Kaufkosmos: Welcher ist wirklich spritzig? Fünf Wassersprudler im Test
Wassersprudler bieten spritziges Wasser ohne Kistenschleppen. Doch welcher ist wirklich gut? Der stern hat fünf beliebte Geräte getestet. Der Sieger kommt nicht von Sodastream.
Drücken + Zischen = Sprudelwasser – so einfach ist der Reiz von Wassersprudlern erklärt. Keine Kisten schleppen müssen, aber trotzdem prickelndes Wasser zu Hause zu haben, ist eben eine sehr attraktive Option. Doch die Auswahl ist groß – und die Entscheidung oft entsprechend schwierig. Hier erfahren Sie, welcher Wassersprudler sich wirklich lohnt – und für wen.
Die grundsätzliche Funktionsweise ist bei allen Geräten dieselbe: Mit einer Gaskartusche wird Kohlenstoffdioxid, also CO2, mit Druck ins Wasser gespritzt. Dabei entsteht Kohlensäure – die dann das Wasser zum Sprudeln bringt. In der Praxis gibt es aber durchaus beachtliche Unterschiede zwischen den Sprudlern – beim Preis, der Optik, dem technischen Design und natürlich bei praktischen Fragen wie der Reinigung und der Verfügbarkeit der Gaskartuschen.
© Malte Mansholt
Der Test vergleicht fünf Geräte:
Neben den genannten sind etwa auch folgende Geräte einen Blick wert:
Fazit: Welcher Wassersprudler ist der beste?
Gleich zu Anfang wollen wir Ihnen unseren Testsieger verraten: Der beste Sprudler im Test ist der Grohe Blue Fizz. Er bot das spritzigste Sprudelergebnis, ist leicht zu reinigen und nicht zu teuer. Als spannende Alternative bietet sich der Sage Infizz Fusion an. Er sprudelt fast so gut wie der Testsieger, kann aber zusätzlich noch weitere Getränke als Wasser perlig aufsprudeln. Leider ist er aber deutlich teurer. Wer unbedingt Glasflaschen möchte, kommt am Sodastream Crystal 3.0 nicht vorbei. Er sprudelt ebenfalls sehr gut, kommt aber nicht ganz an das Ergebnis der beiden Konkurrenten heran. Dafür ist er aber günstiger und unterstützt als einziges Modell Glaskaraffen. Der Preistipp ist der Woody von Mysoda. Er sprudelt ordentlich, ist aber dafür deutlich günstiger als die anderen Modelle.
Alle Details, Eindrücke und Testergebnisse finden Sie in den Einzeltests weiter unten.
Vergleichstabelle Wassersprudler
| Grohe Blue Fizz | Sage Infizz Fusion | Sodastream Crystal 3.0 | Mysoda Woody | Aarke Carbonator 3 | Sodastream E-Duo | Sodastream Enso | Philips GoZero | |
| Gesamteindruck | ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Testsieger | ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ | ⭐️⭐️⭐️⭐️ | ⭐️⭐️⭐️ Preistipp | ⭐️⭐️⭐️ | ⭐️⭐️⭐️⭐️ | ⭐️⭐️⭐️ | Keine Wertung |
| Abmessungen* | 44,6 x 24,2 x 11,9cm | 43 x 15 x 26cm | 45 x 26 x 16cm | 40,8 x 24,5 x 13cm | 41,4 x 25,8 x 15,3 cm | 43,7 x 27,7 x 15,9cm | 42,2 x 22,6 x 11,4cm | 42,4 x 24 x 12,5cm |
| Flaschen (sprudelbare Menge) | PET 850ml | PET 800ml | Glas 700ml | PET 800ml | PET 800ml | PET und Glas 800ml | PET 800ml | PET 800ml |
| Kartuschensystem | Schraubsystem | Schraubsystem | Quick Connect | Schraubsystem | Schraubsystem | Quick Connect | Quick Connect | Schraubsystem |
| Ist die Flache spülmaschinentauglich? | Nein | Nein | Ja | Nein | Nein | Ja | Ja | Nein |
| Besonderheiten | Elektrische Auswahl der Sprudelstärke | Auch Aufsprudeln anderer Getränke als Wasser möglich | Glaskaraffe | Holzgehäuse | – | Elektrische Auswahl der Sprudelstärke, Glas- und Plastikflachen nutzbar | – | – |
| Preis (UVP) | 129 Euro | 199,90 Euro | Ab 89,99 Euro | 79 Euro | 210 Euro | 179,99 Euro | 199,99 Euro | 99,99 Euro |
*Herstellerangabe
So haben wir die Wassersprudler ausgewählt
Bei der Auswahl wurde auf eine gute Mischung aus Einsteiger-, Mittelklasse- und Premiumgeräten geachtet, die zudem bei den Kunden auf Interesse stoßen. Nach diesen Kriterien haben wir die Modelle ausgewählt:
- Markenprodukte bzw. Produkte bekannter Hersteller im getesteten Bereich
- Hohe Zufriedenheit der Kunden in Bewertungen
- Gute Verfügbarkeit in bekannten Onlineshops wie Amazon oder Otto
Die Geräte wurden von den Herstellern zur Verfügung gestellt oder gekauft.
So haben wir getestet
Wir wollen ganz konkret wissen: Wie gut sprudeln die getesteten Modelle? Wie einfach ist die Handhabung? Wie gut lassen sie sich reinigen? Aber auch: Wie viel machen sie optisch her? Und dann ist natürlich die Frage, ob dieses Ergebnis den doch sehr unterschiedlich hohen Preisen angemessen ist.
Dazu haben wir alle Modelle in die Testküche geholt. In mehreren Sprudelvorgängen wurde verkostet und verglichen, wie gut das Sprudelergebnis ist – und dann nach zwei Stunden Wartezeit erneut probiert. Auch die Einrichtung, die Handhabung und natürlich die Reinigung wurden ausführlich dokumentiert und bewertet.
Der Klassiker: Sodastream Crystal 3.0
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Man kann wohl guten Gewissens von einem Klassiker sprechen: Der Sodastream Crystal 3.0 ist der mit Abstand meistverkaufte Wassersprudler bei Amazon – und das seit Jahren. Der Erfolg ist vermutlich der gesunden Mischung zu verdanken: Der Crystal 3.0 ist mit einem Preis um 100 Euro weder billig noch besonders teuer, er setzt auf Glasflaschen, und die Kartuschen sind sogar als Original quasi überall zu bekommen.
Optik: Ein Hingucker ist der Crystal 3.0 eher nicht. Das Design ist zweckmäßig, die Mischung aus Metall und Plastik wirkt zwar nicht billig, aber eben auch nicht sonderlich edel. Wegen des Korbes und dem nach oben ragenden Flaschenaufsatzes nimmt der Sprudler bei Nichtgebrauch trotzdem recht viel Platz auf der Küchenzeile ein.
Handhabung: Der Aufbau ist einfach gehalten und entsprechend auch leicht zu bedienen. Die Flasche wird in einen Metallkorb eingesetzt, der dann umgeklappt wird. Dann wird der Deckel nach unten gedrückt und mit einem Riegel geschlossen. Ein Einschrauben der Flasche ist nicht nötig. Dann drückt man die einzige Taste oben, bis das gewünschte Sprudelergebnis erreicht ist. Überlaufen kann der Crystal 3.0 nicht, selbst wenn man zu lange drückt.
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Sprudelergebnis: Das Sprudelergebnis ist sehr konstant. Mit etwas Herumprobieren lernt man schnell, wie lange man für das nach eigener Vorliebe beste Ergebnis drücken muss. Dabei kann man sich gut am Geräusch orientieren.
Einmal gesprudelt, schmeckt das Wasser angenehm perlig. Die Flaschenform sorgt zudem dafür, dass die Kohlensäure auch lange gehalten wird. Nach zwei Stunden war eine halbe Flasche nahezu genauso sprudelig wie direkt nach dem Sprudeln. Rein vom Sprudelergebnis ist der Sodastream Crystal 3.0 unter den besten Modellen im Test.
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Flaschen: Ein großes Plus sind die Flaschen. Die Glaskaraffen sind wertig, aber nicht zu schwer. Mit 600 Millilitern aufsprudelbarem Wasser sind sie allerdings nicht besonders groß. Die Form sorgt dafür, dass die Kohlensäure auch über mehrere Stunden gehalten wird.
Selbst kleinere Stürze überstehen sie in der Regel unbeschadet. Als einzige Flasche im Test ist sie spülmaschinengeeignet. Wer Plastikflaschen wegen möglicher Ausdünstungen vermeiden möchte, weiß die Glasflaschen natürlich noch einmal mehr zu schätzen. Für das Mitnehmen unterwegs sind die Glasflaschen allerdings wegen des Gewichts weniger gut geeignet.
Erfreulich: Die Flaschen sind relativ häufig als Sonderangebot zu bekommen.
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Reinigen: Ein Manko ist die Reinigung. Vor allem der Flaschenkorb verschmutzt mit der Zeit stark, was wegen eines Plastikeinsatzes oft kaum auffällt. Nimmt man den Einsatz nach einer Weile heraus, hat sich dort aber je nach Wasserhärte recht schnell Kalk und anderer Schmutz angesammelt – der dann mühsam herausgeschrubbt werden muss. Dabei ist die enge Bauform des Korbes wenig hilfreich, ein Plastikteil am Boden macht es quasi unmöglich, verkrusteten Schmutz vollständig loszuwerden. Idealerweise wischt man deshalb mindestens einmal die Woche durch den Korb, sodass sich der Dreck gar nicht erst so stark sammelt.
Kartuschen: Bei den Kartuschen ist der Sodastream vorbildlich. Zum einen sind die Sodastream-Kartuschen in nahezu jedem Super- oder Drogeriemarkt zu bekommen, das ist ein großes Plus. Zum anderen setzt der Hersteller beim Crystal 3.0 auf das moderne Quick Connect-System statt auf das "alte" Schraubsystem, bei dem die Kartuschen in das Gerät geschraubt werden mussten. Das Einschrauben war bei älteren Modellen des Herstellers ziemlich fummelig – auch im Vergleich zu anderen Sprudlern. Die Kartuschen mit Quick Connect werden einfach mit einem Hebel eingeklinkt. Das funktioniert intuitiv und ist wesentlich praktischer.
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Fazit Sodastream Crystal 3.0: Der Sodastream Crystal 3.0 steht nicht umsonst in unzähligen Küchen. Die Kombination aus guter Verfügbarkeit, einfacher Bedienung und einem leckeren Sprudelergebnis zu einem moderaten Preis um 100 Euro überzeugt. Als Bonus ist er das einzige Modell mit Glasflaschen im Test. Einziges Manko ist die umständliche Reinigung. Wischt man den Korb regelmäßig aus, kann man ein zu starkes Verschmutzen aber leicht verhindern.
Der Preistipp: Mysoda Woody
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Der Mysoda Woody ist in mehrerer Hinsicht eine Besonderheit im Testfeld. Zum einen ist er der günstigste Sprudler im Test, der UVP liegt bei 79 Euro, er ist aber oft bereits unter 50 zu bekommen. Zum anderen ist er das einzige Modell aus Holz. Beides ist spürbar, aber nicht unbedingt nachteilig.
Optik: Das Design ist schlicht gehalten. Der Woody besteht wirklich nur aus dem nötigsten: Eine Säule, in der auch die Kartusche verschwindet, ein Kopfteil, in das die Flasche eingeschraubt wird und ein Knopf, um zu sprudeln. Das war’s eigentlich. Schade: Der Woody kommt ohne Auffangschale. Wenn man kleckert, muss man also gleich den Küchentresen abwischen.
Zusammen mit dem Holzdesign, es handelt sich genau genommen um ein Biokomposit auf Holzbasis, wirkt das Design wie etwas, das auch von Ikea stammen könnte. Schlicht, aber funktional. Dieser Eindruck verstärkt sich eher, wenn man den Woody anfasst: Die Oberfläche ist leicht rau, an Holz würde man eher nicht denken. Der vom Hersteller gelobte Holzgeruch fiel nicht ausgeprägt auf. Dass der aus Finnland stammende Hersteller auf Holz statt auf Plastik setzt, sorgt aber für ein gutes Gewissen. Leider ist die umweltschonende Philosophie aber nicht in jedem Detail bedacht: Die Flasche ist nicht aus Glas, sondern aus PET gefertigt.
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Handhabung: Die Bedienung ist sehr intuitiv. Der Kopf lässt sich zur Seite wegklappen und dann abnehmen. So kann man die Sprudlerkartusche eindrehen. Ist der Kopf wieder aufgesetzt, muss man nur die Flasche einschrauben und kann per Knopfdruck sprudeln. Je nach gewünschter Stärke sollte man zwei bis drei Spritzer eingeben.
Sprudelergebnis: Das Sprudelergebnis ist solide, aber nicht ganz so gut wie bei einigen Konkurrenten im Test. Das Wasser ist durchaus sprudelig, der Geschmack gut. Auch nach zwei Stunden ist noch genügend Sprudel vorhanden. So spritzig wie etwa die Modelle von Grohe oder Sodastream ist das Ergebnis aber nicht.
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Die Flasche ist je nach gewählter Farbe im selben Design gehalten. Die ebenfalls aus Holzkomposit gefertigten Deckel und Boden sind farblich auf das gewählte Modell abgestimmt, das macht durchaus etwas her. Die Flasche selbst besteht aus PET und fasst insgesamt einen Liter Wasser, aufsprudeln darf man aber nur 800 Milliliter. Leider darf die Flasche nicht in die Spülmaschine. Hier muss man mit der Bürste selbst ran.
Reinigen: Die Reinigung des Gerätes selbst ist dafür denkbar einfach. Weil das Gerät nur für die Kartusche geöffnet wird, muss man nur das Äußere reinigen, hier reicht ein Darüberwischen. Da es kein Auffangbecken gibt, entfällt auch hier die Reinigung. Der Woody ist damit wirklich sehr pflegeleicht – solange man nicht viel kleckert.
Kartuschen: In der Basisvariante ist keine Kartusche enthalten. Bei den Kartuschen handelt es sich um die Standardvariante mit Schraubverschluss, hier kann man etwa auch die von Sodastream oder Eigenmarken der Supermärkte auswählen. Wer möchte, kann aber auch direkt ein Paket inklusive Kartusche kaufen. Das ist wegen des etwas komplizierteren Umtauschs aber eher nicht zu empfehlen. Spannend: Als einer von wenigen Herstellern bietet Mysoda auch Kartuschen an, die gleich mit einer leichten Geschmacksnote ausgeliefert werden, also etwa einen Zitronenhauch direkt ins Wasser sprudeln. Diese Kartuschen haben wir allerdings nicht getestet.
Fazit Mysoda Woody: Der Mysoda Woody ist der perfekte Sprudler, wenn man wenig Geld ausgeben oder die Umwelt schonen möchte. Das schlichte Holzdesign ist allerdings sicher nicht jedermanns Sache. Das Sprudelergebnis ist gut, aber nicht berauschend. Die Reinigung der Flasche ist Handarbeit, dafür ist der Sprudler selbst verhältnismäßig pflegeleicht. Nur Kleckern sollte man nicht zu viel. Mit den Aroma-Kartuschen bietet Mysoda zudem ein spannendes Zusatzangebot.
Der Hingucker: Aarke Carbonator 3
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Wie hübsch kann ein Sprudler sein? Ja! Der Aarke Carbonator 3 hat definitiv das größte Instagram-Potential des Testfeldes. Der Designsprudler im Industrielook macht auf der Küchenzeile viel her. Doch ausgerechnet bei der wichtigsten Disziplin kann er nicht im selben Maße mithalten.
Optik: Mit klaren Formen, sichtbaren Nieten und einem Sprudel-Hebel erinnert der Aarke Carbonator an alte Haushalts- oder Nähmaschinen. Das Testmodell in Sandfarbe kommt außerdem mit einer angenehm rauen Textur daher. Optisch und in Bezug auf das haptische Erlebnis kam tatsächlich keiner der anderen Sprudler an die wertige Wirkung des Carbonators heran.
Das gute Design beschränkt sich aber nicht nur auf die Optik. Die Kartusche wird einfach von unten eingeschraubt, die Flasche lässt sich ebenfalls kinderleicht ins Gehäuse schrauben. Dann noch den schicken Hebel drücken – und schon zischt die Kohlensäure ins Wasser. Die Bedienung ist gelungen.
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Vom Sprudelergebnis kann man das leider nicht sagen. Obwohl in allen Modellen das gleiche Wasser und bei dreien sogar dieselbe Kartusche verwendet wurde, kam das Wasser aus dem Aarke Carbonator 3 geschmacklich deutlich schlechter weg. Zum einen, weil die Perligkeit auch nach mehreren Stößen zu wünschen übrigließ. Zum anderen waren sich alle Tester einig, dass der Geschmack im Vergleich zu den anderen getesteten Modellen deutlich abfiel. Und das trotz der sonst gleichen Umstände. Beim Nachschmecken nach mehreren Stunden hatte sich der Effekt nur verstärkt. Geschmacklich und beim Sprudeln ließ uns der Aarke enttäuscht zurück.
Bei den Flaschen gibt es zunächst einen positiven Eindruck: Als einziges Modell im Test kam der Carbonator schon in der Basisvariante gleich mit zwei Flaschen daher. Die Flaschen sehen schick aus, sind aber leider nicht im Design an den Carbonator angepasst: Das sandfarbene Modell hatte trotzdem Flaschen mit Silber-Applikationen im Paket. Hier hätte man ausgerechnet beim Designermodell mehr erwartet. Dass statt Glas auf PET gesetzt wird, ist schade, aber in Ordnung. Alternativ bietet Aarke auch hübsche Edelstahlflaschen an. Die Flaschen fassen einen Liter, aufsprudeln lassen sich aber nur 800 Milliliter.
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Bei der Reinigung sind die Applikationen der Flaschen leider etwas nervig. Dringt Wasser in die Ränder ein, kann man es nicht besonders effektiv wieder entfernen. Auf Dauer könnte sich so Kalk sammeln. Auch die Reinigung des Gerätes ist komplizierter als nötig. Das liegt vor allem am eigentlich hübschen Sieb über der Auffangschale. Durch seine magnetische Befestigung fällt es beim Bewegen des Carbonators zwar nicht heraus, allerdings lässt es sich auch nicht einfach mit den Fingern entfernen – man muss zu Hilfsmitteln wie einem Buttermesser greifen. Ist das Sieb entfernt, ist das Auffangbecken aber gut zu säubern.
Kartusche: Obwohl man beim Lieferumfang die zusätzliche Flasche loben muss, gibt es beim Carbonator an diesem Punkt auch einen Abzug: Eine Kartusche ist nicht enthalten. Die muss man trotz seines hohen Kaufpreises (UVP 210 Euro) also zusätzlich besorgen. Immerhin handelt es sich um Standardkartuschen mit Schraubgewinde, man kann also bedenkenlos Kartuschen der Konkurrenz oder die Eigenmarke des nächsten Super- oder Drogeriemarktes benutzen.
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Fazit Aarke Carbonator 3: Der Carbonator 3 ist der mit Abstand schönste und wertigste Sprudler im Testfeld – kommt aber ausgerechnet beim Sprudeln nicht an die Konkurrenz heran. Das Wasser war weder besonders spritzig, noch überzeugte es geschmacklich auf ganzer Linie. Die Bedienung ist einfach, die Reinigung aber etwas umständlich. Wer nur gelegentlich spudeln möchte, aber ein hübsches Gerät sucht, kann beim Aarke Carbonator 3 trotzdem zuschlagen.
Der Spritzigste: Grohe Blue Fizz
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Der Hersteller Grohe sorgt sonst mit Wassersystemen für sprudeliges Wasser direkt aus dem Hahn. Der Blue Fizz ist der einzige reguläre Sprudler im Portfolio – und profitiert klar von der Expertise.
Optik: Der erste Eindruck ist eher unscheinbar. Der Grohe Blue Fizz ist beim Design zurückhaltend, vor allem in der getesteten Variante in Schwarz, es gibt aber Varianten mit mehr Hinschau-Faktor in Weiß, mit oder ohne schwarze Applikationen. Der Blue Fizz geht nicht als Designobjekt durch, macht aber optisch durchaus etwas her. Das Gehäuse besteht nur aus einer Bodenplatte, einem Körper und dem Kopf mit Spudel-Spitze, ähnlich wie es etwa beim MySoda Woody der Fall ist. Alles fühlt sich gut verarbeitet und wertig an.
Das größte Alleinstellungsmerkmal beim Design des Blue Fizz ist der große Drehregler auf dem Sprudelkopf – und der USB-C-Anschluss auf der Rückseite. Der Grohe-Spudler braucht nämlich Strom. Dazu aber später mehr.
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Handhabung: Die Ersteinrichtung geht schnell von der Hand. Der Kopf lässt sich zur Seite wegklappen, dann wird die im Lieferumfang enthaltene Kartusche eingeschraubt. Und man kann den Kopf wieder aufsetzen. Beim ersten Mal ist das etwas ungewohnt, es funktioniert aber wirklich gut.
Bevor man sprudeln kann, muss man den Grohe Blue Fizz aber erstmal einschalten. Dazu dreht man einfach kurz den Regler. Einmal aufgewacht, zeigt ein kleines Display mehrere Angaben an. Die wichtigste ist der Punkt, den man mit dem Drehregler hin- und herbewegt. Er zeigt an, welche Sprudelstärke (leicht, medium oder stark) eingestellt ist. Außerdem gibt es eine Anzeige zum Füllstand der Kartusche und die Akkuladung. Der Sprudler braucht zwar Strom, muss aber nicht ständig am Kabel hängen. Ihn gelegentlich an die Steckdose zu hängen reicht. Grohe legt ein USB-C-Kabel bei, allerdings ohne Netzteil. Man kann aber auch beliebige andere Netzteile, etwa von Smartphone oder Laptop nutzen, wenn sie ebenfalls den Standard unterstützen.
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Das Aufsprudeln selbst funktioniert dann ganz klassisch: Fest aber nicht zu lange muss man die Sprudeltaste drücken, die Stärke bestimmt das Gerät selbst. Natürlich kann man auch mehrfach drücken – nötig ist das aber eigentlich nicht.
Sprudelergebnis: Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Der Grohe Blue Fizz lieferte nach einhelliger Meinung das beste Sprudel-Ergebnis im Test. Schon bei mittlerer Einstellung ist das Wasser angenehm perlig, auf voller Stärke wird es regelrecht "crispy", wie eine Testerin überrascht lobte. Auch nach mehreren Stunden in der Flasche hält sich der Eindruck: Rein in Bezug auf das Sprudelergebnis kam kein anderes Modell im Testfeld an den Blue Fizz heran.
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Die PET-Flasche ist unauffällig. Mit 850ml Fassungsvermögen vor Aufsprudeln entspricht sie dem Standard, die Plastikapplikation am Boden und der Deckel sind angeraut und fühlen sich gut an. Die etwas länglichere Form dürfte einer der Gründe dafür sein, dass sie Kohlensäure auch über längere Zeit halten kann.
Bei der Reinigung ist die Flasche allerdings ein kleines Manko. Sie ist nicht spülmaschinentauglich, muss also händisch gereinigt werden. Grohe legt zwar eine Packung Tenside für die Reinigung bei, realistisch dürften aber die wenigsten Nutzer welche nachkaufen. Auch das Gerät selbst ist bei der Reinigung nicht unter den einfachsten. Wegen der Elektronik muss man vorsichtiger sein, der Sprudelstutzen lässt sich gar nicht reinigen. Auch das Auffangbecken mit seinem Sieb könnte einfacher zu säubern sein.
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Bei der Kartusche handelt es sich um die Standard-Schraubkartusche. Grohe legt eine Kartusche bei, allerdings handelt es sich um eine seiner Eigenmarke. Das erlaubt zwar, sofort loszulegen, der Austausch ist aber komplizierter, als wenn man verbreitetere Modelle wie die von Sodastream oder die Eigenmarken der Supermärkte nutzt. Immerhin lässt einem Grohe die Wahl: Andere Hersteller legen gar keine Kartusche bei. Für die meisten Nutzer dürfte es dennoch auf Dauer praktikabler sein, eine zusätzliche Kartusche zu besorgen, die sich mit weniger Aufwand tauschen lässt.
Fazit Grohe Blue Fizz: Schon rein von der Sprudelleistung ist der Blue Fizz von Grohe ganz klar der beste Sprudler im Test. Das Aufsprudeln ist einfach, das Ergebnis wirklich lecker – und das auch über längere Zeit. Wie nützlich die Elektronik ist, steht aber auf einem anderen Blatt. Man könnte schließlich auch einfach händisch sprudeln. In Bezug auf die Reinigung ist etwas Luft nach oben. Der UVP von 129 Euro ist eher im höheren Bereich, aber angemessen. Im Gesamtpaket überzeugte uns der Grohe Blue Fizz damit klar.
Der Vielseitige: Sage Infizz Fusion
© Malte Mansholt
Vom Kaffee-Spezialisten Sage kommt der speziellste Sprudler im Test. Der Infizz Fusion kann nämlich als einziges Gerät nicht nur Wasser sprudeln – sondern auch viele andere Flüssigkeiten aufperlen. Dafür ist die Bedienung etwas gewöhnungsbedürftiger.
Optik: Der erste Eindruck ist schon mal sehr gut. Der Sage-Sprudler kommt im schicken Edelstahldesign daher, wirkt gleich auf den ersten Blick hochwertig und edel verarbeitet. Neben dem Silber gibt es auch eingefärbte Varianten etwa in Schwarz, Dunkelblau, einem hellen Goldton oder samtigem Weiß. Die klaren Formen, der interessant gestaltete Sprudler-Hebel und das hübsche Sieb machen ihn zu einem Highlight auf der Küchenzeile. Im Test gefiel uns optisch nur der Aarke besser.
© Malte Mansholt
Ein kurzes Stutzen gibt es bei der ersten Einrichtung. Der Sprudelstutzen, der sogenannte Fusion Cap, lässt sich nämlich herausnehmen – und sitzt dann aufgeschraubt auf der Flasche. Warum das so ist und wozu es gut ist, folgt weiter unten. Die Gas-Kartusche – leider nicht im Lieferumfang enthalten – wird einfach von unten in das Gehäuse eingeschraubt.
Handhabung: Das erste Sprudeln ist zunächst etwas ungewohnt. Die Flasche wird zunächst normal gefüllt, als einziges Modell hat der Infizz Fusion nicht nur eine Linie, sondern zwei für minimale und maximale Füllung. Dann wird sie eingeschraubt und man drückt den Hebel nach unten – soweit, so vertraut. Doch wenn man die Flasche abnehmen möchte, kommt es zu einer kurzen Irritation: Die Flasche lässt sich nämlich nicht einfach entnehmen. Stattdessen muss man sie mit dem Sprudel-Stutzen, der sogenannten Fusion Cap, aus dem Gerät nehmen. Erst wenn man einen roten Schalter an der Fusion Cap betätigt hat, lässt diese zischend das überschüssige Gas entweichen – und kann dann von der Flasche abgenommen und wieder ins Gerät verbaut werden.
© Malte Mansholt
Was am Anfang kurz irritiert, hat durchaus seinen Zweck: Sprudelt man andere Flüssigkeiten als Wasser auf, kann sich in der Flasche nämlich Schaum bilden – und der soll nicht ins Gerät gelangen. Zudem erlaubt es die Fusion Cap, die Kohlensäure bis kurz vor dem Servieren perfekt zu erhalten. Hat man die anfängliche Verwirrung überwunden, gewöhnt man sich sehr schnell an den unkomplizierten Extraschritt.
Sage legt einen Trichter sowie ein Sieb bei, um das Einfüllen etwa aus einem Pürierbecher einfacher zu machen und Fruchtfleisch herauszufiltern. Wer möchte, kann vor dem Aufsprudeln aber auch Obst oder Kräuter wie Minze direkt in der Flasche hinzufügen und diese als Infusion einwirken lassen. Sage bietet selbst ein kostenloses Rezeptbuch zum Ausprobieren an.
Doch wie ist das Sprudelergebnis? Schon wenn man sich auf Wasser beschränkt, kann der Sage Infizz Fusion auf ganzer Linie überzeugen. Sage empfiehlt zwar gekühltes Wasser zwischen 1-8 Grad Celcius zu verwenden, normale Leitungstemperatur funktionierte im Test aber auch. Hat man die perfekte Drucklänge für den eigenen Geschmack gefunden, ist das Sprudelergebnis konstant gut. Das Wasser ist wunderbar perlig. Auch über mehrere Stunden hält sich das Ergebnis in der geschlossenen Flasche. Im Test konnte nur der Grohe beim Sprudeln noch mehr begeistern.
© Sage
Die wahre Magie des Sage Infizz Fusion kommt aber, wenn man andere Getränke als Wasser aufsprudelt. Der Kreativität sind tatsächlich wenige Grenzen gesetzt. So kann man etwa Apfelschorle erst nachträglich mit Kohlensäure versetzen, eigene Limonade mischen, Eistee mit Kohlensäure versetzen oder sprudelige alkoholische Drinks und Cocktails zubereiten. Sogar etwas abgestandene Cola lässt sich wieder frisch machen. Im Test begeisterte vor allem selbst gemachte Limonade und ein besonders spritziger Aperol.
Das größte Manko: Auch beim Aufsprudeln anderer Getränke muss immer die Minimalmenge erreicht werden. Man muss also immer mehrere Gläser des Getränks zubereiten wollen. Ein Cocktail nur für eine Person oder das letzte Glas aus der Cola-Flasche lassen sich also nicht einfach mal aufperlen.
Flasche: Abseits des Fusion-Aufsatzes ist die Flasche weitgehend unauffällig. Das PET-Gehäuse ist unten mit einer hübschen Edelstahl-Applikation veredelt, auch der Deckel setzt auf das edle Material. In die Spülmaschine darf sie zwar nicht, Sage legt allerdings als einziger Hersteller eine Bürste bei.
© Malte Mansholt
Die ist allerdings auch nötig: Nutzt man den Sprudler auch für andere Getränke, muss man die Flasche und auch den Aufsatz entsprechend aufwendiger reinigen, um Zucker, Fruchtreste oder andere Rückstände zu entfernen. Die beigelegte Bürste besteht eigentlich aus zweien: Eigentlich handelt es sich um eine große Flaschenbürste, deren Gummibürsten die Flasche sehr gut reinigen lassen. Im Griff ist aber noch eine kleinere Bürste versteckt, mit der sich der Fusion Cap reinigen lässt.
Das Gerät selbst ist durch sein schlichtes Design weitgehend unkompliziert zu säubern. Das Gehäuse lässt sich abwischen, beim Auffangbecken kann man das Sieb leicht entfernen.
Bei der Kartusche handelt es sich um die Standardvariante mit Schraubverschluss, sie wird einfach von unten in das Gehäuse eingeschraubt. Sage legt allerdings keine Kartusche bei. Hier kann man beliebige Modelle etwa von Sodastream oder den Handelsmarken einsetzen, die Kosten kommen aber zum ohnehin schon recht hohen Anschaffungspreis hinzu.
Fazit Sage Infizz Fusion: Der Infizz Fusion ist der vielseitigste Sprudler im Test – und kann trotzdem bei der Kernaufgabe voll überzeugen. Wasser sprudelt er mit am besten auf, die Zusatzmöglichkeiten zum Aufsprudeln eigener Limonade bis zu Cocktails lassen ihn klar herausstechen. Hinzu kommen das schöne Design und die gute Verarbeitung. Den recht hohen Preis ist das Gerät zwar durchaus wert, allerdings nur, wenn man die Zusatzmöglichkeiten auch tatsächlich nutzen möchte. Als reiner Wassersprudler muss sich der Sage-Sprudler dem Grohe-Modell geschlagen geben. Der Lieferumfang ist mit Fusion Cap, Sieb, Trichter und Reinigungsbürste eigentlich lobenswert, die fehlende Kartusche trübt den Eindruck aber etwas.
Wassersprudler: Die wichtigsten Fragen und Antworten
Wie funktionieren Wassersprudler?
Alle Wassersprudler funktionieren zunächst nach dem gleichen Prinzip: Aus einer Gas-Kartusche wird Kohlendioxid (CO2) mit Druck in kaltes Wasser gespritzt. Das CO2 löst sich dann im Wasser, Kohlensäure entsteht. Je nach Druck und eingegebener Menge des Gases kommt es aber zu leicht unterschiedlichen Ergebnissen.
Sind Wassersprudler schwer zu bedienen?
Nein. Im Alltag müssen nur die Flaschen eingesetzt und ein Knopf gedrückt werden. Das können auch Kinder. Den Wechsel der Kartusche sollten aber Erwachsene übernehmen.
Wie kommt man an Kartuschen?
Die Gaskartuschen werden nach einem Pfandsystem getauscht, man zahlt also nur beim ersten Kauf den gesamten Preis der Kartusche. Danach gibt man beim Kauf einer neuen Füllung die alte Kartusche wieder ab. Dabei ist zu beachten, dass die Kartuschen der Hersteller (mit Ausnahme von Sodastream) in der Regel nicht einfach im Laden getauscht werden können.
Sind alle Geräte mit allen Kartuschen kompatibel?
Grundsätzlich sind die Kartuschen standartisiert, lassen sich also zwischen den Geräten tauschen. Das bedeutet: Man kann in den Geräten auch Eigenmarken von Supermärkten einsetzen oder die sehr leicht zu bekommenden Kartuschen von Sodastream auch für andere Geräte nutzen. Allerdings gibt es zwei Systeme: eines mit Schraubverschluss und das sogenannte Quick Connect, bei dem die Kartusche eingeklinkt wird. Die Schraubsysteme sind in der Regel blau gekennzeichnet, sie werden von nahezu allen Konkurrenten von Sodastream und auch in älteren Modellen des Herstellers genutzt. Quick Connect ist rosa markiert und findet sich in moderneren Sodastream-Geräten.
Kann man alternative Flaschen nutzen oder weitere nachkaufen?
Alle Hersteller bieten weitere kompatible Flaschen für die eigenen Geräte an, zum Teil auch aus anderen Materialien wie Metall. Bei beliebten Modellen finden sich manchmal auch Alternativen von Drittanbietern, die etwa mehr Fassungsvermögen bieten. Ob diese dasselbe Ergebnis liefern können, ist wegen der unterschiedlichen Bauformen aber nicht garantiert.
Kann man andere Getränke als Wasser aufsprudeln?
Generell ist das nicht zu empfehlen, da dies die Geräte verunreinigen oder sogar beschädigen kann. Geräte, die auch andere Flüßigkeiten aufsprudeln können, bewerben diese Funktion auch aktiv. Alternativ kann man aber mit Sirup oder Säften mischen – allerdings erst nach dem Sprudeln. Alternativ bietet etwa Mysoda Kartuschen an, die das Wasser gleich beim Sprudeln mit einem leichten Geschmack versetzen.
Hat Stiftung Warentest Wassersprudler getestet?
Bei der Siftung Warentest wurden Wassersprudler zuletzt im Juni 2025 getestet. Auch dort lag der Grohe Blue Fizz ganz vorne, beim Aufsprudeln schaffte er eine perfekte Wertung und ließ die Konkurrenz weit hinter sich. Der Sodastream Crystal 3.0 landete auf dem zweiten Platz, Mysoda Woody und Aarke Carbonator 3 folgen auf Rank 3 und 4. Es handelt sich um die vier einzigen "gut" getesteten Modelle. Den Sage Infizz Fusion hat Stiftung Warentest nicht getestet.
