Seat: VW verschärft Sparkurs und könnte spanische Traditionsmarke streichen
VW verschärft seinen Sparkurs massiv und will die Modellpalette um bis zu 50 Prozent verkleinern. Nun könnte auch eine traditionsreiche Konzerntochter vor dem Aus stehen. Volkswagen stellt sich auf tiefgreifende Einschnitte ein. Der Konzern will seine Modellpalette deutlich verkleinern, Produktionskapazitäten abbauen und die Kosten weiter senken . Damit könnten Tausende Arbeitsplätze wegfallen, Werke geschlossen und sogar einzelne Marken auf den Prüfstand gestellt werden. Auch Seat scheint wieder auf der Kippe zu stehen. Nach einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg kündigte Europas größter Autobauer an, die Zahl seiner Modelle schrittweise um bis zu 50 Prozent zu reduzieren. Gleichzeitig soll die Zahl möglicher Ausstattungsvarianten um bis zu 75 Prozent sinken. Volkswagen will sich künftig stärker auf besonders rentable Marktsegmente konzentrieren und Investitionen gezielter auf Produkte und Technologien mit hohem Ertrag lenken. Konzernchef Oliver Blume bekräftigte zudem das Ziel, die weltweite Produktionskapazität von einst zwölf auf neun Millionen Fahrzeuge zu verringern. Volkswagen in schwerer Krise: Das schmerzhafte Ende einer deutschen Gewissheit Neuheiten: Diese Autos sollen VW jetzt durch die Krise helfen Nach Informationen des "Manager Magazins" könnten weltweit bis zu 100.000 Arbeitsplätze wegfallen. "Der Spiegel" berichtete zuletzt zudem, vier deutsche Standorte könnten bis 2034 schrittweise aus der Fahrzeugproduktion herausgenommen werden. Bestätigt hat Volkswagen diese Berichte bislang nicht. Berichte: Auch Seat könnte vor dem Aus stehen Die Einschnitte könnten sich auch auf die Marken und Beteiligungen innerhalb des Konzerns auswirken. Offen ist vor allem, wie es mit Seat weitergeht. Nach den Berichten von "Auto Motor und Sport", "Bild" und "Spiegel" wird der spanische Autobauer in den internen Planungen für das Jahr 2030 nicht mehr als eigenständige Marke geführt. Seat könnte also bis Ende 2029 auslaufen. Die sportliche Tochtermarke Cupra soll dagegen als eigenständige Wachstumsmarke erhalten bleiben. Volkswagen hat diese Informationen bislang nicht bestätigt. Für Beobachter des Konzerns käme ein solcher Schritt allerdings nicht gänzlich überraschend. Seit Jahren wird darüber spekuliert, welche Rolle Seat künftig innerhalb des Volkswagen-Konzerns spielen soll. Während Cupra in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen ist und inzwischen mehr Fahrzeuge verkauft als die Muttermarke, brachte Seat zuletzt deutlich weniger neue Modelle auf den Markt. Der Markenchef widersprach den Spekulationen erst vor Kurzem Dabei hatte Markus Haupt, seit Oktober 2025 Chef von Seat und Cupra, den Gerüchten erst vor wenigen Monaten ausdrücklich widersprochen. "Seat ist fester Bestandteil unserer Strategie und hat eine klare Zukunft", sagte er der Zeitschrift "Auto Motor und Sport". Haupt kündigte noch im Februar an, dass Ibiza und Arona ab 2027 Mildhybrid-Antriebe erhalten sollen. Für den Leon stellte er einen Vollhybriden ab 2028 sowie weitere Modellpflege bis 2029 in Aussicht. Auffällig war allerdings schon damals, dass er keine neue Fahrzeuggeneration für Seat ankündigte. Statt neuer Modelle standen ausschließlich Überarbeitungen bestehender Fahrzeuge auf dem Programm. Warum Cupra innerhalb des Konzerns inzwischen Priorität genießt, zeigt ein Blick auf die Verkaufszahlen. Gemeinsam lieferten beide Marken im vergangenen Jahr rund 586.000 Fahrzeuge aus. Mehr als die Hälfte davon entfiel bereits auf Cupra. Auch Beteiligungen könnten überprüft werden Den Berichten zufolge beschränken sich die Überlegungen nicht auf die Marke Seat. Demnach sollen auch Ducati, Europcar sowie Aktivitäten in den Bereichen Ladeinfrastruktur, Mobilitätsdienste und Venture Capital auf den Prüfstand kommen. Auch Beteiligungen an mehreren Fußballvereinen (im Gespräch sind mehreren Quellen zufolge vor allem FC Bayern München und VfB Stuttgart) sollen überprüft werden. Der verschärfte Sparkurs stößt bei den Beschäftigten auf heftigen Widerstand. An zahlreichen deutschen Standorten protestierten Mitarbeiter gegen die Pläne. Die IG Metall lehnt Werksschließungen und weiteren Personalabbau entschieden ab und fordert vom Vorstand Klarheit über die Zukunft der Standorte und der Belegschaft.
