Schloss oder Burg in Europa kaufen: So hoch sind die Preise
Haben Sie schon mal davon geträumt, ein eigenes Schloss zu besitzen? In Europa gibt es viele davon, die immer wieder auch zum Verkauf stehen. Leben wie Dornröschen, oder wie eines der großen Königsgeschlechter in Europa – das ist eher ein Traum für kleine Kinder. Doch Burgen und Schlösser existieren nicht einfach so, ohne Eigentümer. Und das bedeutet automatisch, dass man sie auch kaufen kann. Manchen mag es überraschen, wie erschwinglich ein kleines, europäisches Schloss wirklich sein kann. In Europa standen im Jahr 2026 etwa 1.247 verifizierte Schlösser zum Verkauf. Laut dem Castle Price Index 2026, der all diese Inserate ausgewertet hat, wurden sie im Median für 1,7 Millionen Euro angeboten. Median bedeutet, dass genauso viele Objekte für mehr Geld inseriert wurden wie Objekte, die für weniger inseriert wurden. Der Median ist also die Mitte. Im Schnitt wurden sie aber für eine um 22 Prozent geringere Summe verkauft, als ursprünglich verlangt, heißt es in dem Bericht weiter. Das basiert auf Werten für verkaufte Schlösser in Frankreich zwischen 2023 und 2025. Frankreich biete die meiste Transparenz für diese Art der Immobilie in Europa. Eine Mittelalterburg für 200.000 Euro Das günstigste inserierte Schloss kostete dem Index zufolge 200.000 Euro. Das war das Castle Donovan in Irland . Die mittelalterliche Burg ist aber mehr Ruine als tatsächlich bewohnbares Schloss. Das teuerste Angebot war die Mittelalterburg Castello di Olivieto in der Toskana : 42 Millionen Euro wollten die Eigentümer als Ablöse hierfür haben. Die allermeisten Schlösser und Burgen befanden sich in der Preisspanne zwischen 500.000 und drei Millionen Euro. Die teuersten europäischen Schlösser gibt es im Alpenraum zu ergattern: Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für ein Schloss in der Schweiz liegt bei 16.000 Euro/m², in Österreich sind es 4.478 Euro/m². Am erschwinglichsten sind die Prunkbauten in Polen , wo nur 778 Euro/m² fällig werden. Damit bekommt man in Polen deutlich mehr für sein Geld. Wer eine Million Euro zur Verfügung hat, kann hier ein Schloss mit einer Fläche von 1.285 Quadratmetern kaufen – wahrlich ein Palast. In Italien bekommt man für dasselbe Geld nur 589 m², in Deutschland kann man sich dafür 467 m² kaufen. In der Schweiz kann man für eine Million Euro fast nichts kaufen: 63 m² wären für viele Menschen schließlich gerade mal eine Zweiraumwohnung und kein Schloss. Für die Instandhaltung muss man das Zehnfache einplanen Die wahren Kosten eines Schlosses liegen aber nicht im Kaufpreis, sondern in der Instandhaltung. Als Beispiel nennen die Autoren des Castle Index das Ribbesford House in England, das 2018 für 810.000 Pfund (etwa 945.000 Euro) verkauft wurde. Der Käufer habe am Ende insgesamt drei Millionen Pfund (3,5 Millionen Euro) in Renovierung und Instandhaltung investiert – nur um dasselbe Schmuckstück acht Jahre später für nur 450.000 Pfund (525.000 Euro) zu verkaufen. Als Richtwert nennen die Autoren das Fünf- bis Zehnfache des Kaufpreises, das Käufer von Burgen und Schlössern für die Renovierungsarbeiten einplanen sollten. Ein Schloss ist nicht zum Bewohnen da Was aber sollten Eigentümer von Schlössern damit überhaupt anfangen? Keinesfalls sollten Sie darin wohnen, so die Empfehlung der Experten. Vielmehr sollten Schlossbesitzer dieses besondere Gebäude als mögliches Geschäftsmodell sehen: Als Übernachtungsmöglichkeit könne man deutlich höhere Preise für ein Schloss aufrufen als für normale Hotels. So kostet eine Übernachtung im Dromoland Castle in Irland 1.800 Euro pro Nacht. Wer das Hotel selbst nicht betreiben möchte, kann dafür einen Profi einstellen. Der zahlt dem Eigentümer dann eine Miete, um das Gebäude zu nutzen. Laut öffentlichen Daten zahlen die Hotelbetreiber etwa von Ashford Castle eine Jahresmiete von 750.000 Euro an den Eigentümer. Damit wäre der Kaufpreis schnell wieder in der Kasse. Gute Einnahmen gibt es auch für jene, die ihr Schloss als Veranstaltungslocation nutzen: für Hochzeiten, Firmenevents oder andere Großereignisse.
