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Mercedes droht Mitarbeitern wohl mit Werkschließung in Deutschland

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Ein schwelender Konflikt bei Mercedes spitzt sich zu. Der Vorstand soll Arbeitnehmervertreter mit dem Bau eines neuen Werks in Osteuropa unter Druck gesetzt haben. Mercedes soll Arbeitnehmervertretern mit der Schließung eines deutschen Produktionswerks gedroht haben, falls der Betriebsrat einen umfassenden Sparplan nicht mitträgt. Das berichtet die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf mehrere mit der Sache vertraute Insider. Demnach erwägt der Vorstand, die Produktion in Osteuropa auszubauen und im Gegenzug einen Standort in Deutschland zu schließen. Beschlossen sei bisher nichts, weder im Vorstand noch im Aufsichtsrat, heißt es in dem Bericht. Mercedes wollte sich zu den Informationen nicht äußern und verwies auf laufende Gespräche und Verhandlungen. Ein Dementi blieb laut "Wirtschaftswoche" aus. Sanierungsplan beschlossen: Das droht den VW-Mitarbeitern jetzt Debatte um neue Steuer: Hier ist Deutschland viel zu spät dran Hintergrund ist ein seit Wochen schwelender Konflikt um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte. Der Vorstand fordert dem Bericht zufolge, dass Beschäftigte künftig fünf Stunden länger arbeiten – ohne Lohnausgleich. Zudem stünden alle Entgeltbestandteile und Sonderzahlungen auf dem Prüfstand, offenbar auch Weihnachts- und Urlaubsgeld. Vorstand sieht Standortnachteil Ein Insider bezeichnete das Vorgehen der Unternehmensführung in der "Wirtschaftswoche" als "extreme Drohung". Ein anderer sprach von "Erpressung". Nach Darstellung der Quellen soll ein Mercedes-Vorstand vor mehreren Betriebsräten gesagt haben, dass ein neues Werk in Osteuropa gebaut werde, wenn die Arbeitnehmerseite nicht helfe, die Lohnkosten in Deutschland deutlich zu senken. Dann sei ein deutsches Produktionswerk überflüssig. Welche Standorte betroffen sein könnten, ist unklar. Im Fall einer Eskalation könnten laut Bericht auch Werke betroffen sein, die Komponenten an Produktionsstandorte liefern. Dazu zählen in Deutschland etwa Untertürkheim und Hamburg . Mercedes verweist seit Längerem auf hohe Kosten in Deutschland. In einem Brief an die Beschäftigten hatte der Vorstand im Juni geschrieben, die Werkskapazität hierzulande liege "deutlich über dem Bedarf". Außerdem sei der Krankenstand "im internationalen Vergleich teils um ein Vielfaches höher, die Zahl der jährlichen Arbeitstage niedriger". Ungarn als möglicher Hebel In Ungarn hat Mercedes die Kapazität am Standort Kecskemét zuletzt auf bis zu 400.000 Fahrzeuge im Jahr verdoppelt. Dort liegen die "Faktorkosten" nach Angaben des Unternehmens rund 70 Prozent unter denen in Deutschland. Dazu zählt Mercedes neben Personalkosten auch Energie, Infrastruktur, Logistik und Instandhaltung. Derzeit produziert Mercedes in Kecskemét unter anderem den GLB und die elektrische C-Klasse. Künftig sollen dort weitere Modelle hinzukommen. Die nächsten Verhandlungstermine zwischen Vorstand und Arbeitnehmerseite sind bereits angesetzt.