Krankschreibung vom ersten Tag an? Klingbeil relativiert Beschluss
Die Koalition hat sich geeinigt: Künftig brauchen kranke Arbeitnehmer vom ersten Tag an eine Krankschreibung. Oder doch nicht? Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat die im Koalitionsausschuss vereinbarte Regelung, wonach Beschäftigte künftig bereits ab dem ersten Krankheitstag eine ärztliche Krankschreibung vorlegen sollen, relativiert. Im Interview mit RTL/ntv verwies er darauf, dass die konkrete Ausgestaltung noch offen sei. "Die Bundesgesundheitsministerin hat heute schon gesagt: Natürlich müssen wir das Ganze so hinbekommen, dass niemand, der krank ist, dann auch wirklich zum Arzt gehen muss, so Klingbeil. "Da kommt es jetzt sehr viel auf die Gesetzgebung an, aber das müssen wir jetzt vernünftig gestalten, was da im Koalitionsausschuss vorgeschlagen wurde." Klingbeil verteidigte den Beschluss zugleich als Ergebnis eines politischen Kompromisses. Die SPD habe zuvor verhindert, dass sogenannte Karenztage ohne Lohnfortzahlung eingeführt würden: "Da haben wir als SPD sehr klar gesagt, das machen wir nicht mit." Es sei ein klassischer politischer Kompromiss gewesen. Zugleich betonte er: "Ich will auch nicht, dass Menschen sich krank zur Arbeit schleppen. Ich will auch, dass die Ärzte vernünftig ihren Job machen können. Und deswegen muss man jetzt vernünftige Regelung finden."
