötigen eine Empfangs- und Sendeeinheit mit integrierter Routerfunktion und einer flachen Satellitenantenne. Starlink ist damit unabhängig von herkömmlicher Telekommunikationsinfrastruktur. SpaceX , das den Dienst betreibt, hat den Zugang im Iran kostenlos freigeschaltet. Doch die nötigen Geräte kosten laut Medienberichten auf dem Schwarzmarkt mehr als 1.000 Dollar und sind somit für viele Menschen im Iran unbezahlbar. Das Satellitensystem kann die Blockade punktuell durchdringen, aber nicht die lahmgelegte Infrastruktur ersetzen. Starlink ist im Iran verboten. Deshalb sind nur Empfangsgeräte im Einsatz, die auf unterschiedlichen Wegen ins Land geschmuggelt wurden. Es dürften rund 50.000 Terminals sein, sagte der Aktivist Ahmad Ahmadian dem Finanzdienst Bloomberg. Wie kann das Regime das Internet lahmlegen? Die Telekommunikationsbranche der Islamischen Republik steht unter Kontrolle der Regierung. Bereits bei früheren Protesten nutzte sie diese Macht, um den Internetzugang gezielt zu drosseln. Die aktuelle, umfassende Netzblockade begann am 8. Januar. Laut der Beobachtergruppe Netblocks brach der Datenverkehr dabei um 99 Prozent ein. Auch während des Krieges mit Israel im vergangenen Jahr wurde das Netz kurzzeitig abgeschaltet. Eine derart lang anhaltende Sperre gab es zuletzt 2019; auch in jenem Jahr ging der Iran mit Gewalt gegen Demonstranten vor. Sind alle vom Internet abgeriegelt? Ein kleiner, privilegierter Kreis aus Regierung und Militär dürfte weiter ungehinderten Internetzugang haben. Einige staatliche und regierungsnahe Medien verbreiten etwa ihre Sicht auf die Massenproteste weiterhin über Telegram. Selbst abseits von Zeiten, in denen Massenproteste das Land dominieren, ist das Netz im Iran stark zensiert. Viele Webseiten und Apps sind gesperrt. Um die Blockaden zu umgehen, nutzen Iraner sogenannte Tunneldienste (VPN), deren Erwerb einen eigenen kleinen Markt bildet. Was droht bei Verstoß gegen die Sperre? Für die Nutzung von Starlink drohen jahrelange Haftstrafen. Ein potenzielles Problem für die Nutzer ist, dass die Antennen ein freies Sichtfeld zu den Satelliten am Himmel brauchen. Idealerweise müssen sie also irgendwo im Freien platziert werden, wo sie von den Behörden entdeckt werden können. Aktivisten zufolge setzen diese dafür unter anderem Drohnen ein. Auch können von den Terminals ausgehende Signale aufgespürt werden. Informieren konnten sich die Menschen in dem Land mit etwa 90 Millionen Einwohnern in den vergangenen Tagen teilweise über Exilsender, die ihre Programme über Satellitenfernsehen ausstrahlen. Jegliche Zusammenarbeit, Interaktion und jeglicher Informationsaustausch mit dem größten Exilsender, Iran International, erklärte die iranische Justiz indes als illegal. In mehreren Teilen der Hauptstadt Teheran haben Sicherheitskräfte zudem begonnen, Satellitenschüsseln von den Hausdächern zu beschlagnahmen – eine alte Praxis aus der Zeit vor dem Internet. Wann das Internet wieder funktioniert, ist unklar. Inzwischen berichtet die "New York Times" zudem, dass iranische Behörden auch militärische Elektronikwaffen einsetzen, um die GPS-Signale zu stören, die für den Betrieb der Starlink-Geräte erforderlich sind.