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Trockenheit durch El Niño: Schiffsverkehr im Panama-Kanal gedrosselt

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Der Panama-Kanal wird zum teuren Nadelöhr: Wegen des Iran-Kriegs und des Klimaphänomens El Niño zahlen Frachtschiffe enorme Summen, um Warteschlangen zu umgehen. Die Gebühren für die Durchfahrt durch den Panama-Kanal erreichen neue Rekordwerte: Ein Frachter zahlte Berichten zufolge vergangene Woche vier Millionen US-Dollar , um die Warteschlange zu umgehen – mehr als doppelt so viel wie der Durchschnitt der Vorwoche. Grund sind einem Bericht des britischen "Guardian" zufolge die Auswirkungen des Iran-Kriegs, der wichtige Routen blockiert, und das Klimaphänomen El Niño, das die Wasserstände im Kanal sinken lässt. Die Wartezeiten für eine Durchfahrt von besonders großen Frachtschiffen liegen demnach bei rund zehn Tagen, so lang wie seit Monaten nicht mehr. Die Welt steht nach Einschätzung von Experten erst am Anfang des El-Niño-Phänomens, das das Wettergeschehen in den kommenden Monaten stark beeinflussen könnte. Erste Auswirkungen sind bereits spürbar: In der Region rund um den Panama-Kanal hat El Niño bereits jetzt ungewöhnliche Trockenheit ausgelöst. Der Schiffsverkehr soll daher ab September reduziert werden. Wegen des gegenwärtigen El Niño sei es "im Einzugsgebiet des Kanals zu geringeren Niederschlägen als prognostiziert" gekommen, erklärte der Betreiber Panama Canal Authority (ACP) am Donnerstag. Ab dem 3. September dürfen daher nur noch bis zu 34 Schiffe durch die Wasserstraße fahren. Ab Mitte September sollen es nur noch bis zu 32 sein. Derzeit durchqueren täglich 36 Schiffe die Verbindung. Schwere Waldbrände: Von diesem Land kann Deutschland viel lernen USA: Geheimoperation bringt Öl offenbar durch die Straße von Hormus Schleusen benötigen große Wassermengen Fünf Prozent des weltweiten Seehandels passieren die Wasserstraße. Der rund 80 Kilometer lange Panama-Kanal verbindet den Atlantik und den Pazifik. US-Präsident Donald Trump hatte im vergangenen Jahr gedroht, den einst von den USA gebauten Kanal wieder in Besitz zu nehmen. Die USA hatten den Kanal lange selbst betrieben, 1999 übertrugen sie die Kontrolle auf Panama. Für den Betrieb der Schleusen des Kanals sind große Wassermengen nötig – sie werden aus einem von zwei Seen gespeisten Wassereinzugsgebiet entnommen. Die Wasserpegel in den Seen seien infolge der negativen Auswirkungen des El-Niño-Phänomens gesunken, erklärte ACP. Rekordpreis: 4 Millionen US-Dollar für Durchfahrt Neben den niedrigen Wasserständen im Kanal sei ein weiterer Grund für die Engpässe auch der Iran-Krieg. Händler von Öl, Erdgas, Düngemitteln und Chemikalien, insbesondere in Asien, suchen nach alternativen Routen, da der Verkehr an zwei wichtigen Transitpunkten im Persischen Golf – der Straße von Hormus und seit Kurzem auch Bab al-Mandab – stark eingeschränkt ist. Der Weg durch den Panama-Kanal ist für Schiffe zwischen den USA und Asien beliebt, da sie in der Regel Kosten und Transitzeiten reduziert. ACP versteigert täglich zusätzliche Durchfahrt-Slots, die in Zeiten hoher Nachfrage Rekordpreise erreichen. Für kleinere Schiffe starten die Gebote den Berichten zufolge bei 15.000 US-Dollar, für große Frachter bei 55.000 US-Dollar. Bei Engpässen müssen die Reedereien für eine schnellere Durchfahrt tief in die Tasche greifen. Die Betreiber des Containerschiffs "Seaspan Benefactor" sollen laut Recherchen von Bloomberg vier Millionen US-Dollar bezahlt haben, um an die Spitze der Warteschlange zu gelangen – doppelt so viel wie der Durchschnitt der vorangegangenen sieben Tage. "Seaspan Benefactor", das unter der Flagge von Singapur fährt, ist ein sogenanntes Ultra Large Container Vessel, das speziell für den Handel zwischen Asien und den USA eingesetzt wird. El Niño hat Auswirkungen auf das Wetter weltweit Das Klimaphänomen El Niño, das alle zwei bis sieben Jahre auftritt und ein Bestandteil des natürlichen Klimageschehens ist, dauert zwischen neun und zwölf Monate an. Dabei erwärmt sich die Wasseroberfläche im östlichen und zentralen Pazifik nahe dem Äquator großflächig. In der Folge steigt das Risiko für Wetterextreme. El Niño hat Auswirkungen auf Wind, Luftdruck und Niederschläge. In einigen Regionen führt das Phänomen zu Trockenheit, in anderen regnet es stärker. In Europa dürfte sich das Phänomen erst im Winter bemerkbar machen. Da der Kontinent weit vom Pazifik entfernt ist, fallen die Auswirkungen eher weniger stark aus. Der britische Klimaforscher und Physiker Timothy Palmer sagte in der Nachrichtensendung ZDF-"heute", es deute einiges darauf hin, dass die erste Hälfte des Winters in Europa sehr nass und die zweite eher trocken ausfallen werde. Auch andere Wasserstraßen betroffen Nicht nur der Panama-Kanal ist von niedrigen Wasserständen betroffen: Auch der Rhein in Europa hat diesen Sommer Rekordtiefststände erreicht. Händler müssen auch hier teils auf teurere Alternativen wie Straße und Schiene ausweichen. Die Niedrigpegel im Rhein sind jedoch nicht dem natürlichen Phänomen El Niño zuzuschreiben, sondern eine Folge des Klimawandels, der sich in Mitteleuropa vorwiegend durch längere Trockenperioden und häufigere Hitzewellen bemerkbar macht.