Mareile Höppner: "Ich habe Angst um unsere Kinder"
Die Moderatorin setzt sich im Kampf gegen digitale Gewalt ein. Mit t-online hat Mareile Höppner über Deepfakes, ihren Stalker und die Gefahren der KI gesprochen. Im März machte Collien Fernandes schwere Anschuldigungen gegen ihren Ehemann Christian Ulmen öffentlich. Bereits seit Jahren ist die Schauspielerin Opfer digitaler sexualisierter Gewalt. 2024 drehte sie die TV-Dokumentation "Deepfake-Pornos: Das Geschäft mit dem Missbrauch" – zusammen mit Mareile Höppner . "Wir wussten zu diesem Zeitpunkt aber nicht, dass Colliens Täter ihr eigener Mann war. Das hat uns alle schockiert", erinnert sich die Moderatorin im Interview mit t-online bei der Remus Lifestyle Night an die Zusammenarbeit zurück. Mareile Höppner kämpft als Betroffene selbst seit Langem um mehr Aufmerksamkeit für das Thema. Teil eins des Interviews: Höppner über berufliche und private Veränderungen Annette Frier: "Die Öffentlich-Rechtlichen kommen an ihre Grenzen" t-online: Beunruhigt Sie die Entwicklung im Netz, Frau Höppner? Mareile Höppner: Ich habe keine Angst um mich selbst. Ich habe Angst um unsere Kinder, wenn wir uns nicht mit der Frage beschäftigen, wie wir in Zukunft mit dieser Art von Technik umgehen wollen. Was muss sich ändern? Wir brauchen zunächst einmal ganz klare Namen bei den sozialen Medien. Es kann nicht sein, dass "HühnchenUwe46" jemanden beleidigen oder im Namen einer anderen Person Bilder verschicken darf. Da müssen wir strengere Regeln schaffen. Die Politik hat das mittlerweile auch erkannt, weil sie selbst betroffen ist. Aber das ist natürlich nur der Anfang. Es muss noch viel mehr passieren. Es liegt also auch an den Betreibern von Meta, TikTok und Co., strengere Regeln zu schaffen? Genau. Aber man hat nicht den Eindruck, dass ihnen unser Schutz besonders wichtig ist. Apropos Schutz. Sie gehen seit Jahren gegen einen Stalker vor. Weshalb wird er nicht festgenommen? Das ist sehr schwierig. Wir haben vor allem keine länderübergreifenden Gesetze, die hier helfen könnten. Das ist schon einmal das erste Problem. Da müssten wir sicherlich nachrüsten. Wie ist der aktuelle Stand bei dem Fall? Er ist wieder aktiv und schreibt auch wieder den Frauen, denen er damals schon geschrieben hat und über die wir dann einen Film und einen Bericht gemacht haben. Insofern bin ich äußerst verwundert, dass es so wenig Selbstüberprüfung und Reue gibt. Aber das ist auch ein innerliches Problem und nicht nur reine Bosheit. Trotzdem ist es wichtig, dass wir sagen: Wir sehen das, wir schützen die Frauen und bieten ihnen eine Anlaufstelle. Wie denken Sie über das Thema Künstliche Intelligenz? Die KI macht uns bei bewegten Bildern natürlich allen Sorgen. Welcher politische Wahlkampf kann noch frei geführt werden, wenn wir nicht wissen, ob die Politiker in den Videos tatsächlich real sind oder nicht? Das ist sicherlich eine Entwicklung, die wir beobachten müssen. Meine größere Sorge ist aber: Wie gehen wir mit diesen Bildern um, wenn wir sie nicht regeln und nicht klar erkennbar ist, was echt ist und was nicht? Es werden schon Filme produziert, in denen Schauspieler mit KI generiert werden. Sorgen Sie sich um Ihren Job als Moderatorin? Nein, ich glaube nicht, dass wir uns von KI-Moderatoren unterhalten lassen wollen. Wenn das passieren sollte, gehe ich. Dann ist Schluss! Vielen Dank für das Gespräch, Frau Höppner.
