Luise-Kiesselbach-Tunnel in München gesperrt – totales Verkehrschaos
Seit Mittwoch ist der Luise-Kiesselbach-Tunnel für fünf Wochen gesperrt. Direkt am ersten Tag kommt es zum großen Verkehrschaos. Der Bau der Tram-Westtangente, die Sanierung der U-Bahnhöfe Poccistraße und Goetheplatz, die Sanierung der Donnersbergerbrücke und jetzt auch noch die Sanierung des Luise-Kiesselbach-Tunnels. In den Monaten Juni bis August werden die Münchner Autofahrer auf die Geduldsprobe gestellt – besonders im Südwesten der Stadt. Wegen der Bauarbeiten an der Tram-Westtangente entlang der Fürstenrieder Straße weichen viele bereits auf die Seitenstraßen aus. Mit der temporären Schließung des Luise-Kiesselbach-Tunnels zwischen dem 1. Juli und dem 2. August ist die Folge Stau entlang der Garmischer Straße, die mitten durch den Stadtteil Sendling-Westpark führt. Verkehr kommt fast vollständig zum Erliegen Dort staute es sich nach Informationen der Münchner Lokalredaktion von t-online bereits am Mittwochmorgen massiv. In der Garmischer Straße reihte sich Auto an Auto, die Busse der Münchner Verkehrsgesellschaft ließen Fahrgäste teilweise mitten auf der Straße heraus, da diese zu Fuß schneller weiterkamen. Doch nicht nur auf der Garmischer Straße ging nichts mehr voran. In den Seitenstraßen standen teilweise 30 bis 40 Autos, die versuchten, auf die Hauptstraße einzubiegen. "Es ist eine Katastrophe. Es gibt kein Durchkommen", berichtete eine Zeugin vor Ort. Auch am Ende der A95 stand der Verkehr nahezu komplett still. Dort wechselten sich Stillstand und fünf bis zehn Meter im Schritttempo ab. Lkw-Brand vor zwei Jahren zieht Sanierung nach sich Grund für die knapp fünf Wochen lange Sanierung ist nach Angaben der Stadt ein Brandschaden aus dem Jahr 2024. Im April vor zwei Jahren fing ein Lkw an zu brennen und hinterließ erhebliche Schäden an der Tunneldecke und der technischen Infrastruktur der Oströhre. Um eine Vollsperrung zu umgehen, veranlassten das Baureferat sowie das Mobilitätsreferat damals sofortige Reparaturarbeiten, wie die Stadt weiter mitteilt. Mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 Kilometern pro Stunde konnte der Tunnel damals 20 Stunden nach dem Brand wieder freigegeben werden. Umleitung über Garmischer Straße und angepasste Ampelschaltung Zwei Jahre später folgt nun "die fachgerechte Betoninstandsetzung der Tunneldecke sowie die vollständige Erneuerung der durch den Brand in Mitleidenschaft gezogenen Sicherheitssysteme", so die Stadt München. Dafür sei eine vorübergehende Vollsperrung der Fahrtrichtung Nord notwendig. Die Sperrung, die während der Sanierungsarbeiten notwendig sei, entspreche in etwa dem Abschnitt zwischen den Autobahnen A95 und A96. Damit die Auswirkungen der Sperrung auf den Verkehr so gering wie möglich bleiben, plante die Stadt Umleitungen auf die Tunneloberfläche, nämlich die Garmischer Straße, und passte die Ampelschaltung an. Zusätzlich sollten mehrere Ausweichstrecken im Stadtgebiet verkehrlich optimiert werden, beispielsweise durch Beschilderungen, angepasste Ampelschaltungen und Sperrungen. Stadt rät dazu, Münchner Südwesten großräumig zu umfahren Die Stadt empfahl vorab, den Münchner Südwesten während der Tunnelsperrung großräumig zu umfahren und wenn möglich auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Denn trotz der Maßnahmen, die den Verkehr entzerren sollten, warnte die Stadt bereits vor erheblichen Verkehrsbehinderungen. Belastungsprobe für Autofahrer: Sanierung der Donnersbergerbrücke XXL-Baustelle : Westtangente verdrängt Fahrbahn immer mehr Öffentliche Verkehrsmittel sind nur bedingt eine Alternative. Die Busse in Richtung Laim stehen aufgrund der Baustelle für die Tram-Westtangente ebenfalls öfter im Stau, sodass die U5 vom Laimer Platz keine wirkliche Option ist. Die Busse, die über die Garmischer Straße in Richtung Heimeranplatz fahren, sind wegen der Sanierung des Luise-Kiesselbach-Tunnels ebenfalls eingeschränkt und auch die U6 verkehrt nur eingeschränkt.
