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Mercosur-Abkommen: Bauernproteste an Autobahnen gegen EU-Handelsabkommen

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Traktoren rollen an Autobahn-Auffahrten, Paris erlebt erneut Bauern-Blockaden: Warum der Streit um das Mercosur-Abkommen nicht abebbt.

Landwirte protestieren in mehreren Bundesländern an Autobahn-Anschlussstellen gegen das geplante Freihandelsabkommen der EU mit dem südamerikanischen Mercosur-Verbund. Sie befürchten unverhältnismäßige Konkurrenz durch günstige Importe aus Südamerika.

Auch in Frankreich gibt es erneut Proteste gegen das geplante EU-Handelsabkommen. Bauern blockierten Zufahrtsstraßen nach Paris. In der französischen Hauptstadt wurden am Morgen etwa 20 Traktoren gezählt, weitere vor den Toren der Stadt. Es gab zunächst Verkehrsbehinderungen.

Abkommen sollte bereits im Dezember unterzeichnet werden

Das umstrittene Abkommen sollte bereits im Dezember unterzeichnet werden, war aber auf französischen Druck hin aufgeschoben worden. Hintergrund waren starke Bauernproteste in Frankreich. Für Freitag ist eine EU-Abstimmung über die Unterzeichnung des Abkommens geplant.

Frankreich ist schon länger gegen das Handelsabkommen. Die EU-Kommission hatte zuletzt Zugeständnisse vorgeschlagen. Länder wie Deutschland und Spanien unterstützen das Abkommen. Sollte auch Italien zustimmen, könnte die Vereinbarung ohne Frankreich verabschiedet werden.

Italiens Landwirtschaftsminister Lollobrigida zuversichtlich

Italiens Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida zeigte sich angesichts der Verhandlungen zum Mercosur-Abkommen zuversichtlich. "Es fehlt noch die letzte Meile", sagte er der italienischen Wirtschaftszeitung "Il Sole 24 Ore". Allerdings bestehe noch Klärungsbedarf bei den Schutzklauseln für Agrarprodukte. "Eine Einigung über die Schutzklauseln fehlt noch."

Im Fall eines schädlichen Anstiegs der Einfuhren aus den Mercosur-Staaten oder eines übermäßigen Preisverfalls für die EU-Erzeuger sollen mit diesen Schutzklausen rasch Gegenmaßnahmen in Gang gesetzt werden können. Bisher ist eine Schwelle von acht Prozent vorgesehen, bei der eine Untersuchung eingeleitet wird. "Wir wollen, dass diese Schwelle von acht Prozent auf fünf Prozent gesenkt wird", sagte Lollobrigida. "Und wir glauben, dass die Voraussetzungen bestehen, auch dieses Ergebnis zu erreichen."

Zu Mercosur gehören Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Bolivien ist seit einiger Zeit auch Mercosur-Mitglied, wird vorerst aber nicht beim Abkommen dabei sein.