Bundesliga: FC Bayern knackt Rekord und Mainz 05 hält die Liga
Die Bundesliga startet am Freitag ins neue Jahr. Doch was wird in der zweiten Saisonhälfte passieren? t-online wagt sich an die eine oder andere Prognose. Ab Freitagabend rollt in der Bundesliga wieder der Ball. Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund eröffnen nicht nur den 16. Spieltag, sondern auch das neue Bundesliga-Jahr. Zum Auftakt wagt t-online einen Blick voraus und prophezeit mit vier Thesen den weiteren Verlauf der Saison. Urs Fischer belehrt Mario Basler eines Besseren Der 1. FSV Mainz 05 hat auf dem unschönen letzten Tabellenplatz überwintert. An den ersten 15 Spieltagen haben die Rheinhessen gerade einmal acht Punkte gesammelt, den einstigen Erfolgstrainer Bo Henriksen daher bereits durch Urs Fischer ersetzt. Der Schweizer stand bereits in vier Partien an der Seitenlinie, Mainz hat dabei kein einziges Mal verloren. Den Trend werden die "Nullfünfer" im neuen Jahr fortsetzen. Denn Fischer hat den Abstiegskampf mit Union während seiner ersten Bundesliga-Saison bereits gemeistert. Dazu hat auch der gesamte Klub reichlich Erfahrung im Umgang mit einer dramatischen Ausgangslage. 2021 hatten die Mainzer nach der ersten Saisonhälfte nur sieben Punkte auf dem Konto, drei Jahre später waren es elf Zähler. In beiden Fällen gelang mit neuem Trainer die spektakuläre Wende. Damit werden Fischer und Mainz viele Skeptiker, darunter auch Mario Basler , eines Besseren belehren. Der frühere Nationalspieler hat in seinem Podcast "Basler ballert" zuletzt mit Blick auf den Abstiegskampf prophezeit: "Ich glaube, dass es Mainz dieses Jahr erwischt." Der FC Bayern knackt eine historische Marke Der FC Bayern hat eine denkwürdige erste Saisonhälfte hinter sich. Über Wochen stellten sich Fans, Experten und Gegner die Frage, ob dieses Team überhaupt zu knacken sei. 16 Pflichtspielsiege reihten die Münchener zu Saisonbeginn aneinander, ehe sie beim 2:2 gegen Union Berlin erstmals stolperten. Kurz darauf folgte die erste Pleite gegen den FC Arsenal , zehn Tage vor Heiligabend ließen die Bayern zudem noch beim 2:2 gegen Mainz Punkte liegen. Ansonsten aber ist die Bilanz nahezu makellos, in der Bundesliga haben die Münchner 41 von 45 möglichen Punkten gesammelt. Das ist auch aufgrund der teils dünnen Personaldecke sowie der kurzen Sommervorbereitung im Anschluss an die Klub-WM bemerkenswert. Vincent Kompany hat es geschafft, seine Mannschaft mittels kluger Rotation durch die englischen Wochen zu manövrieren. Im neuen Jahr hat der Belgier nun noch mehr Mann an Bord: Die Langzeitverletzten Hiroki Itō und Alphonso Davies sind wieder einsatzbereit, Jamal Musiala soll zeitnah ebenfalls wieder zur Verfügung stehen. Als Tabellenzweiter der Champions League ist der deutsche Rekordmeister zwei Spieltage vor dem Ende der Ligaphase obendrein auf dem besten Weg, die kräftezehrende Zwischenrunde der Königsklasse zu umschiffen. Fügt man all diese Aspekte zusammen, so spricht zumindest im nationalen Wettbewerb nichts für ein Einbrechen. Stattdessen werden sie weiter vorneweg marschieren und einen neuen Punkterekord aufstellen. Den halten die Münchener ohnehin schon selbst: 2012/13 holte das Team unter Jupp Heynckes 91 Zähler, im Schnitt also 2,68 pro Partie. Momentan stehen sie in der Liga bei einem Schnitt von 2,73 Punkten pro Spiel. Die TSG Hoffenheim zieht in die Champions League ein Die Leistung von Christian Ilzer und der TSG Hoffenheim ist gar nicht hoch genug zu bewerten. Platz fünf, lediglich zwei Punkte hinter Leipzig und eine Qualifikation für die Champions League ist mehr als in Sichtweite. Am Ende der Saison werden sie mindestens einen Platz besser dastehen und den Einzug in die Königsklasse feiern. Und das trotz aller Störgeräusche, die einen Absturz hätten einleiten können. Es gab das zeitweise Stadionverbot des umstrittenen Beraters Roger Wittmann und die Rebellion der organisierten Fans gegen Mäzen Dietmar Hopp. Die Lage spitzte sich noch weiter zu, nachdem die Geschäftsführer Markus Schütz und Andreas Briel aufgrund ihres Streits mit Wittmann abberufen wurden. Dadurch stand auch Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker vor einem Wechsel zum VfL Wolfsburg , entschied sich am Ende aber doch für einen Verbleib. Auf die Mannschaft und die Arbeit von Christian Ilzer hatte all das keine Auswirkungen. Die TSG hat eine klare Spielidee und zeigt ansehnlichen Offensivfußball. 29 Tore sind der fünftbeste Angriff der Liga und mit neun unterschiedlichen Torschützen ist die Mannschaft nicht von einem Topstürmer abhängig. Zudem hat Ilzer, der zum Ende der vergangenen Spielzeit selbst noch auf der Kippe gestanden hatte, die Defensive stabilisiert. Aktuell stellen die Kraichgauer die viertbeste Abwehr. Mit 68 Gegentoren kassierte Hoffenheim in der vergangenen Saison die zweitmeisten Gegentore und hielt sich auf Platz 15 gerade so in der Liga. Und das alles, obwohl die Hoffenheimer als einzige Bundesliga-Mannschaft 34 Auswärtsspiele haben. Denn das heimische Stadion wird in aller Regelmäßigkeit von zehntausenden Auswärtsfans geflutet. Augsburg versinkt ohne Sandro Wagner im Chaos Das ambitionierte Projekt Sandro Wagner war nach zwölf Bundesliga-Spieltagen in Augsburg bereits wieder Geschichte. Sein Nachfolger Manuel Baum war bereits von Ende 2016 bis April 2019 Trainer in Augsburg. Er startete dieses Mal mit einem verheißungsvollen 2:0-Sieg gegen Leverkusen, anschließend folgte eine 0:1-Niederlage in Frankfurt und ein torloses Remis gegen Bremen. Von Baums Spielidee wollte man sich beim FCA eigentlich verabschieden. In Augsburg wird Fußball aber nun wieder gearbeitet. Das ist in den seltensten Fällen schön anzusehen und für die Augsburger wenig Erfolg versprechend, da der Kader gar nicht die passenden Spielertypen hergibt. Unter Sandro Wagner wollten die bayerischen Schwaben attraktiven Offensivfußball mit viel Ballbesitz spielen und nicht laufen, grätschen und Defensivzweikämpfe führen. Zum Start ins neue Jahr tritt Augsburg in Gladbach an, empfängt anschließend Union Berlin und den SC Freiburg und reist dann zum FC Bayern. Es dürfte niemanden wundern, wenn der Klub mit vier Niederlagen ins neue Jahr startet und dann am Tabellenende steht. Die Anfangseuphorie könnte schnell verflogen sein. Doch ausgerechnet dann starten die richtungsweisenden Wochen mit Spielen gegen die direkten Konkurrenten St. Pauli , Mainz und Heidenheim zwischen dem 20. und 22. Spieltag. Die einzige Hoffnung für den FCA: Michael Gregoritsch. Der österreichische Torjäger spielte bereits von 2017 bis 2022 in Augsburg und kehrte nach einem halben Jahr beim dänischen Klub Bröndby IF zurück. Kann Manuel Baum ihn vernünftig ins Team integrieren, könnte die Relegation noch drin sein.
