Uniklinik Rostock feuert Oberarzt nach rassistischen Äußerungen
Das Uniklinikum Rostock zieht Konsequenzen nach Posts eines Oberarztes mit rassistischer und menschenverachtender Sprache. Der Mediziner wurde freigestellt. Wegen mutmaßlicher menschenverachtender und rassistischer Beiträge in sozialen Medien hat das Universitätsklinikum Rostock einen Oberarzt freigestellt. Das teilte eine Sprecherin der Universitätsmedizin in Stadt am Dienstag nach einem entsprechenden Vorstandsbeschluss mit. Eine auf die Bekämpfung von Hass und Rechtsextremismus im digitalen Raum spezialisierte Initiative hatte den Fall zuvor publik gemacht und Bilder der mutmaßlichen Posts des Mediziners veröffentlicht. Der Initiative zufolge soll der unter anderem mit Transplantationen befasste Arzt Kommentare wie "Remigrieren oder kremieren" verbreitet haben. Er sehe "nur Heizmasse", soll er in einem anderen öffentlichen Beitrag geschrieben haben – gefolgt von dem Zusatz "Remigrieren oder Lager". Auch mit Verweis auf Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) äußerte er demnach Gewaltfantasien. "Eine Stirn, die man nicht verfehlen kann", zitierte die Initiative im Netzwerk Instagram aus einem Beitrag. Gegen Rassismus und für Demokratie: Migranten in Sachsen-Anhalt schließen Geschäfte Mediziner "direkt freigestellt" Remigration ist ein von Rechtsextremen und Anhängern der sogenannten Neuen Rechten genutzter Kampfbegriff. Er dient als eine beschönigende Umschreibung für eine Strategie, die auf die massenhafte Vertreibung von Migranten und Ausländern abzielt. "Kremieren" und "Lager" wecken Assoziationen mit der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik, bei der in Lagern wie Auschwitz-Birkenau Millionen Menschen ermordet wurden. "Der Vorstand der Universitätsmedizin Rostock hat nach Bekanntwerden der Vorfälle unverzüglich gehandelt: Der betreffende Mitarbeiter wurde mit den Vorwürfen konfrontiert und im Anschluss direkt freigestellt", teilte die Sprecherin mit. Ein Sprecher erklärte, der Vorstand der Universitätsmedizin Rostock habe "den Verdacht bestätigt". Die "umfassende Aufarbeitung" der Vorgänge sei aber ein "umfangreicher Prozess", der Zeit in Anspruch nehmen werde. Ministerin fordert "harte Konsequenzen" Auch die Universität Rostock und ihre Rektorin Professorin Elizabeth Prommer äußerten sich in einem Beitrag bei Instagram. "Äußerungen, die Menschen abwerten, ausgrenzen oder Gewalt gegen sie billigen, stehen in fundamentalem Widerspruch zu allem, wofür unsere Universität steht", schreibt die Universität. Prommer zeigte sich "tief erschüttert". Dafür, Menschen zu entwürdigen und Gewalt gegen sie zu billigen, "darf es an unserer Universität keinen Raum geben." Mecklenburg-Vorpommerns Hochschulministerin Bettina Martin (SPD) bezeichnete die Äußerungen als zutiefst menschenverachtend und absolut inakzeptabel. "Dass ausgerechnet ein Arzt, der sich mit seinem Eid dem Wohlergehen und dem Leben der Menschen verschrieben hat, solche brutalen, rassistischen Aussagen tätigt, ist erschütternd und erfordert harte Konsequenzen", sagte die Ministerin.
