ru24.pro
World News
Сентябрь
2026
1 2 3 4 5 6 7 8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30

Studentenwohnheim: Volle Wohnheime und Wartelisten - Studierende suchen Zimmer

0
Stern 

Steigende Mieten und volle Wohnheime: In Sachsen müssen Studierende oft auf Wartelisten hoffen oder bei den Ausgaben sparen. Wie Förderprogramme helfen sollen.

Trotz einiger neuer Plätze ist die Lage kurz vor Beginn des Wintersemesters auf dem studentischen Wohnungsmarkt in Sachsen angespannt. In den Universitätsstädten Leipzig, Dresden und Chemnitz sind die Wohnheime nahezu vollständig belegt, vielerorts stehen Studierende auf Wartelisten. In den Außenstellen wie Zittau und Zwickau ist die Situation etwas besser. Das ergab eine dpa-Umfrage bei den zuständigen Studentenwerken.

Dresden: Noch immer mehr als 1.000 Absagen pro Jahr

In Dresden ist der Druck gleichbleibend hoch, wie eine Sprecherin des Studentenwerkes auf Anfrage sagte. „Auch zum Start dieses Wintersemesters verschicken wir wieder über 1.000 Absagen.“ In Zittau und Görlitz sei die Lage etwas entspannter. In Zittau sei noch keine Absage verschickt worden, dagegen ist der Vogtshof, das einzige Wohnheim in Görlitz, ausgelastet.

Insgesamt bewirtschaftet das Studentenwerk 38 Wohnheime in Dresden, Tharandt, Zittau und Görlitz mit insgesamt 6.518 Wohnheimplätzen. Derzeit gibt es den Angaben zufolge viele Auszüge und Einzüge statt. Während der Bewerbungsphase werden keine Wartelisten geführt. Anfang September liegen für Dresden knapp 3.000 Bewerbungen vor, 1.555 freie Zimmer stehen zum Wintersemester zur Verfügung. „Wir empfehlen allen, die jetzt kein Zimmer erhalten, sich zum Januar erneut zu bewerben“, betonte die Sprecherin.

Die Mieten reichen von 174 Euro für ein unsaniertes Zimmer in einer Wohngemeinschaft (WG) bis zu 420 Euro für ein modernes Einzelapartment. Über alle Wohnformen und Standorte sind die Preise seit 2016 um etwa 21 Prozent gestiegen.

Laut einer eigenen Umfrage in diesem Sommer unter mehr als 3.500 Studierenden steht ein großer Teil der Studierenden in Dresden unter extremem Druck. Mehr als ein Fünftel verfügt demnach monatlich über ein Gesamtbudget von maximal 600 Euro, insgesamt 70 Prozent über maximal 1.000 Euro. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) sorgen sich wegen steigender Wohnkosten, mehr als ein Viertel muss in anderen Lebensbereichen verzichten, um die Miete bezahlen zu können.

Die Staatsregierung hatte Anfang des Jahres mitgeteilt, dass 62 Millionen Euro investiert werden, um neuen Wohnraum zu schaffen oder zu sanieren. „Wir spüren tatsächlich etwas davon und sind dankbar für die Unterstützung“, hieß es aus Dresden. Über das Programm „Junges Wohnen“ mit Mitteln aus Bund und Freistaat wurden und werden in Dresden Sanierungsprojekte gefördert. „Dank des Programms ist es uns möglich, das erste Mal seit der Wiedervereinigung ein Wohnheim neu zu bauen.“

Leipzig: Viel mehr Bewerbungen als freie Plätze

Das Studentenwerk Leipzig betreut zum kommenden Wintersemester insgesamt 5.260 Wohnheimplätze. Davon sind etwa 80 Prozent Einzelzimmer in Wohngemeinschaften und 20 Prozent Apartments. Derzeit stehen etwa 1.600 Wohnheimplätze für die Neuvermietung zur Verfügung. Bis Anfang September lagen bereits 2.900 Bewerbungen vor, wie ein Sprecher erläuterte.

Die durchschnittliche Miete in den Wohnheimen des Studentenwerkes über alle Wohnformen beträgt 310 Euro, darin sind Möblierung und die Nebenkosten bis auf den Rundfunkbeitrag enthalten. Die Spanne der Mietpreise für WG-Zimmer liegt zwischen 215 Euro und 435 Euro und die für Apartments zwischen 295 Euro und 520 Euro.

Zwar sei die Zahl der Studierenden in Leipzig in den vergangenen Semestern leicht gesunken, hieß es. Da aber die Mietpreise für WG-Zimmer in Leipzig laut aktuellen Marktstudien deutlich gestiegen seien, komme es im Segment des bezahlbaren Wohnraums zu Engpässen.

Auch das Studentenwerk Leipzig erhält seit 2023 Zuschüsse aus dem Bundesförderprogramm „Junges Wohnen“ für die Modernisierung der Einrichtungen. „Ohne diese Unterstützung wären wir nicht in der Lage, die nötigen Sanierungen und Modernisierungen unserer Studentenwohnheime durchzuführen und gleichzeitig die Mieten auf bezahlbarem Niveau zu halten“, betonte der Sprecher. Zudem sei man derzeit in Verhandlungen mit der Stadt Leipzig und dem Freistaat Sachsen über ein geeignetes Grundstück oder Gebäude für eine Erweiterung der Kapazitäten. Als kurzfristige Hilfe soll das Programm „RaumTeiler“ freie Zimmer in privaten Haushalten an Studierende vermitteln.

Chemnitz: Deutlich mehr Bewerbungen als Plätze

Auf die Wohnheimplatzangebote in Chemnitz gibt es derzeit eine hohe Nachfrage, wie eine Sprecherin des Studentenwerkes erläuterte. In Zwickau sei die Situation etwas entspannter. Zum Beginn des Wintersemesters stehen demnach über alle Standorte hinweg 2.622 Plätze zur Verfügung. Diese sind aktuell zu 91 Prozent vermietet, wobei noch etwa 1.800 Bewerbungen vorliegen.

Die Mieten liegen zwischen 235,50 Euro und 430,50 Euro, im April wurden sie um 25 Euro pro Monat angehoben. Darin enthalten sind sämtliche Nebenkosten wie Heizung, Strom, Wasser, Internet und TV-Anschluss sowie Hausmeisterservice vor Ort und Freizeiträume. Mit Mieterhöhungen rechnet das Studentenwerk derzeit nicht. Dank des Förderprogramms „Junges Wohnen“ werden derzeit zwei Wohnheime modernisiert.