Handball-EM: Wolff liefert gegen ersten Gegner und muss einstecken
Beim EM-Auftaktsieg der deutschen Handballer zeigte Andreas Wolff nach seiner Lästerattacke gegen Österreich eine starke Leistung. Auch er selbst musste einstecken – und zeigte sich versöhnlich. Aus Silkeborg berichtet Nils Kögler. Mit einem blauen Auge schritt Andreas Wolff durch den Interviewbereich der Jyske Bank Boxen im dänischen Herning. Nachdem der deutsche Handball-Nationaltorwart unter der Woche mit seinen "Anti-Handball"-Aussagen gegen den EM-Auftaktgegner aus Österreich ausgeteilt hatte, musste der 34-Jährige während des Aufeinandertreffens am Donnerstagabend ordentlich einstecken. Spielplan, Orte, Modus: Das Wichtigste zur Handball-EM 2026 in der Übersicht Handball-EM 2026: So sehen Sie die Titelmission der deutschen Mannschaft live In der 41. Minute des 30:27-Erfolgs bekam Wolff bei einem Abwehrversuch den Ball mit voller Wucht auf das geöffnete linke Auge. Sieben Minuten lang ließ sich der deutsche Torwart behandeln, kehrte dann jedoch ins Spiel zurück und setzte seine starke Leistung fort. Wolffs Veilchen hätte dabei auch stellvertretend für die Leistung der deutschen Mannschaft stehen können, die bei dem am Ende ungefährdeten, aber glanzlosen und teilweise fahrigen Auftritt auf eine starke Defensive und einen starken Wolff angewiesen war, um am Ende zu gewinnen. Hätte der deutsche Schlussmann in der Schlussphase nicht noch einen wichtigen Siebenmeter pariert, wären die Österreicher erneut auf einen Treffer herangekommen – und die Mannschaft wäre kurz davor gewesen, sich selbst ein blaues Auge zu holen. Doch Wolff war zur Stelle – und hatte auch angesichts des Wirbels um seine provokanten Aussagen danach gut lachen. Wolff provozierte Österreich "Die Österreicher spielen natürlich absoluten Anti-Handball. Das möchte auch eigentlich keiner sehen. Das ist sehr unattraktiv", hatte Wolff vor der Begegnung vor allem in Bezug auf das Sieben-gegen-Sechs der Österreicher gesagt. "Sie haben mit Lukas Hutecek und Mykola Bilyk zwei absolute Alphatiere, die das Angriffsspiel in all ihrer Hässlichkeit leiten und dafür sorgen werden, dass es kein Leckerbissen wird", so Wolff weiter. Die Aussagen hatten in den österreichischen Medien und teilweise auch bei den Spielern einigen Ärger erregt. Beim Einlauf in die Halle wurde Wolff von den österreichischen Fans ausgebuht. Der Torwart nahm das nach dem Spiel gelassen hin: "Die Pfiffe waren ja zu erwarten und haben mich auch nicht weiter gestört. Das ist jedermanns gutes Recht." "Wortwahl war überspitzt" Auch vor dem Spiel hatte es nach Wolffs Angaben Anfeindungen gegeben. "Es gab natürlich die ein oder andere Instagram-Nachricht, die mich sehr erheitert hat; in denen mir genau das, was heute passiert ist, natürlich nicht gewünscht wurde. So ist das eben. Wenn man solche Worte wählt, muss man dazu auch stehen", so Wolff. "Wenn man sieht, was es für einen Wirbel gegeben hat, ist es schön, dass man dann auch seinen Teil beitragen kann", sagte er über seine Leistung bei dem Auftaktsieg. Dabei sah sich Wolff durch die vorangegangenen 60 Minuten durchaus bestätigt: "Ich finde nach wie vor das Sieben-gegen-Sechs nicht sehr schön anzuschauen. Ich bin absolut kein Fan von dieser Spielweise. Ich denke, insbesondere die erste Halbzeit hat mir da recht gegeben", sagte er im Gespräch mit österreichischen Medien. Doch er schlug auch versöhnliche Töne an und gab zu, "dass die Wortwahl auf jeden Fall überspitzt war" und: "Das war natürlich nicht zu hundert Prozent ernst gemeint." Die Wunden im Verhältnis zu den Österreichern dürften damit gekittet sein, genau wie sein Auge. "Wichtig ist, dass da nichts kaputtgegangen ist und jetzt gehe ich in die Kabine und lass es noch ein bisschen kühlen", sagte Wolff über seine Verletzung und schritt mit einem zufriedenen Lächeln davon.
