IT-Sicherheit: Daten-Leak in Berlin – Wegner war beim Basketballspiel
Am Freitag veröffentlichten Cyberkriminelle nach einem Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung große Mengen an zum Teil internen Daten. Was hat der Regierende Bürgermeister an dem Abend gemacht?
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat am Freitagabend ein Basketballspiel live verfolgt, ist nach Angaben der Senatskanzlei aber über die Veröffentlichung der von Hackern gestohlenen Daten auf dem Laufenden gehalten worden.
Er habe gemeinsam mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) an der Eröffnung der Basketball-Weltmeisterschaft der Frauen teilgenommen, die erstmals seit 28 Jahren wieder in Deutschland, und zwar in Berlin stattfinde, teilte eine Senatssprecherin auf Anfrage mit. Zuvor hatten mehrere Berliner Medien darüber berichtet.
„Der Regierende Bürgermeister ist selbstverständlich stets über den Stand des Daten-Leaks und die Ermittlungen und Untersuchungen von Landeskriminalamt Berlin (LKA) und den betroffenen Senatsverwaltungen auf dem Laufenden gehalten worden“, so die Sprecherin.
Innensenatorin Spranger war mit in der Halle
Auch Innen- und Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) verfolgte das Spiel in der Halle. „Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass die Sportsenatorin das Eröffnungsspiel besucht“, teilte ein Sprecher ihrer Senatsverwaltung mit.
„Mit dem Turnier schaut die Basketballwelt für zehn Tage auf unsere internationale Sporthauptstadt. Damit erhalten der Frauen-Basketball und die 22.000 Berliner Sportlerinnen und Sportler, die in Basketballvereinen aktiv sind, die Bühne, die sie verdienen“, sagte der Sprecher.
Die Auswertung der gestohlenen Daten erfolge im Übrigen durch die Verantwortlichen der betroffenen Verkehrs- und der Bauverwaltung und durch die Senatskanzlei, nicht durch die Innen- und Sportverwaltung.
Die tagelange Cyberattacke auf die Berliner Verwaltung war am 14. August bekanntgeworden. Die professionellen Hacker haben das Land Berlin anschließend erpresst und 30 Bitcoin, umgerechnet rund zwei Millionen Euro, Lösegeld gefordert. Der Senat zahlte nicht, die Cyberkriminellen veröffentlichten einen großen Teil der zum Teil vertraulichen Daten nach Ablauf ihres Ultimatums am Freitagnachmittag.
Wegner stand monatelang in der Kritik, nachdem er am ersten Tag des großen Stromausfalls Anfang Januar Tennis spielen gegangen war, das zunächst aber verschwiegen hatte. Mitte Juli gab er seinen Rückzug als CDU-Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl bekannt, nachdem die Diskussionen über Ungereimtheiten und falsche Angaben zu seinem Krisenmanagement im Zusammenhang mit dem Stromausfall nach einem Brandanschlag auf das Stromnetz nicht abgerissen waren.
